Der Internet-Router ist eines der Geräte, die bei den meisten im Haushalt, permanent eingeschaltet sind und Strom verbrauchen. In Zeiten von steigenden Strompreisen stellt sich dabei natürlich die Frage, ob das unbedingt notwendig ist oder wie man dabei möglichst viel Geld sparen kann.
Die Fritz!Box von AVM ist in deutschen Haushalten besonders beliebt und wir geben euch ein paar nützliche Tipps, wie man sie kosteneffizienter nutzen kann.
Wie viel Euro kostet die Fritz!Box bei permanenter Einschaltung?
Traditionell war es nie ein großes Thema, das Internet-Modem zeitweise zu deaktivieren, weil die Geräte verhältnismäßig wenig verbrauchen und effiziente Stromsparmaßnahmen eingebaut haben. Beispielsweise reduzieren die meisten Fritz!Boxen den Stromverbrauch automatisch, wenn sie eine geringere Nutzung oder weniger Datenverkehr erkennen. Leider sind die Strompreise inzwischen so hoch, dass sich weitere Maßnahmen durchaus lohnen können.
Die meisten Fritz!Boxen haben eine Leistungsaufnahme zwischen 6 und 30 Watt. Wenn man von durchschnittlich 15 Watt und einem Strompreis von 40 Cent pro Kilowattstunde ausgeht, was der kommenden Strompreisbremse entspricht, verursacht das Modem alleine Kosten in Höhe von 52,42 € im Jahr. Ein High-End-Modell, wie die Fritz!Box 7590 AX, verbraucht unter Volllast 30 Watt. In Kombination mit intensiver Internetnutzung, ergibt sich ein Betrag von jährlich 104,83 €.
Es kann sich also lohnen, einen genaueren Blick auf den Verbrauch der Fritz!Box zu werfen und diesen zu optimieren. Somit kann man den ein oder anderen Euro sparen und verschwendet nicht unnötig Energie.
WLAN bei Bedarf ausschalten
Eine ganz einfache Möglichkeit, mit der Fritz!Box Geld zu sparen, ist das WLAN auszuschalten, wenn man es gerade nicht benötigt. Wenn ihr unterwegs seid oder für einige Zeit nicht daheim sein werdet, gibt es keinen Grund, das Drahtlosnetzwerk der Fritz!Box eingeschaltet zu lassen.
Hier ist das Stromsparpotenzial besonders hoch, wenn ihr ein Mesh-Netzwerk mit mehreren Access-Points betreibt. Was das ist und wie es euren WLAN-Empfang zuhause verbessern kann, könnt ihr hier nachlesen:
Zum Ausschalten reicht ein Tastendruck auf die dafür vorgesehene WLAN-Taste auf eurem Modem. Zum Einschalten betätigt ihr die Taste noch einmal. Etwas bequemer geht es auch über die MyFritz!-App von AVM. Beide Methoden sind trotzdem eher umständlich, da jedes Mal eine manuelle Handlung von euch erforderlich ist. Deutlich komfortabler geht es mit der nächsten Methode.
WLAN nach Zeitplan ein- und ausschalten
Über die Benutzeroberfläche der Fritz!Box kann man das WLAN auch zeitgesteuert ein- und ausschalten. Dies könnte vor allem für Arbeitszeiten oder für die Nachtstunden sinnvoll sein. Um einen Zeitplan einzurichten, öffnet ihr zunächst die Benutzeroberfläche der Fritz!Box, indem ihr die URL fritz.box
in einen Browser eingibt.
Euer verwendetes Gerät muss dafür natürlich mit der Fritz!Box verbunden sein - entweder über WLAN oder kabelgebunden. Anschließend müsst ihr euch mit den korrekten Anmeldedaten einloggen. In den meisten Fällen findet ihr diese auf der Rückseite des Routers. Nach der Anmeldung müsst ihr zu WLAN -> Zeitschaltung navigieren.
Zunächst einmal könnt ihr hier die Option Zeitschaltung für das WLAN-Funknetz verwenden
aktivieren. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit, die WLAN-Abschaltung nur zuzulassen, sollte kein Gerät im Drahtlosnetzwerk mehr aktiv sein.
Für die Zeitschaltung selbst habt ihr zwei Optionen:
- Tägliche Abschaltung zwischen zwei vordefinierten Uhrzeiten: Dafür müsst ihr nur den Zeitraum eintragen, indem das WLAN ausgeschaltet werden soll.
- WLAN-Funknetz nach Zeitplan abschalten: Wenn diese Funktion aktiviert wird, öffnet sich eine Wochenansicht, wobei jeder Tag über einen Zahlenstrahl verfügt, bei dem ihr Zeiträume blau oder weiß markieren könnt. Die blauen Bereiche sind die, in denen das WLAN aktiviert ist. Weiß hingegen, wo es deaktiviert ist.
Wenn ihr eure Einstellungen getroffen habt, klickt ihr noch unten rechts auf Übernehmen
und fortan ist das WLAN bei euch Zuhause zeitlich gesteuert.
Fritz!Box mit einer Smart-Steckdose betreiben
Achtung: AVM und die Internetdienstanbieter verteilen Updates der Fritz!Box meistens nachts und daher können euch wichtige Updates entgehen, solltet ihr euch für die nächtliche Abschaltung entscheiden! Zudem sind Internet-Modems dafür konzipiert dauerhaft eingeschaltet zu bleiben. Häufiges Ein- und Ausschalten kann unter Umständen zu Verbindungsproblemen führen.
