MapFour N1 Pro im Test: So ein E-Bike habe ich noch nie gesehen: Stylish & smart - aber auch gut?

Das Engwe MapFour N1 Pro will mit futuristischem Design, smarten Funktionen und einem kraftvollen Motor überzeugen. Im Test zeigt sich, für wen sich das E-Bike lohnt – und für wen nicht.

Das MapFour N1Pro im Test: Ich zeige euch meine Erfahrungen des City-E-Bikes mit smarter Ausstattung. Das MapFour N1Pro im Test: Ich zeige euch meine Erfahrungen des City-E-Bikes mit smarter Ausstattung.

Mittlerweile habe ich für GameStar Tech schon einige City-E-Bikes ausprobiert, doch so eins wie das Engwe MapFour N1 Pro habe ich noch nicht gesehen.

Dieses E-Bike bietet einen leichten, beinahe futuristisch anmutenden Carbonrahmen, einen 80 Nm starkem Mittelmotor und smarte Features wie Alarmanlage, Wegfahrsperre und GPS-Ortung – und kostet nur knapp 2.200 Euro.

Klingt wie das perfekte Pendler-Bike?

Der Flitzer war mehrere Wochen lang mein Alltagsbegleiter auf Asphalt, Schotter und im Stadtverkehr. Im Test verrate ich euch, welche Kompromisse man für den Preis eingehen muss – und wo das Fahrrad besonders glänzt.

Transparenzhinweis: Das MapFour N1 Pro wurde mir von Engwe für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Hersteller und Händler hatten keinen Einfluss auf Inhalt oder Bewertung dieses Artikels und erhielten keine Einsicht vor der Veröffentlichung.

MapFour N1 Pro
MapFour N1 Pro
Das Engwe MapFour N1 Pro ist ein stylisches, smartes City-E-Bike mit solider Ausstattung zum fairen Preis. Es richtet sich vor allem an Technikfans und Personen unter 1,85m Körpergröße. Das geringe Gewicht, der kräftige Mittelmotor und das clevere Sicherheitssystem aus Smart Lock, Alarmanlage und GPS-Ortung überzeugen. Die Einzelkomponenten könnten hochwertiger sein, was für den Preis aber verschmerzbar ist.
  • Leichter, hochwertiger Carbonrahmen
  • Starker, spaßiger Mittelmotor (80 Nm)
  • Zuverlässige Sicherheitsfunktionen (GPS, Smart Lock, Alarmanlage)
  • Schnelle Akkuladezeit
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Eher niedrige Reichweite
  • Für große Fahrer ungeeignet
  • Unordentliche Verkabelung am Lenker
  • Billiges, solarbetriebenes Rücklicht
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Design & Ausstattung: Futuristisch und ein echter Hingucker

Das MapFour N1 Pro ist ein Blickfang. Der schlanke Carbonrahmen ohne klassisches Sattelrohr wiegt nur 19 kg. Damit liegt es in derselben Gewichtsklasse wie das ebenfalls von mir getestete Lemmo One MK2 – lediglich das Tenways CGO600 Pro sowie das Sushi Bike 3.0+ sind noch leichter.

Ich wurde einige Male auf das ungewöhnliche Design angesprochen – niemand vermutete, dass es sich hierbei um ein Pedelec mit Motorunterstützung handelt.

Der Rahmen des MapFour N1 Pro fällt auf. Der Rahmen des MapFour N1 Pro fällt auf.

Zum Showeffekt trägt aber nicht nur der besondere Rahmen, sondern auch das RGB-Ambient-Light bei - zumindest im Dunkeln. Im Lenker ist nämlich eine Leuchtleiste integriert, die in fünf Helligkeitsstufen und mehreren Farben strahlen kann, sogar Animationen sind über die App einstellbar.

Das kann bei einer Nachtfahrt für Sicherheit sorgen, ich habe die Beleuchtung im Alltag aber nie genutzt, zumal man sie jedes Mal über die App einschalten muss.

Wichtiger Hinweis: Das MapFour N1 Pro gibt's in nur einer Rahmengröße und ist für Personen zwischen 160 und 199cm Körpergröße ausgelegt. Ich habe jedoch etliche Berichte von Nutzern gelesen, die meinen, ab 1,90 Metern würde es langsam unbequem werden. Für meine 1,68 Meter ist es aber perfekt.

