Bei den Arbeiten am Tuning-Guide für den neuen Flight Simulator 2024, der voraussichtlich am heutigen 25. November auf GameStar.de erscheint, bin ich über eine Option mit besonderen Auswirkungen gestolpert.
Besonders deshalb, weil ich mich in meinen 14 Jahren als Hardware-Redakteur nicht daran erinnern kann, je einem einzelnen Grafik-Setting begegnet zu sein, das auf der niedrigsten Stufe alleine bereits so einen großen Unterschied für die Optik und die FPS ausmacht.
Es geht um die Einstellung Grad der Detailgenauigkeit des Terrains
. Beispiel für ihre Auswirkungen auf die Grafik gefällig? Bitte sehr:
Ich muss das noch einmal betonen: Der krasse optische Unterschied, den ihr oben seht, entsteht nicht etwa durch den Wechsel des gesamten Presets, wie man vermuten könnte.
Dafür ist stattdessen einzig und alleine das Verändern des Grades der Detailgenauigkeit des Terrains verantwortlich. Alle anderen Settings sind auf den beiden Screenshots exakt gleich.
Was die Option bewirkt:
- Die Einstellung sorgt nicht nur beim Gelände in relativ kurzer Distanz für eine äußerst simple Darstellung, sondern auch bei Gebäuden.
- In etwas weiterer Entfernung verschwinden dann selbst die kantigen Objekte, die Bäume und Häuser darstellen sollen und es bleiben nur platte, unscharfe Texturen übrig.
Beim Erstellen der Bilder hatte ich übrigens kein Problem mehr, auf die Server zu kommen. Inwiefern das letzte Woche noch anders ausgesehen hat, erfahrt ihr im folgenden Video:
16:02
Flight Simulator 2024 mit Fehlstart - Das ist (noch) nicht genug, Microsoft!
Welchen Eindruck der Flight Simulator 2024 aus spielerischer Sicht bisher auf uns macht und wo seine Stärken und Schwächen liegen, erfahrt ihr in unserem Vorabtest:
Flight Simulator 2024: Unser Zwischenbericht aus dem Testcockpit macht Hoffnung
Was die Option für die FPS bedeutet
Bei derart großen optischen Auswirkungen ist es kein Wunder, dass sich auch die FPS durch die Option enorm verändern können.
Im Beispiel des oben zu sehenden Vergleichsbildes wachsen sie mit einer RTX 4070 in WQHD und Ultra mit DLSS Qualität um stolze 60 Prozent an (44 FPS statt 28 FPS).
Welche Werte für den Grad der Detailgenauigkeit des Terrains auf den verschiedenen Presets festgelegt werden und wo das Minimum und das Maximum liegt, gibt die folgende Tabelle an:
| Minimaler Wert | 10 |
| Preset »Niedrig« | 25 |
| Preset »Mittel« | 50 |
| Preset »Hoch« | 100 |
| Preset »Ultra« | 200 |
| Maximaler Wert | 400 |
Die niedrigste Stufe sieht zwar derart schlecht aus, dass ich sie nicht für einen FPS-Boost empfehlen kann, doch es gibt gute Nachrichten: Wechselt ihr auf den mittleren Wert von 50 statt auf das Minimum von 10, leidet die Optik deutlich weniger bei einem immer noch hohen FPS-Gewinn (ca. 30 Prozent).
Wie stark sich die Performance beim Wechsel verschiedener Werte im Schnitt verbessert, zeigt die folgende Übersicht. Sie basiert auf Messungen aus mehreren getesteten Szenen mit variierenden Settings.
| Wechsel des Terrain-Detailgrads | FPS-Gewinn in Prozent |
|---|---|
| Von 200 runter auf 10 | 55,8 |
| Von 200 runter auf 50 | 31 |
| Von 200 runter auf 150 | 7,4 |
| Von 150 runter auf 100 | 9,7 |
| Von 100 runter auf 50 | 11,3 |
| Von 50 runter auf 10 | 18,9 |
Die optischen Differenzen zwischen den Stufen 10, 50, 100, 150, 200 und 400 seht ihr beispielhaft auf den folgenden Bildern zweier unterschiedlicher Szenen.
Vor dem Blick auf die Bilder noch Hinweis: Für den bestmöglichen Vergleich klickt ihr jedes Bild am besten einmal an und wählt dann unten links In Originalgröße anzeigen
aus, um es in voller Größe herunterzuladen.
Vergleichs-Szene #1
Vergleichs-Szene #2
Auf den Screenshots ist gut zu erkennen, warum die Option zum Terrain-Detailgrad im höchsten Preset Ultra
nicht den Maximalwert von 400 verwendet: Er verändert die Grafik nur noch in sehr großer Distanz und kaum wahrnehmbar. Das ist den FPS-Verlust im Bereich von 20 Prozent nicht wert.
Im Vorgänger beziehungsweise Microsofts Flight Simulator von 2020 war die Option übrigens ebenfalls bereits vorhanden, allerdings mit deutlich geringeren Auswirkungen bei meinen damaligen Messungen für den Tuning-Guide: Hier sind die FPS beim Wechsel von 10 zu 200 nur um etwa 7,4 Prozent gestiegen.
Dabei dürfte aber auch eine Rolle spielen, dass der Flight Simulator zunächst nur mit DirectX 11 erschienen ist.
DirectX 12 wurde später per Patch nachgereicht und auch der neue Flight Simulator läuft mit dieser Schnittstelle. Sie kann die Hardware oft klar besser auslasten.
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