Dieses Urteil dürfte Epic Games gar nicht gefallen. Wie die amerikanische Verbraucherschutzzentrale FTC mitteilte, muss der Fortnite-Publisher insgesamt rund 126 Millionen Dollar an Kunden zurückzahlen, die durch undurchsichtige Verkaufspraktiken im Ingame-Shop von Fortnite geschädigt wurden.
Konkret geht es dabei um 969.173 Fälle von Käufen, die Kunden eigentlich gar nicht tätigen wollten – und die deshalb nun ihr Geld zurückerhalten sollen. Denn, so befanden die Verbraucherschützer, der Fortnite-Shop sei in der Vergangenheit so aufgebaut gewesen, dass den Nutzern häufig unklar war, wann sie einen Kauf tätigten.
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Hemmschwellen bewusst niedrig angesetzt
Spieler, die sich eigentlich nur einen Skin ansehen wollten, hätten diese etwa häufig versehentlich in ihren Einkaufswagen gelegt. Das Spiel habe dies allerdings nicht korrekt kommuniziert. Wenn dann die Zahlungsdaten mit dem Fortnite-Konto verknüpft waren, wurde es schnell teuer. Das sei vor allem im Fall von minderjährigen Spielern ein ernst zu nehmendes Problem.
Die Verbraucherschützer werfen Epic vor, man habe die Hemmschwellen für einen Einkauf bewusst niedrig angesetzt und dadurch versehentliche Einkäufe in Kauf genommen. Unter anderem wegen dieser betrügerischen Abrechnungspraktiken
war Epic von der FTC im Jahr 2022 zu einer Strafe von 520 Millionen Dollar verurteilt worden. Aus diesem Pool, den die Federal Trade Commission bereits von Epic eingesammelt hat, sollen nun die betroffenen Verbraucher ausbezahlt werden.
Bereits im letzten Jahr hatten die Verbraucherschützer in einem ersten Verfahren Rückzahlungen in Höhe von 72 Millionen US-Dollar angewiesen; jetzt folgt die zweite Welle. Zusammengenommen ergibt sich so eine Gesamtsumme von fast 200 Millionen Dollar, die Epic für seine undurchsichtigen Shop-Mechaniken an Kunden zurückgeben muss.
Es könnte allerdings noch ein bisschen mehr werden; denn US-Bürger, die sich bisher nicht bei der FTC gemeldet haben, haben noch bis zum 9. Juli Zeit, ihre Forderungen bei der Verbraucherschutzzentrale geltend zu machen. Angesichts von prognostizierten Umsätzen von 6 Milliarden Dollar für 2025 dürfte das Epic aber nur geringfügig wehtun. Wahrscheinlich zahlt man solche Strafen einfach aus der Kaffeekasse.

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