Fallout 5 sollte sich 5 gute Ideen vom umstrittenen Fallout 76 abschauen

Fallout 76 ist mit Sicherheit nicht der beste Teil der Rollenspiel-Reihe. Aber trotzdem würde ich in Fallout 5 gerne manches wiedersehen, was mir im Online-Ableger sehr gut gefällt.

In Fallout 76 stecken einige coole Ideen. In Fallout 76 stecken einige coole Ideen.

Zwar habe ich mit Fallout 76 immer noch so meine Schwierigkeiten, inzwischen habe ich aber doch um die 100 Spielstunden angesammelt und Appalachia auch ein wenig ins Herz geschlossen. Zwar brauche ich in Fallout 5 weder andere Spielerinnen und Spieler in meiner Welt, noch regelmäßige Events, die unaufgefordert Quests starten, aber der Online-Ableger hat trotzdem ein paar richtig gute Ideen mitgebracht. Und die will ich unbedingt auch im nächsten Singleplayer-Fallout sehen!

Mehr Viechzeug

Fallout hat einige ikonische Kreaturen und Gegner: Todeskrallen, Supermutanten oder Mr-Handy-Roboter. Es gibt wahrlich genug tödliche Gefahren im Ödland, die am Boden, in der Luft und im Wasser lauern. Daran sollte sich auch nichts ändern, schließlich muss ich ja an irgendwas mein hochgerüstetes Gaussgewehr testen.

Mirelurk-Königinnen sind ja grandiose Gegner, aber nicht alles im Ödland muss mich unbedingt fressen wollen. Mirelurk-Königinnen sind ja grandiose Gegner, aber nicht alles im Ödland muss mich unbedingt fressen wollen.

Fallout 76 fährt ebenfalls viele fiese Viecher auf, aber belebt das Ödland von Appalachia auch mit jeder Menge neutraler Kreaturen, die sich nicht bei Sichtkontakt auf mich stürzen: Unter anderem laufen hier Füchse, Frösche, Hühner, Bieber, Hasen und Eichhörnchen herum.

Die vielen kleinen Tierarten, die ich nicht zwingend wegkloppen muss, machen die Welt für mich nochmal lebendiger und glaubwürdiger. Auch im Ödland muss schließlich nicht alles eine riesige, aggressive Bestie sein. Und selbst, wenn ich mit meiner Powerrüstung und meinem Gatling-Laser schon durch ein Gebiet gewalzt bin, lebt hier noch etwas, schön. Außerdem will ich nicht wieder wie in Fallout 4 Eichhörnchenfleisch finden, obwohl es keine Eichhörnchen gibt!

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Vielfalt für die Ödland-Küche

Als leidenschaftlicher Beutesammler freue ich mich immer darüber, wenn Spiele mich mit ihrem Loot motivieren. Fallout 4 gelingt das schon sehr gut: Neben Kronkorken sammle ich beim Erkunden obendrein Waffen und Rüstungen, Nahrung und Medizin, Crafting-Material und Sammelgegenstände wie Wackelpuppen oder Magazine, die mir auch noch einen kleinen Bonus auf Skills oder Werte geben.

Fallout 76 hat noch eine neue Idee eingeführt: Freischaltbare Rezepte. Als frisch gebackener Ödländer kann ich mir vielleicht eine Kakerlake am Spieß rösten, aber für fortgeschrittenere Nahrung brauche ich Rezepte, die überall in Appalachia verteilt sind. Eine zusätzliche, willkommene Motivation für mich, jedes Haus und jeden Keller zu durchsuchen. Schließlich bekomme ich etwas, dass mir auch noch beim Überleben hilft und teilweise sogar mächige Vorteile gewährt!

Außerdem fände ich es schön, wenn Fallout 5 die doch etwas eintönige Rezeptauswahl von Fallout 4 erweitert. Gebt mir, Tee, Kuchen, selbst gebrannten Schnaps! Nur weil Postapokalypse ist, muss man ja nicht immer nur ein Stück sehniges Fleisch über dem Feuer braten.

