Pünktlich zum Frühling bringt Sushi die überarbeitete Version seines City-Pedelecs raus: das Sushi Bike 3.0+. Die neue Variante des bekannten V3-Modells bleibt dem schlanken, urbanen Konzept treu, bringt aber einige kleinere Verbesserungen mit.
So wurden einige hochwertigere Komponenten wie ein leichter laufendes Ritzel und ein korrosionsbeständiges Tretlager verbaut. Ständer sowie Schutzbleche, die zuvor noch separat gekauft werden mussten, sind jetzt ebenfalls im Paket enthalten – ohne dass der Preis die 1.500-Euro-Grenze sprengt.
Wie gewohnt steht Minimalismus im Fokus: keine App, kein Schnickschnack, einfach fahren. Und tatsächlich bin ich positiv überrascht worden.
Mein Test offenbart aber auch: Dem neuen Sushi-Röllchen fehlen im Jahr 2025 womöglich ein paar Zutaten, um mit der Konkurrenz mitzuhalten.
Was ist das Sushi Bike 3.0+ für ein E-Bike?
Falls euch der Name Sushi Bikes
noch nichts sagt: Hinter der Marke steckt ein Münchner Unternehmen, das 2019 gegründet wurde. Die Mission? Flexible, grüne Stadtmobilität für alle zugänglich machen – mit Lifestyle-E-Bikes, die puristisch, stylisch und vor allem bezahlbar sind.
Statt auf smarte Hightech-Spielereien zu setzen, verfolgt Sushi einen klaren Ansatz: Minimalismus trifft urbanen Lifestyle. Die Räder sind daher bewusst einfach gehalten, verzichten auf App-Zwang, Federgabeln oder große Displays.
Was das konkret bedeutet, schauen wir uns jetzt im Detail an.
Verarbeitung & Design
Der Minimalismus fängt beim Design an: Schlanker Alu-Rahmen, ansatzweise versteckte Kabelführung und ein als Wasserflasche getarnter Akku – das Sushi Bike 3.0+ sieht aus wie ein herkömmliches Fahrrad, setzt aber trotzdem moderne Akzente und gefällt mir optisch richtig gut.
Dabei spielt es keine Rolle, ob ihr euch für das von mir getestete Maki
-Modell oder die Tiefeneinsteigervariante namens California Roll
entscheidet. Beide gibt’s in zwei Farben: Schwarz und Matcha-Grün.
Auch die Reifen sind beinahe zurückhaltend schmal. Aufgrund der filigranen Bauweise war ich erst skeptisch, was die Qualität anbelangt, wurde aber positiv beim Auspacken überrascht. Trotz des günstigen Preises wirkt das 3.0+ nicht billig. Die Verarbeitung ist ordentlich, nichts wackelt, klappert oder quietscht.
Das Bike wurde übrigens teilweise vormontiert geliefert, wobei sich die Verpackung und Montage laut Hersteller bis zum finalen Marktstart noch ändern können.
Besonders gut gefallen mir die lackierten Alu-Schutzbleche mit integriertem Rücklicht. Kleine Details, die das Rad deutlich hochwertiger wirken lassen, als ich erwartet habe.
Lasst euch übrigens nicht von meinen Fotos verunsichern, wo das vordere Schutzblech fehlt – beide sind im Lieferumfang enthalten.
Die Schutzbleche sind aus Aluminium. Am Hinterrad gibt es eine Taschenhalterung sowie ein Akku-gespeistes Rücklicht.
Ausstattung & Komponenten
Beim Sushi Bike 3.0+ ist für den Alltag in der Stadt konzipiert und beschränkt sich somit auf das Nötigste. Das heißt: Keine Federung, keine Gänge – die würden ohnehin nur das Gewicht erhöhen. Mit knapp 17 Kilo zählt das Bike zu den Fliegengewichten der Pedelecs. Und das nicht ohne Grund.
Für den Antrieb sorgt nämlich ein mit 200 Watt und 36 Newtonmetern (Nm) vergleichweise schwacher Motor. Nahezu balle mir bekannten City-Pedelecs bieten einen Hinterradmotor mit 40 Nm. Der Sushi-Akku, den ihr auch als Powerbank verwenden und etwa euer Handy laden könnt, ist mit 230 Wattstunden ebenfalls am unteren Ende im Konkurrenzumfeld einzuordnen.
Und wenn wir schon beim Vergleich sind: Wo viele Konkurrenten wie das Tenways CGO 600 (Pro) auf einen wartungsfreien Carbonriemen setzen, kommt beim Sushi-Bike eine Kette zum Einsatz.