Die Griffe des breiten Lenkers liegen gut in der Hand, die Bedienelemente sind leicht erreichbar, und das LED-Matrix-Display ist bei Sonne klar ablesbar.

Allerdings: Die Verkabelung vor dem Lenkerlicht stört die cleane Optik, das hätte der Hersteller besser lösen können. Ebenso wie das via Solar betriebene Plastikrücklicht. Das sieht nicht nur billig aus, sondern schaltet sich auch je nach Lichtverhältnissen nicht richtig an oder aus. Das ist umso nerviger, weil es keine Power-Taste gibt.

Ihr solltet also auf jeden Fall entweder optional erhältliche Sattel-Rückleuchte bei Engwe kaufen oder ein anderes beliebiges Anstecklicht nutzen.

Häufig gestellte Fragen
Technische Spezifikationen

MaterialCarbonfaser
Motor250W Ananda bürstenloser Mittelmotor
SensorTretkraftsensor (Torque Sensor)
Drehmoment80 Nm
Reifen700 × 42C Speichenreifen
BeleuchtungFrontlicht & Solarbetriebenes Rücklicht
SchaltsystemSHIMANO 7-Gang-Schaltung
Bremsen160 mm hydraulische Scheibenbremsen vorne & hinten
Akku36V 10Ah herausnehmbarer Lithium-Ionen-Akku
Geschwindigkeit25 km/h
Reichweite100 km (im PAS-Modus Stufe 1)
Ladezeitca. 1,5–2 Stunden (abhängig vom Ladezustand des Akkus)
Maximale Steigfähigkeit10°
AnzeigeLED-Display
Fahrradgewicht19 kg (41,88 lbs)
Bruttogewicht28,6 kg (63,05 lbs)

Preis und Verfügbarkeit

Das MapFour N1 Pro ist im offiziellen Shop sowie bei Amazon für circa 2.200 Euro in den Farben Tintengrün und Kohlegrau erhältlich. Engwe bietet zudem diverses Zubehör wie bessere Rückleuchten sowie ein Fahrradschloss an.

Meine Erfahrung: So fährt sich das MapFour N1 Pro im Alltag

Der 250-Watt-Ananda-Mittelmotor mit 80 Nm Drehmoment ist das Herz dieses smarten Drahtesels und schiebt euch kräftig und unmittelbar nach Pedaltritt an. Ampelstarts oder kleine Hügel sind kein Problem. Doch selbst bei steileren Bergen lässt euch das Bike dank der Motor-Power und der Shimano 7-Gang-Schaltung nicht im Stich.

Der Mittelmotor ist leise und kraftvoll - ideal für den urbanen Alltag. Der Mittelmotor ist leise und kraftvoll - ideal für den urbanen Alltag.

Heißt aber auch: Das MapFour N1 Pro setzt auf eine Kette statt auf einen Carbonriemen. Ich bin zwar ein großer Fan von wartungsarmen Riemenantrieben, weil's weniger Arbeit und Dreck bedeutet, doch gerade in hügeligeren Gegenden ist die Gangschaltung eine enorme Hilfe – auch wenn ich persönlich meist nur in den oberen drei Gängen unterwegs war. Für den urbanen Alltag reicht das locker aus.

Die Kettenschaltung ist für ebene Straßen und leichte Hügel geeignet. Die Kettenschaltung ist für ebene Straßen und leichte Hügel geeignet.

Der Motor bietet fünf Assistenzstufen, die euch bis zu einer gewissen Geschwindigkeit unterstützen. Je höher die Stufe, desto stärker ist auch der Antrieb. Vor allem auf Level 5 fährt sich das MapFour N1 Pro ausgesprochen spritzig – das macht Laune.

Da ist es fast schon schade, dass der Motor bei 25 km/h abriegelt und nicht die erlaubte Toleranz bis zu 27km/h mitnimmt. Das N1 Pro fährt sich so agil, wendig und flott, dass ich schnell am Limit angelangt bin.