Spektakuläre Stürme

Zwar gefällt mir die Optik von Fallout 76 nicht immer, aber eine coole Mechanik sorgt für ein großes Atmosphäre-Plus. Es geht mir um das dynamische Wetter. In Fallout 76 erlebe ich nicht nur wechselnde Wetterbedingungen, Wolken, Regen und Strahlungsstürme lassen sich auch dabei beobachten, wie sie über die Spielwelt ziehen. Wenn in der Ferne Wolken aufziehen und leiser Donner zu hören ist, zieht das Gewitter vielleicht schon bald zu mir.

Bei mir scheint die Sonne, aber unten durchs Tal ziehen Regenwolken. Bei mir scheint die Sonne, aber unten durchs Tal ziehen Regenwolken.

Das Gefühl eines realistischen Wetterwechsels ist nicht nur atmosphärisch, sondern sorgt auch für mehr Immersion, und das ist für die lebendigen Welten von Bethesda immer ein großes Plus.

Muffige Moore

Fallout 76 hat einige Schwächen, seine Welt ist aber in mehrerer Hinsicht ein großer Pluspunkt. Besonders gut gefällt mir die Kreativität, die in das Design der unterschiedlichen Regionen und Biome geflossen ist. Deren Aussehen ist direkt mit ihrer Geschichte verknüpft: Ash Heap sah als Kohle-Abbaugebiet schon vor dem Atomkrieg apokalyptisch aus: Schmutzige Luft, wenige, verkümmerte Pflanzen, und unlöschbare Brände machen die Region zu einer Todeszone.

The Mire ist dagegen ein sumpfiger Wald, dessen riesige Bäume und Ruinen von invasiven roten Schlingpflanzen überzogen werden, deren Entstehung einer nuklearen Katastrophe zu verdanken ist. Goldenes Licht fällt hier durch das Laubdach, kann aber nicht das ungute Gefühl vertreiben, während man die komplett überwucherten Ruinen erkundet.

Die Lichtstimmung im Sumpf ist immer richtig dramatisch. Die Lichtstimmung im Sumpf ist immer richtig dramatisch.

Worauf ich hinaus will: Viele Regionen von Fallout 76 haben ihren ganz eigenen Charakter und fühlen sich beim Erkunden fast schon wie ein anderes Spiel an. Das sorgt für Abwechslung, aber es wurden auch nicht einfach unrealistische Biomgrenzen gesetzt, sondern ihre Ausbreitung und Grenzen glaubhaft erklärt.

Für Fallout 5 würde ich mir auch eine Welt wünschen, die nicht nur aus mehr oder weniger toten Bäumen besteht, sondern auch etwas mehr Natur und Abwechslung zulässt. Das ist doch spannender als nur vertrocknetes Ödland!

Besseres Bauen

Der Baumodus in Fallout 4 war 2015 für mich eine Offenbarung. Endlich konnte ich die Postapokalypse nicht nur erkunden, sondern sie mir auch zur Heimat machen und sie wiederaufbauen. Hunderte Stunden lang habe ich Hütten zusammengezimmert, Mauern errichtet, dekoriert und eingerichtet. Außerdem habe ich mir dutzende Mods heruntergeladen, denn mit der Auswahl von Bethesda bei Bauteilen und Deko war ich nicht immer zufrieden.

Fallout 76 hat hier schon einiges verbessert, was ich hoffentlich auch in Fallout 5 wiederfinde. Statt nur die schmutzigsten und schrägsten Bruchbuden zu basteln, kann ich hier auch deutlich stabilere Holzkonstruktionen errichten, die keine Löcher im Dach haben. Das ist doch deutlich glaubhafter, als das Menschen wirklich dauerhaft unter löchrigen Wellblechplatten hausen würden.

Ein zweiter Pluspunkt: Ich kann nicht nur an ausgewählten Orten bauen, sondern fast überall in der Open World. Wie oft habe ich in Fallout 4 schon einen Ort gesehen, der eigentlich perfekt für eine befestigte Siedlung wäre, an dem ich aber nicht bauen durfte? Das lässt sich zwar mit Mods umgehen, dabei kann man aber auch einiges kaputt machen. Ich hoffe, das nächste Fallout lässt mich meinen Baugrund von Anfang an frei wählen.


Kommentare(1)
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