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Escape from Tarkov: Endlich auf Steam und sofort 70 Prozent negative User-Reviews - was ist da passiert?

Der Steam-Launch von Escape from Tarkov versinkt im kompletten Fiasko und erntet tausende negative Reviews.

Bei den Steam-Spielern hat Tarkov einen schweren Stand. Bei den Steam-Spielern hat Tarkov einen schweren Stand.

Der Hardcore-Extraction-Shooter Escape from Tarkov ist nach jahrelanger Wartezeit und einer langen Beta-Phase nun offiziell auf Steam gestartet. Doch der Launch am Wochenende entwickelt sich zu einem Fiasko, auf der Shopseite sammeln sich tausende negative Rezensionen.

Aktuell (Stand 17. November) stehen die Reviews bei »Größtenteils Negativ«, nur etwa 30 Prozent der über 17.000 abgegebenen Stimmen sind positiv. Der Grund ist simpel: Die meisten Käufer können das Spiel schlicht nicht starten.

»Der beste Shooter, den ihr nicht spielen könnt«

Der massive Ansturm neuer und alter Spieler zum 1.0-Release hat die Infrastruktur von Entwickler Battlestate Games offenbar komplett überlastet. Spieler berichten übereinstimmend, dass sie nach dem Kauf auf Steam vor einer unüberwindbaren Wand stehen:

  • Serverüberlastung: Die Server für die Account-Autorisierung und das Login sind dem Ansturm nicht gewachsen. Spieler melden in den Steam-Reviews, dass sie sich seit dem Kauf über das Wochenende nicht ein einziges Mal ins Spiel einloggen konnten.
  • Account-Erstellung: Selbst die Erstellung eines neuen BSG-Accounts, der für den Start des Spiels via Steam zwingend erforderlich ist, scheitert. Die offizielle Website des Spiels ist ebenfalls überlastet, bricht Ladevorgänge ab oder hängt in Warteschleifen fest.
  • Fehlermeldungen: Statt in einen Raid zu starten, sehen Neukäufer Ladebildschirme und diverse Fehlermeldungen, wie etwa »Error 213«.

Battlestate Games hat die Probleme auf Steam bestätigt: Man sei sich der Probleme bewusst, arbeite aktiv an einer Stabilisierung und in Zukunft soll es als Entschädigung zwei Skins geben. Für die tausenden Spieler, die für den Titel bezahlt haben und nun vor verschlossenen Türen stehen, ist das bisher nur ein schwacher Trost.

Video starten 2:51 Nach langem Warten kommt der Extraction-Shooter, dem seit fast 10 Jahren alle nacheifern, endlich auf Steam: Escape from Tarkov erreicht 1.0

Spott vom Konkurrenten: Arena Breakout Infinite stichelt

Die ohnehin angespannte Lage wird durch die Rivalität mit MoreFun Studio, den Entwicklern des Konkurrenz-Shooters Arena Breakout Infinite, weiter angeheizt. Das Studio nutzte die Gunst der Stunde für einen mittlerweile gelöschten Beitrag auf X:

Der gelöschte Tweet von Arena Breakout. Der gelöschte Tweet von Arena Breakout.

Der Post zeigte ein Meme, das offensichtlich auf Tarkov abzielte und sich über die massiven Serverprobleme lustig machte. Dies war nicht der erste Konflikt zwischen den Studios; BSG hatte MoreFun in der Vergangenheit offen des Plagiats bezichtigt.

Die Aktion kam jedoch auch in Teilen der Arena Breakout-Community nicht gut an. Kommentare bezeichneten den Tweet als »schändlich« und stillos, woraufhin der Beitrag schnell wieder entfernt wurde.

Die Kontroverse um »715 Team«

Weitaus ernster als technisches Versagen und Branchen-Sticheleien sind die Vorwürfe, die nun parallel zum Steam-Launch erneut hochkochen. Im Netz kursieren erneut Berichte und Bildergalerien, die eine mutmaßliche Nähe von Battlestate Games zu russischen Kriegsbefürwortern thematisieren.

Kern der Vorwürfe ist die Beziehung von BSG-COO Nikita Buyanov zur russischen Waffengruppe »715 Team«. Berichten, unter anderem von PC Gamer, zufolge zeigen Bilder Buyanov beim gemeinsamen Schießen mit Mitgliedern dieser Gruppe. Zudem soll es im Spiel selbst Anspielungen wie Graffiti mit der »715« oder den Slogan »train hard« gegeben haben.

Brisant ist dies, weil »715 Team« laut einem Bericht des ukrainischen Nachrichten-Outlets Babel aus dem Jahr 2022 die russische Invasion der Ukraine unterstützt oder Mitglieder sich sogar daran beteiligt haben sollen.

Battlestate Games selbst hat sich nie formell für die Invasion ausgesprochen. Die Quellenlage ist zudem schwierig, da viele der ursprünglichen Belege wie Instagram-Posts, auf die sich die Berichte stützen, mittlerweile gelöscht sind.

Wir haben bei Battlestate Games ein Statement zu den Vorwürfen angefragt und werden den Artikel entsprechend aktualisieren, falls wir hierzu eine Antwort erhalten.

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