Über diese Grenze hinaus lässt sich das Bike dank der Gangschaltung aber ebenfalls angenehm bewegen. Die hydraulischen 1600mm-Bremsen bringen euch zudem sicher zum Stehen.

Apropos angenehm: Dass lediglich ein Tretkraftsensor anstelle eines Drehmomentsensors verbaut wurde, merkt man kaum. Engwe hat den Sensor so gut abgestimmt, dass sich das Fahren erstaunlich natürlich anfühlt.

Geschmackssache ist dagegen die sportliche Geometrie. Der breite Lenker, die halb aufrechte Sitzhaltung – das muss man mögen. Für kurze Pendelstrecken ist das OK, für ausgedehnte Touren würde ich jedoch zu einer bequemeren Haltung tendieren.

Immerhin: Die Griffe fühlen sich gut an und bieten einen guten Grip. Ebenso wie die 700x42C-Reifen, die auf Asphalt mühelos gleiten und auch abseits befestigter Wege kleine Unebenheiten abfedern.

Für Kopfsteinpflaster, Schlaglöcher oder gar Offroad-Touren ist das MapFour aufgrund der fehlenden Federgabel aber nicht geeignet.

Batterie: Blitzschnell geladen, aber kurze Beine

Wie bei allen schlanken City-Pedelecs stellt sich auch hier die Frage: Wie weit kommt man mit so einem schmalen Akku? Im Falle des MapFour N1 Pro leider nicht besonders weit.

Der Akku lässt sich entnehmen und via Schloss verriegeln. Der Akku lässt sich entnehmen und via Schloss verriegeln.

Klar, der 360-Wh-Akku ist nicht für Marathons gemacht. Die von Engwe beworbenen 100 Kilometer schafft das Fahrrad aber wohl nur unter Laborbedingungen mit zugedrücktem Auge – ich kam mit 58 Kilogramm Körpergewicht und Assistenzstufe 3 bei schönem Wetter auf gerade mal 30-40 Kilometer. Hier hätten es gern 10 Kilometer mehr sein dürfen.

Für Pendler mag das dennoch ausreichen, zumal die entnehmbare 36V/10Ah-Batterie in maximal 2 Stunden voll aufgeladen ist. Das macht die geringe Reichweite zum Teil wieder wett.

Smarte Features für mehr Komfort & Sicherheit

Wie eingangs erwähnt, bietet das MapFour N1 Pro allerhand smarte Funktionen, die vor allem die Sicherheit beziehungsweise den Diebstahlschutz erhöhen, darunter:

Eine elektronische Wegfahrsperre: Im ausgeschalteten Zustand wird das Hinterrad verriegelt. Ihr könnt in der App einstellen, dass sich das Fahrrad automatisch entsperren soll, wenn es euer Handy in der Nähe erkennt.

Das Smart Lock verriegelt mit einem Metallbozen das Hinterrad, wenn ihr es ausgeschaltet habt. Das Smart Lock verriegelt mit einem Metallbozen das Hinterrad, wenn ihr es ausgeschaltet habt.

Da das aber nicht immer reibungslos funktionierte, habe ich eine vierstellige Pin eingerichtet, die man am Bordcomputer eingibt. Nicht die schnellste Variante, aber schneller als das Handy aus der Tasche zu ziehen und manuell zu entriegeln.

Alarmanlage: Selbst bei der kleinsten Bewegung schrillt ein Alarm los, was potenzielle Diebe abschrecken soll. Für meinen Geschmack könnte der Alarm aber noch etwas lauter sein.

GPS-Tracking: Ihr könnt in der App jederzeit sehen, wo sich das Fahrrad befindet; bei unerlaubter Bewegung erhaltet ihr eine Push-Nachricht aufs Handy. Ihr könnt via Geofencing zudem Sicherheitszonen einstellen, wobei die Übersetzung gerade hier (Schafzaun?!) noch zu Wünschen übrig lässt.

Das GPS-Modul im Rahmen sorgt dafür, dass ihr jederzeit das Bike orten könnt. Das Modul wird von einem extra Akku gespeist und funktioniert auch, wenn die Batterie leer ist. Das GPS-Modul im Rahmen sorgt dafür, dass ihr jederzeit das Bike orten könnt. Das Modul wird von einem extra Akku gespeist und funktioniert auch, wenn die Batterie leer ist.

