In Fantasy-Büchern lesen wir immer wieder von atemberaubenden Bällen, wunderschönen Kleidern und jeder Menge Magie. Gerade in sogenannten Romantasy-Büchern (also einem Genre-Mix aus Fantasy und Romance) gibt es oft solche Ballszenen, die uns träumend zurücklassen. Was würden wir tun, wenn wir auf so einem Ball wären?
Seit einiger Zeit ist diese Idee keine reine Fantasie mehr, sondern die Realität. Besonders in Amerika und England erfreuen sich sogenannte Fantasy-Bälle bereits großer Beliebtheit. Jetzt schwappt das Phänomen auch nach Deutschland rüber. Ich war bei einem der ersten deutschen Fantasy-Bälle vor Ort und habe mich für euch umgesehen.
Full Disclosure: Die Karte für den Ball, wurde vom Veranstalter Creative Exhibition Promotions übernommen. Reisekosten und Übernachtung wurden privat bezahlt. Creative Exhibition Promotions hat keinen Einfluss auf die Berichterstattung.
Was erwartet euch auf so einem Ball?
Ich selbst war zu Gast auf dem Chronicles of the Dancing Realm, der am 27. Juli 2024 im Stadtbad in Leipzig stattfand. Jeder Fantasy-Ball ist ein klein wenig anders, was die Ausgestaltung angeht. Grundsätzlich gibt es aber immer einige Eckpfeiler, auf denen das Event aufgebaut ist: fantastische Gewandungen und viel Tanz.
Keine Sorge: Ihr braucht kein gigantisches Ballkleid oder einen Smoking. Mehr als ein T-Shirt und Jeans solltet ihr aber schon aufbringen können. Auf dem Ball habe ich viele tolle Outfits gesehen. Von Leinenhemden, Westen oder auch Gesichtsmasken bis hin zu Reifrock, Feenflügeln oder Drachenhörnern. Eurer Kreativität sind hier nur wenige Grenzen gesetzt.
Auch wer zwei linke Füße oder noch nie einen Tanzkurs besucht hat, braucht keine Angst vor dem Event zu haben. Es gab ein paar geführte Gruppentänze - aber sonst bewegten sich alle einfach rhythmisch zur Musik. Entweder allein, in kleinen Gruppen oder in großen Kreisen. Dabei wechselte die Musik über den Abend hinweg von Bardcore zu einer Musical-Einlage und einem Cello-Duo. Den Ausklang des Abends bildeten klassische Hits der 80er, 90er und 2000er.
Tickets: Die Ticketpreise bewegen sich im höheren, zweistelligen Bereich. Dabei konntet ihr entscheiden, ob ihr ein normales oder ein VIP-Ticket kauft. VIPs durften eine Stunde früher hinein, bekamen ein Freigetränk und konnten an ein Proben für einen Eröffnungstanz teilnehmen, den sie dann nach Einlass für alle vorführten.
Die höherpreisigen Tickets lohnen sich also vor allem für diejenigen, die etwas Ruhe vor dem Sturm wollen und Spaß an solchen Eröffnungstänzen haben.
Orden, Quests und eine Geschichte
Ebenfalls weit verbreitet und sehr beliebt auf diesen Bällen ist das Erzählen einer kleinen Rahmengeschichte. Schon vor Beginn des Balls mussten wir uns einem der drei Fantasy-Orden zuordnen. Nach diesen wurden wir dann während des Balls immer mal wieder sortiert.
Anders als bei den Hogwarts-Häusern kämpften wir aber nicht gegeneinander, sondern mussten gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten: Magie von Questgebern sammeln, etwa das Rätsel eines Drachenorakels zu lösen, und in ein Gefäß packen, um ein magisches Artefakt aufzuladen.
Zusätzlich gab es bei Chronicles of the Dancing Realm noch die Möglichkeit, an schön gestalteten Fotoecken hübsche Bilder zu machen, einen passenden Kopfschmuck, Flügel oder andere Accessoires auf dem kleinen Fantasy-Markt zu kaufen oder auf geführten Touren den Rest des Stadtbads zu sehen.
Für wen sich so ein Fantasy-Ball lohnt - und für wen nicht
Wie ihr vielleicht schon aus meiner Beschreibung herauslesen könnt: Wer bei einem Fantasyball eher an ein klassisches LARP-Event mit passender Sprache und strikten Immersionsregeln denkt, ist hier vielleicht nicht ganz richtig. Der Ball ist in erster Linie eher als Themenabend zu verstehen, bei dem ihr eure schicksten Kleider auspackt und Gleichgesinnte trefft. Ich habe mich auf dem Abend mit jeder Menge Menschen unterhalten und getanzt, die ich vorher noch gar nicht kannte.
Ähnlich sieht es auch beim immersiven Storytelling aus: Ihr solltet hier keine tiefgreifende Geschichte erwarten, wie ihr sie beim Pen&Paper erlebt - zumal die Questgeber manchmal schwieriger zu finden sind als ein Mitarbeitender im Baumarkt. Dafür sind die Story-Abschnitte liebevoll inszeniert und schaffen dank der Orden ein kurzes Teamgefühl und sorgen vielleicht für den ein oder anderen Gesprächsstoff, um das Eis zu neuen Bekanntschaften zu brechen.
Die Auswahl der Musik-Künstlerinnen und -Künstler war hervorragend und brachte einen schönen Mix aus verträumten Klängen und Party-Stimmung. Wer in seinem Tanzstil flexibel ist und Spaß an vielen Musikrichtungen findet, kommt hier auf jeden Fall auf seine Kosten. Freunde des klassischen Paartanzes können auch den ein oder anderen ChaCha oder Discofox aufs Parkett legen - für lange Wiener-Walzer-Einlagen war der Ball allerdings die falsche Anlaufstelle.
Alles in allem kommen hier diejenigen auf ihre Kosten, die Fantasy-Atmosphäre lieben und diese Liebe mit Gleichgesinnten teilen wollen, ohne sie mit jeder Pore leben zu müssen. Das Event ist für alle einen Blick wert, die sich für einen Abend in tollen Kostümen und einer sehr positiven, mitreißenden Stimmung verlieren wollen, ohne wie bei LARP oder DnD zu tief in das Rollenspiel einsteigen zu müssen.
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