Ob das komplette Ausschalten des Internet-Modems über bestimmte Zeiträume Sinn macht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Fakt ist, dass man so am meisten Strom sparen kann. Natürlich könnt ihr die Fritz!Box einfach manuell ein- und ausschalten, entweder über die Power-Taste am Gerät selbst oder über eine Steckdose mit Netzschalter. Etwas einfacher geht es für diejenigen, die Zuhause ein Smart Home mit Zigbee- oder Z-Wave-Geräten betreiben. Dann ist es auch möglich, eine smarte Steckdose einzusetzen, da Zigbee und Z-Wave nicht über Wifi, sondern über ihren eigenen Standard kommunizieren. Das bedeutet, dass die smarte Steckdose eure Fritz!Box auch wieder einschalten kann, obwohl euer WLAN-Netzwerk ausgeschaltet ist.
Ein Beispiel hierfür ist das Hue-System von Philips. Die Geräte kommunizieren über den Zigbee-Standard mit einem Hub, der Hue Bridge, miteinander. Alternativ kann man einige der Geräte auch per Bluetooth steuern, wie es zum Beispiel beim Philips Hue Smart Plug der Fall ist. Dann ist es auch möglich, die Steckdose ohne Hub zu steuern.
Mehr zum Thema Smart-Steckdosen, könnt ihr hier nachlesen:
Die LEDs kann man dimmen oder sogar ausschalten
Während sie nützlich sind, um den Status eurer Internet- oder WLAN-Verbindung auf einen Blick zu sehen, verbrauchen die LEDs permanent Energie. Viele haben das Modem auch an einem Ort, an dem man es sowieso nicht sehen kann, daher kann es durchaus sinnvoll sein, die Lichter auszuschalten oder zu dimmen.
Loggt euch hierfür wieder in die Benutzeroberfläche der Fritz!Box ein und navigiert zu System -> Tasten und LEDs -> LED-Anzeige. Hier könnt ihr die LED-Helligkeit in drei Stufen einstellen oder auch ganz ausschalten. Die LEDs leuchten dann nur noch bei wichtigen Ereignissen, Tasteneingaben und beim Neustart der Fritz!Box.
LAN-Anschlüsse in den Green Mode
ändern
Standardmäßig sind alle LAN-Anschlüsse eurer Fritz!Box im sogenannten Power Mode
. Dabei unterstützen sie eine maximale Übertragungsgeschwindigkeit von je 1 Gbit/s. Wenn ihr ein Gerät angeschlossen habt, das ohnehin nicht von dieser Geschwindigkeit profitiert, kann es sich lohnen, den jeweiligen Anschluss in den Green Mode
zu ändern. Dabei wird die Geschwindigkeit auf 100 Mbit/s begrenzt, um den Energieverbrauch zu senken.
Navigiert dafür in eurer Fritz!Box zu Heimnetz -> Netzwerk -> Netzwerkeinstellungen. In der Unterkategorie LAN-Einstellungen
könnt ihr den Modus des jeweiligen LAN-Anschlusses ändern. Vergesst hinterher nicht eure Änderungen wirksam zu machen, indem ihr unten rechts auf Übernehmen
klickt.
Stromverbrauch von USB und Speicher senken
Viele Fritz!Boxen bieten euch die Möglichkeit, ein USB-Speichergerät direkt anzuschließen, um ein einfaches NAS (Network-Assisted-Storage) einzurichten. Wenn ihr diese Möglichkeit nutzt, gibt es auch hier die Möglichkeit den Stromverbrauch weiter zu senken.
Ihr findet die Einstellungen bei Heimnetz -> USB / Speicher -> USB-Einstellungen. Hier könnt ihr festlegen, wie lange es dauern soll, bis das angeschlossene Speichergerät in den Energiesparmodus versetzt wird, sollte es inaktiv sein. Außerdem könnt ihr hier zwischen einem Power- und Green-Mode wählen. Der Power-Modus arbeitet mit voller Leistung und USB 3.0, während der Green-Modus Energie spart, indem die USB-Verbindung auf USB 2.0 eingeschränkt wird.
Spareinstellungen für Telefone
Über die Fritz!Box lassen sich mehrere Schnurlostelefone (DECT-Telefone) anmelden und somit spart man sich eine separate DECT-Basisstation. Auch hierbei gibt es Maßnahmen, um noch etwas Strom zu sparen.
Zuerst loggt ihr euch wieder einmal in die Benutzeroberfläche der Fritz!Box ein. Danach navigiert ihr zu Telefonie -> DECT. Solltet ihr gar keine Telefone verbunden haben, könnt ihr den Haken bei DECT-Basisstation aktiv
einfach entfernen. Andernfalls habt ihr zwei Optionen, die den Stromverbrauch verringern können:
- DECT-Funkleistung verringern: Sollten sich eure schnurlosen Telefone sowieso in der Nähe der Fritz!Box befinden, könnt ihr diese Funktion aktivieren. Die Reichweite eurer Telefone wird dadurch verringert und der Stromverbrauch gesenkt.
- DECT Eco: Wenn diese Funktion aktiviert wird, schaltet die Fritz!Box die Funkleistung komplett ab, wenn sich die verbundenen Telefone im Standby-Modus befinden. Um DECT Eco nutzen zu können, müssen die Telefone selbst die Funktion unterstützen. Hierbei ist es auch möglich, den DECT Eco-Modus permanent eingeschaltet zu haben oder nur für einen benutzerdefinierten Zeitraum.
Abgesehen vom Router stellt sich die Frage, ob es sich auch lohnt, den PC nachts vom Netz zu nehmen. Diese Frage hat sich Alex vorgeknöpft und ihr könnt seine Erkenntnisse hier nachlesen:
Hohe Strompreise: Lohnt es sich, den PC über Nacht komplett vom Netz zu nehmen?
Welche weiteren Stromsparmaßnahmen kennt ihr und könnt ihr anderen empfehlen? Gibt es einen Geheimtipp, den ihr gerne teilen wollt? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.