Das klingt erst mal negativ, zeigt aber auch eines der Probleme des Sushi-Bikes, auf das ich später noch zu sprechen komme.
Erfreulich dagegen: Das Fahrrad ist dank Katzenaugen, Reflektoren und ausreichend hellen Lampen StZVO-konform. Das kann man leider nicht von allen City-Pedelecs behaupten.
Die Lichter sind fest verbaut, der hintere Reflektor liegt zum Anstecken bei. Dazu gibt's Katzenaugen an den Speichen. So könnt ihr StVZO-konform losradeln.
Neben den erwähnten Schutzblechen gibt’s noch eine Gepäckträgerhalterung sowie einen per Knopfdruck ausfahrbaren Ständer. Bei den Bremsen setzt Sushi auf hydraulische Modelle von Tektro.
Soweit zur Theorie, doch wie sieht es in der Praxis aus?
So habe ich getestet
Ich bin das Sushi Bike 3.0+ zwei Wochen lang gefahren. Dabei war ich auf Asphalt sowie abseits der Straße auf Schotterwegen und Wiesen unterwegs. Ich bin bei Sonne, Wind und Regen gefahren.
Technische Spezifikationen
Motor: 24 V / 200 W
Akku: 24 V / 9,6 Ah, 230,4 Wh
Reichweite: bis zu 75 Kilometer
Maximale Geschwindigkeit: 25 km/h
Ladezeit: 5,5 Stunden
Display: LCD mit 5 Unterstützungsmodi
Rahmen: Aluminium, Rahmenhöhen 50cm, 55cm, 60cm
Gabel: Aluminium
Bremsen: Hydraulische Scheibenbremse, Tektro HD-M275
Felgen: 28 Zoll, 40 mm, 36 H
Reifen: 37-622, SUSHI Logo, Pannenschutz
Antrieb: 46 Zähne x 170 mm, hinten: 18 Zähne
Gesamtgewicht: 17 kg inkl. Pedale
Maximales Gesamtgewicht: 120 kg inkl. Fahrer:in
Garantie: 12 Monate (24 Monate auf Elektronik)
Preis & Verfügbarkeit
Das neue Sushi Bike 3.0+ kann ab sofort für 1.399 Euro bei Sushi vorbestellt werden. Es soll im Zeitraum zwischen April-Mai zum Preis von 1.499 Euro erscheinen.
Wie fährt es sich? Sushi Bike 3.0+ im Alltag
Kurz gesagt: Leicht, wendig und mit E-Schub – aber nicht ohne Eigenleistung. Es gibt fünf Unterstützungsstufen, die ihr über ein minimalistisches Display per Wippmechanik regelt.
Da ein Tretsensor anstelle eines Drehmomentsensors verbaut ist, ist die Unterstützung abhängig von eurer Geschwindigkeit:
- Stufe 1 unterstützt bis etwa 10 km/h
- Stufe 2 auf ca. 15 km/h,
- Stufe 3 auf ca. 18 km/h
- Stufe 4 auf ca. 22 km/h
- und Stufe 5 auf die in der EU maximal erlaubten 25 km/h
Habt ihr also beispielsweise Stufe 2 aktiv, schiebt euch der Motor bis ungefähr 15 km/h sanft an und schaltet sich dann wieder ab. Ihr könnt mit Muskeleinsatz wie bei einem herkömmlichen Fahrrad schneller fahren.
Der Punkt, an dem der Motor abschaltet, ist aber stets spürbar. Es fühlt sich wie ein kleiner Widerstand an. Kein Drama, aber wer Wert auf ein möglichst natürliches Fahrgefühl legt, ist mit einem Drehmomentsensor besser beraten.
Auch wenn ich erst skeptisch war: Der vergleichsweise schwachbrüstige Motor macht trotzdem jede Menge Spaß. Der Anschub ist zwar nicht so spritzig wie beim MOUGG Star oder Tenways, aber je nach Umgebung dank des geringen Bike-Gewichts ausreichend.
Trotzdem merkt man gerade bei Steigungen, dass der Motor nicht viele Reserven hat. Bereits bei einer leichten Steigung kam ich auf Stufe 5 nur noch auf 22 km/h. Selbst auf gerader Strecke ist manchmal auch schon bei 24 km/h Schluss, wo andere Modelle die erlaubte Toleranz von bis zu 2,5 km/h ausnutzen und sogar bis 27 km/h unterstützen.
Die sind zwar auch mit dem Sushi möglich, allerdings nur unter hohem Krafteinsatz. Zumindest empfand ich den Motorwiderstand ab 25 km/h relativ hoch.
