Bayerns einzige E-Feuerwehr: Nach einem Jahr fällt das Fazit für elektrische Löschfahrzeuge klar aus

Die Werkfeuerwehr der TUM beweist, dass Elektrofahrzeuge auch im Notdienst überzeugen können.

So sieht das elektrisch betriebene Feuerwehrauto aus. (Bildquelle: TUM Werkfeuerwehr) So sieht das elektrisch betriebene Feuerwehrauto aus. (Bildquelle: TUM Werkfeuerwehr)

Die Werkfeuerwehr der Technischen Universität München (TUM) ist laut eigener Aussage die einzige Feuerwehr in Bayern, die elektrisch betriebene Hilfeleistungslöschfahrzeuge nutzt. Bei der Einführung vor einem Jahr waren die Zweifel groß, mittlerweile sind die Vehikel aber äußerst beliebt.

So schlagen sich die Elektro-Feuerwehrfahrzeuge

Während E-Mobilität im privaten Sektor schon weit verbreitet ist, setzen Notdienste wie Feuerwehr, Polizei oder Krankenhäuser größtenteils noch auf Fahrzeuge mit Verbrennermotor. Einerseits liegt das natürlich am Angebot, andererseits aber auch daran, dass in diesen Bereichen Themen wie Verlässlichkeit und Reichweite eine noch wichtigere Rolle spielen.

Video starten 1:05 Koop-Brandbekämpfung in Unreal Engine 5: Realistische Feuerwehr-Sim setzt auf Teamwork

Entsprechend groß war die Skepsis laut der TUM bei einer intern durchgeführten Befragung von Feuerwehrleuten vor der Einführung. Ein Notfall sei nun mal nicht der richtige Rahmen für Experimente, es brauche Material, auf das man sich im Ernstfall verlassen könne.

Dennoch entschied sich Jürgen Wettlaufer, der Leiter der Werkfeuerwehr, dagegen, nochmal in Verbrenner zu investieren. Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit seien wichtige Themen, denen sich die TUM verschrieben habe.

Geordert wurden deshalb Modelle vom Hersteller Rosenbauer mit 490 PS Leistung, einem modernen Bedienkonzept und einem mit Bio-Diesel betriebenen Range Extender. Der kann die Batterie bei Bedarf im laufenden Betrieb aufladen, wodurch die Reichweite sogar größer ist als bei Dieselfahrzeugen.

Da die Werkfeuerwehr der TUM pro Einsatz im Schnitt lediglich 2,4 Kilometer zurücklegen muss, können so gut wie alle Einsätze nur mit der Batterie erledigt werden.

Fazit nach 12 Monaten: Nach einem knappen Jahr sind die Zweifel verflogen. Die elektrisch betriebenen Hilfeleistungslöschfahrzeuge sind bei den Feuerwehrleuten sogar sehr beliebt, unter anderem wegen der geringeren Lärmentwicklung. Feuerwehrfrau Isa Kraus sagt etwa:

So können wir uns viel besser miteinander verständigen, das ist großartig. Man versteht auch den Funk und die Kollegen ohne Probleme, muss nicht dauernd nachfragen – ein großer Sicherheits- und Komfortgewinn.

Demnächst soll das Aufladen der Fahrzeuge durch Photovoltaikanlagen auf dem Dach der Feuerwache ebenfalls noch nachhaltiger gestaltet werden. Das »Experiment« ist also ein voller Erfolg und könnte als Paradebeispiel für andere Feuerwachen dienen.

zu den Kommentaren (38)

Kommentare(38)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.