Darüber hinaus gibt's auch eine in das Display integrierte Navigationsfunktion, die allerdings zu ungenau ist. Sie zeigt lediglich Pfeile, aber keine Entfernung an – vor allem in der Innenstadt kaum zu gebrauchen.

In Gegenden mit weniger Abbiegungen wie auf dem Land oder städtischen Speckgürtel erfüllt sie ihren Zweck. Ich würde mich jedoch nicht auf sie verlassen und lieber eine Handyhalterung für den Lenker empfehlen.

Die Navigationsanzeige ist in der Innenstadt zu ungenau. Auf dem Land mit weniger Abbiegungen ist sie zweckdienlich. Die Navigationsanzeige ist in der Innenstadt zu ungenau. Auf dem Land mit weniger Abbiegungen ist sie zweckdienlich.

Eine elektronische Klingel wie etwa das VanMoof S5 oder Lemmo One bietet das MapFour N1 Pro übrigens nicht. Diese klingen aber meist ohnehin gewöhnungsbedürftig und bringen kaum Mehrwert.

Die App bietet eine Navigationsfunktion, die Möglichkeit, Fahrten aufzuzeichnen sowie einige Einstellungen für die smarten Funktionen. Die App bietet eine Navigationsfunktion, die Möglichkeit, Fahrten aufzuzeichnen sowie einige Einstellungen für die smarten Funktionen.

Solltet ihr euch das MapFour N1 Pro kaufen?

Das MapFour N1 Pro ist nicht für jeden geeignet, aber besonders attraktiv für …

  • Urbane Pendler unter 1,85 m, die ein leichtes, smartes City-Bike suchen
  • Technik-Fans, die GPS, App-Steuerung und Diebstahlschutz zu schätzen wissen
  • Stilbewusste Fahrer, die Wert auf ein außergewöhnliches Design legen

Alternativen zum MapFour N1 Pro

Falls der N1 Pro nicht ganz passt, hier drei Alternativen für urbane Pendler und Technik-Fans:

  • Tenways CGO600 Pro: Leichter (16 kg) sowie mit wartungsarmem Carbonriemen, aber weniger kraftvoll (40 Nm, Hinterradmotor) und etwas weniger komfortabel.
  • Lemmo One: Der größte Konkurrent mit noch mehr smarte Features wie eine elektronische Klingel und abnehmbare Powerbank sowie besseres Licht und inklusive Gepäckträger.
  • Cowboy: Stylisches Design, App-Integration und sensationelle App: Wer es noch digitaler will, greift zum Cowboy.

Fazit zum MapFour N1 Pro

Der Engwe MapFour N1 Pro ist ein E-Bike für Pendler und Technik-Fans, die nicht mehr als 10–20 km am Tag fahren. Der direkte Motor, der leichte Carbonrahmen und die zuverlässigen Sicherheitsfeatures machen das Bike zum Spaßbringer in der Stadt.

Die schnelle Ladezeit gleicht die magere Reichweite (30–40 km) aus. Schwächen wie die dürftige Navigation, das überflüssige Ambient Light und das schwache Rücklicht nerven, sind angesichts des Preises aber zu verschmerzen.

Für 2.200 Euro liegt es jedoch gleichauf mit dem Lemmo One MK2, das für den Preis aber das deutlich bessere Gesamtpaket bietet: Höherwertige Komponenten (zum Beispiel Schaltung und Bremsen), ein vorinstallierter Gepäckträger, ein akkubetriebenes Rücklicht und nicht zuletzt den innovativen Smartpac-Akku, der sich als Powerbank nutzen lässt.

Das Engwe Mapfour N1 Pro ist keineswegs ein schlechtes Rad und kann für all jene, die maximales Drehmoment für steile Berge priorisieren und Wert auf einen Vollcarbon-Rahmen legen, eine geeignete Alternative sein.

Ihr solltet euch aber unbedingt über zertifizierte Werkstätten in eurer Umgebung informieren. Habt ihr vor Ort einen Reparatur-Shop, spart ihr euch im Zweifel viel Nerven.

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