Immerhin: Das Bike schiebt mich sogar auf den steilsten Berg in meiner Kleinstadt hinauf – zumindest, wenn ich nicht zwischendrin stehen bleibe. Dann fehlen schlicht die Gänge, um vorwärts zu kommen.
Bedenkt aber, dass ich mit 58 Kilo fast so leicht bin wie das Bike (ähem). Mit mehr Gepäck oder mehr Körpergewicht könnte dem Motor (und dem Akku) schnell die Puste ausgehen.
Zusammengefasst: Die 36 Nm werdet ihr im Vergleich zu 40 Nm anderer Bikes im Alltag höchstens bei starken Steigungen, hohem Gewicht oder starken Gegenwind spüren. Trotzdem schade, dass Sushi nicht mit der Konkurrenz gleichzog und direkt mehr Leistung bietet.
Auch wenn kleinere Hügel kein Problem sind, mag’s das Sushi Bike 3.0+ eher flach. Doch selbst auf ebener Strecke macht sich der fehlende Drehmomentsensor bemerkbar. Aus dem Stand heraus braucht der Motor nämlich eine halbe Kurbelumdrehung, bis er erwacht. Das ist ebenso wie das leicht verzögerte Nachziehen gewöhnungsbedürftig, an Ampeln kam ich aber trotzdem immer gut vom Fleck.
Dennoch: Ich habe bereits E-Bikes mit Tretsensor getestet, wo der Motor weitaus ruppiger auf meine Strampeleinlagen reagierte. Ein Drehmomentsensor wäre zwar wünschenswert gewesen, trotzdem fährt sich das Sushi angenehm.
Was richtig Spaß macht: die Wendigkeit. Durch das geringe Gewicht und die schmale Bauweise flitze ich regelrecht durch den Stadtverkehr. Das Fahrgefühl ist durch den tief sitzenden Lenker sehr sportlich, aber kontrolliert – eher zackig als gemütlich eben.
Komfort ist nämlich nicht die Stärke: Keine Federung, harte Griffe, dünne Reifen – Kopfsteinpflaster wird zur Rüttelparty. Auf Asphalt fühlt sich das Bike super an und auch unebene Wege sind machbar, aber kein Genuss.
Für längere Touren abseits der Stadt ist es ohnehin nicht gedacht, aber selbst in der Stadt gibt’s Schlaglöcher und Bordsteinkanten. Reifen mit einem Hauch mehr Dämpfung oder mehr Grip hätten Wunder gewirkt, denn bei Witterung arten Bremsmanöver schon mal zur Rutschpartie aus.
Dafür schätze ich das im hinteren Schutzblech verbaute Rücklicht, das allerdings leider keine Bremslichtfunktion bietet.
Ein Wort zur Reichweite: Sushi gibt bis zu 75 Kilometer an; im Alltag läuft es bei mir eher auf 50 bis 60 Kilometer heraus. Damit liegt es ungefähr gleichauf mit dem deutlich teureren und klobigeren Cowboy Cruiser.
Für die Stadt ist das auf alle Fälle ausreichend, für Pendler zwischen zwei Städten dürfte der Akku aber zu knapp bemessen sein. Hier hat Sushi einen kleineren Akku zugunsten des niedrigeren Gesamtgewichts verbaut. Kein Beinbruch, aber eben eine Sache, die man wissen sollte.
Extra-Features: Akku als Powerbank – und sonst?
Apropos Akku: Der ist herausnehmbarer und kann als Powerbank verwendet werden. Via USB-C könnt ihr etwa euer Handy oder einen Laptop aufladen – sogar während der Fahrt.
Klar, damit werdet ihr kein Festival-Wochenende durchladen, aber für den urbanen Alltag ist das ein cooles Extra.
Eine LED zeigt euch den ungefähren Ladestand des Akkus. Via USB könnt ihr technische Geräte aufladen.
Doch die Konkurrenz schläft nicht: Das von mir getestete Lemmo One beispielsweise besitzt neben USB-C auch eine USB-A-Buchse und 540 statt 230 Wattstunden Kapazität – trotz ähnlich großen Formfaktors.
Das Problem: Davon abgesehen bietet das Sushi 3.0+ keine Features: Keine App, keine Wegfahrsperre, keinen verbauten GPS-Tracker. Selbst das Display zeigt lediglich Geschwindigkeit und Assistenzstufe – nicht mal die gefahrenen Kilometer können abgelesen werden.
Das Bike wirkt in jeder Hinsicht reduziert und das ist okay. Doch auch wenn ich Minimalismus mag: Die Konkurrenz radelt dem Sushi bereits jetzt davon.
