Mein erster Festivalbesuch war 1995 und es war ausgerechnet das (damals noch gar nicht so) legendäre Wacken Open Air. Einige meiner damals favorisierten Bands im Lineup und dann nur etwa 40 Kilometer entfernt, perfekt!
Mein erstes Festivalsetup als gerade 18-jähriger Newbie hingegen bestand nicht aus favorisierten Teilen, sondern aus einem Zelt, das so klein war, dass meine Füße draußen schlafen mussten, einem Campingkocher aus dem Baumarkt, viel Bier und ein paar Dosen Ravioli. Die Älteren werden jetzt vielleicht jubeln So muss das sein! DAS ist Festivalfeeling!
, inzwischen sind aber 30 Jahre vergangen und mein vom nicht sehr bewussten Leben verunstalteter Körper sieht das ein wenig anders.
Oder mit anderen Worten: Heute ist mir ein wenig Komfort schon wichtig und außerdem gibt es mittlerweile ja doch etwas mehr akkubetriebene Technik, die das Leben angenehmer macht, und die das Festivalerlebnis zwar verändert, aber nicht unbedingt verschlechtert.
Natürlich ist es irgendwie total Festival!
, sich tagelang von lauwarmen Pastaprodukten aus der Aludose zu ernähren und im Idealfall nur ebenfalls lauwarmes Bier zu trinken. Tatsächlich rief ich jüngst nach dem Öffnen einer gut erwärmten Dose Kaltgetränk unbewusst Hui, das schmeckt nach Wacken
aus und verwirrte damit meinen Sohn nachhaltig.
Meine Rettung: Strom für unterwegs
Ok, ich bin ein Nerd und auch wenn man mich mitunter auf Liverollenspielen antrifft, von denen die meisten wohl eher die wenig technisierte Fantasy-Version wie das Conquest of Mythodea kennen dürften, mag ich elektrisch betriebene Geräte wie kleine Kühlschränke oder Kühlboxen, wenn es draußen brüllend warm ist. Oder Abspielgeräte für eigene Musik wie Smartphone und mobile Lautsprecher.
Ihr ahnt die jetzt folgende Floskel: Aber all diese Geräte brauchen Strom. Und Festivals neigen dazu, immer länger zu gehen, das bereits gelobte Wacken Open Air beispielsweise bietet euch die Option, gleich eine ganze Woche auf dem Holy Ground zu verbringen. So viele Powerbanks kann man gar nicht mitschleppen.
Egal, ob Zelt oder Camper, die Anschaffung einer Powerstation, dem großen Bruder der Powerbank also, lohnt sich aus Komfortgründen fast immer. Außer vielleicht für den ehrwürdig ergrauten Hippie, der uns eines Nacht am Lagerfeuer ein Loblied auf ein untechnisiertes Leben sang, dann aber doch ganz glücklich über eiskalte Getränke war.
Powerstations gibt es nicht nur in der großen Heimvariante mit zwei oder mehr Kilowatt Speicherkapazität, sondern auch in eher handlich. Je kleiner, desto geringer ist die Kapazität, aber auch die ausgegebene Wattzahl. Das solltet ihr bedenken, wenn ich euch gerade neugierig gemacht haben sollte. Eine kleine Powerstation mit einer halben Kilowattstunde gespeicherter Energie und einem Output von 300 Watt wird euren Wasserkocher beispielsweise nicht betreiben können - der frisst die Watt eher vierstellig.
Für eine Lagerplatzbeschallung und einen mobilen Kühlschrank oder eine Kompressorkühlbox, einen Ventilator oder ähnliche Erfrischungen reicht es aber üblicherweise. Wenn das Ding nur nicht nach ein paar Stunden leer wäre.
Strom aus der Sonne ist ein Gamechanger auf dem Festival
Nun gibt es bei Festivals gefühlt nur die Varianten "Staubtrocken mit viel Sonne" oder "Matsch mit Dauerregen". Bei letzterer bleiben die Getränke meist von sich kühl, bei erster Variante bietet sich die Nutzung eines mobilen Solarpanels an, um einfach selbst Strom zu erzeugen. Wer tagsüber eh scheintot auf der Isomatte liegt, findet pünktlich zum Mainstage-Bass-Weckruf eine volle Powerstation für die Schandtaten des Abends und der Nacht vor.
Solltet ihr mehr Platz haben: Die großen Powerstations mit 2 oder mehr kWh Kapazität bieten nicht nur mehrere tausend Watt für angeschlossene Endgeräte, können also auch den heiligen Kaffeekocher betreiben, sie können auch flexibel genutzt werden. Daheim können sie beispielsweise als Energiespeicher fürs Balkonkraftwerk dienen, um dann im Urlaub beim Camping oder eben dem Festival Strom zu spenden. 90 Prozent des Jahres hilft die Powerstation dann also, ihren Kaufpreis wieder irgendwie zu erwirtschaften, indem sie Strom spart.
Damit eine Powerstation auch festival- oder campingtauglich ist, benötigt sie aber einen integrierten Wechselrichter für den DC-Akkustrom auf den AC-Strom, den unsere elektrischen Geräte bevorzugen. Und damit einhergehend natürlich passende Schuko-Steckdosen. USB ist üblicherweise eh vorhanden, einige Modelle laden euer Handy sogar drahtlos.
Als guter Festivalkompromiss haben sich für mich Modelle mit 1 kWh erwiesen - nicht zu groß und schwer, aber mit genug Leistung für den Festival- (oder LARP-)Alltag. Dazu ein faltbares PV-Modul und schon fließt nicht nur das Kaltgetränk, sondern auch der Strom jederzeit in ausreichenden Mengen.






Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.