Das Tenways CGO 600 Pro kostet nur 300 Euro mehr, bietet dafür aber einen Drehmomentsensor, einen wartungsarmen Carbon-Riemen statt einer Kette, einen größeren Akku, einen stärkeren Motor sowie eine App mit Navigation. Dafür sind die Schutzbleche sowie das Ansteckrücklicht von minderer Qualität.
Auf der anderen Seite produziert Sushi seine Bikes in Portugal mit 100 Prozent erneuerbaren Energien statt sie um den halben Globus zu schiffen – kein Vergleich zu China-Bikes.
Trotzdem: So schön leicht und wendig das Sushi über die Straße rollt, so schwer ist es angesichts der Alternativen, eine klare Empfehlung auszusprechen.
Wer sollte das Sushi Bike 3.0+ kaufen?
Das Sushi 3.0+ lohnt sich für:
- Preisbewusste Käufer, die ein günstigeres E-Bike suchen
- Stadtfahrer, die ein einfaches und leichtes E-Bike für kürzere Strecken benötigen
- Minimalisten, die ohne Schnickschnack einfach losfahren wollen
Pendler sollten sich je nach Strecke eher nach Alternativen mit größerem Akku umschauen. Und wer digitale Funktionen mag, ist beim Sushi ohnehin an der falschen Adresse.
Mögliche Alternativen zum Sushi Bike 3.0+:
Tenways CGO 600 (Pro): Der wohl größte Konkurrent zum Sushi-Bike. Für ca. 300 Euro mehr bietet es ebenfalls ein minimalistisches Design, hat aber einen stärkeren Motor, Riemenantrieb sowie einen Drehmomentsensor für ein geschmeidiges Fahrgefühl. Die Pro-Variante bietet unter anderem einen herausnehmbaren (größeren) Akku. Dafür sind einige Komponenten wie Schutzbleche und Rücklicht nicht so hochwertig wie beim Sushi.
Fiido C21: Ebenfalls ein leichtes E-Bike für die Stadt mit Drehmomentsensor, 250-Watt-Motor und neun Gängen. Nicht ganz so minimalistisch wie das Sushi-Bike, dafür mit knapp 1.000 Euro noch mal deutlich günstiger.
MOUGG Star CDI: Mit knapp 2.000 Euro ein gutes Stück teurer, das MOUGG verfolgt aber ebenfalls einen puristischen Ansatz – mit deutlich spritziger Beschleunigung und sogar Fernlichtfunktion.
Alternativen zum Sushi Bike 3.0+ im Überblick
| Modell | Preis ca. | Motorleistung & Sensor | Antrieb | Akku-Kapazität | Extras |
| Sushi Bike 3.0+ | 1.499 € | 200 W, Tretsensor | Kette | 230 Wh | Powerbank-Funktion |
| Tenways CGO 600 Pro | 1.799 € | 250 W, Drehmomentsensor | Riemen | 360 Wh | App, Navigation |
| Fiido C21 | ca. 999 € | 250 W, Drehmomentsensor | Kette + 9 Gänge | ca. 208 Wh | Gangschaltung |
| MOUGG Star CDI | ca. 1.999 € | 250 W, Drehmomentsensor | Riemen | 378 Wh | Fernlichtfunktion |
Fazit
Das Sushi Bike 3.0+ punktet mit stylischem Design, geringem Gewicht und fairer Ausstattung zum kleinen Preis. Es hat mich vor allem bei der Qualität und Wendigkeit beeindruckt und auch das Wipp-Display hat es mir angetan.
Für kurze Strecken in der Stadt ist es ein zuverlässiger Begleiter, solange man keine Hightech-Extras erwartet. Mir gefällt das Bike, wirklich – und ich wünschte, es würde noch mehr Potenzial ausnutzen.
Denn: Die Konkurrenz zieht davon. Für dasselbe Geld gibt’s inzwischen mehr Reichweite, mehr Komfort und mehr smarte Funktionen. Das Sushi fährt euch bequem von A nach B, keine Frage, dafür reichen der Motor und Akku in der Stadt aus. Aber warum geht der Hersteller Kompromisse ein? Die meisten Kunden dürften sich dann doch für den etwas stärkeren Motor entscheiden und zur Konkurrenz greifen. Schade.
Im hart umkämpften Markt der City-Pedelecs fehlt dem Sushi ein echtes Alleinstellungsmerkmal abseits des Minimalismus oder Hipster-Gefühls
. Minimalismus und das Gesamterlebnis mögen für manche überzeugen, und grundsätzlich macht man mit dem Bike nichts falsch. Doch ob das genug ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.


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