CD Project Red hat Witcher 3 ein umfangreiches Remaster spendiert. Ich habe mir die technische Seite des Spiels angesehen. Das eigentliche Highlight für mich steckt in der neuen Fassung von FSR.
Was steckt hinter FSR? FSR ist AMDs Upscaling-Technologie. FSR 4 ist offiziell für alle RX 9000er-Karten erhältlich und steht mittlerweile seit FSR 4.1 und dem Treiber-Update 26.6.2 auch für die Modelle der RX-7000er-Reihe zur Verfügung.
Warum ist das Update so wichtig? FSR 4.1 ist ein gewaltiger Fortschritt im Vergleich zu dem älteren 2.0-Modell, welches noch in der alten Witcher-3-Version steckt. Das merkt man vor allem an der Bildqualität, die bedeutend besser ist.
FSR 4 ist ein wichtiges Upgrade, welches die Bildqualität stärker schont
Inwiefern profitiert Witcher 3 davon? Raytracing bietet schöne Lichteffekte, ist aber auch in Witcher 3 enorm anspruchsvoll für eure GPU. FSR 2 kann dem zwar entgegenhalten, aber die Bildqualität leidet darunter.
Mit dem Wechsel auf FSR 4 ist dieser Qualitätsverlust nun deutlich geringer. ComputerBase schreibt etwa, dass FSR 4 ein riesiger Fortschritt zu den alten Modellen sein soll, was ich bestätigen kann. Und die Liste der unterstützten Spiele mit FSR 4 wächst stetig.
Obwohl Grafik-Spielereien wie Pathtracing die Schlagzeilen beherrschen, ist der gewaltige Sprung bei Bildqualität und Performance durch FSR 4.1 für mich das eigentliche Glanzstück der Neuauflage, über das viel zu wenig geredet wird
Wichtig: FSR 4 müsst ihr selbst in der AMD-Software freischalten, ansonsten nutzt das Spiel FSR 3.1, so wie ältere Grafikkarten der 6000er-Reihe. Wie ihr FSR 4.1 auf eurer Grafikkarte aktiviert, erfahrt ihr auf Mein-MMO.de.
Hinzu kommt, dass sich mit Frame Generation (FG) die FPS zusätzlich steigern lassen. Im Test musste ich aber feststellen, dass die Aktivierung von Frame Generation den Bildraten-Limiter im Spiel aushebelt. Die Grafikkarte arbeitet dann unter voller Last, weil die Bilder nicht mehr limitiert sind, erreicht dafür mit FG aber 200 FPS und mehr.
Mein System ist mit Raytracing und FSR 4 weiterhin stark ausgelastet. Bei höchsten Grafikeinstellungen, ohne Raytracing bei Full-HD liegt die Auslastung der GPU bei 83 %, während sich die CPU langweilt. Mit Raytracing steigt die Last noch stärker auf die GPU (95 %). Mit aktivem Frame Generation und FSR 4 sinkt die Last etwas und schwankt zwischen 85 und 91 %.
Mein Testsystem: AMD Ryzen 7 7800X3D, Radeon RX 9070 (16 GB), 32 GB DDR5, M.2-SSD mit 2 TB
Die Unterschiede könnt ihr euch auch in der Bildergalerie ansehen:
Steigere ich die Bildauflösung, etwa von Full-HD (1080p) auf WQHD (1440p), dann steigt die Last noch einmal und ich muss die Qualität reduzieren.
| Full-HD | FPS | CPU | GPU |
| Normal (FG) | 120 (184) | 39 % | 83 % |
| Raytracing | 89 | 35 % | 95 % |
| Raytracing + FG | 166 | 44 % | 91 % |
In WQHD bleibt die Last auf die Grafikkarte unverändert hoch, während die CPU weiterhin zwischen 30 und 40 % liegt. Was ebenfalls auffällt: Der VRAM-Bedarf steigt erst mit Raytracing und Path-Tracing stark, dafür belegt das Spiel 7 bis 8 GB.
| WQHD | FPS | CPU | GPU |
| Normal (FG) | 116 (180) | 36 % | 96 % |
| Raytracing | 77 | 35 % | 96 % |
| Raytracing + FG | 86 | 41 % | 97 % |
Wollt ihr Raytracing unbedingt verwenden und nicht auf hohe Bildraten verzichten, dann ist FSR (4) und insbesondere Frame Generation eine sinnvolle, wenn nicht sogar wichtige Verbesserung.
Was ebenfalls auffällig ist: Bereits auf Full-HD belegt das Spiel zwischen 8 und 10 GB Videospeicher von meiner RX 9070. Mit Grafikkarten die 8 GB oder weniger VRAM haben, dürfte das langfristig ziemlich eng werden. Falls ihr eine neue GPU sucht, schaut euch unsere Empfehlungen an:
Was bedeutet das nun konkret? Habt ihr eine AMD-Grafikkarte der 7000er- oder 9000er-Reihe, dann profitiert ihr enorm von dem Upgrade auf FSR 4.1. Denn die Technik ist der alten 2.0-Version in jeder Hinsicht überlegen. Habt ihr hingegen eine Nvidia-Grafikkarte, dann könnt ihr DLSS 4.5 verwenden. Das stellt ebenfalls eine starke Verbesserung dar.
Pathtracing ist sehr fordernd für die Hardware
Was ist noch neu? Auf technischer Ebene hat Witcher 3 mit dem Remastered auch Pathtracing-Support erhalten. Das basiert wiederum auf Raytracing. Das heißt, ihr braucht entsprechend potente Hardware, um Pathtracing überhaupt stemmen zu können.
In Full-HD heißt das bei mir: Mit Raytracing und Pathtracing sinken die FPS auf im Schnitt 54 FPS, mit Frame Generation bekomme ich rund 100. Selbst dann macht Gaming mit Pathtracing keinen Spaß: Mein Rechner wird laut und die Grafikkarte heiß, daher hab ich die Funktion schnell wieder deaktiviert.
Hinzu kommt: Nvidia-Grafikkarten kommen mit Pathtracing in der Regel besser zurecht als AMD-Karten.
Grundsätzlich bedeutet das aber auch: Wollt ihr die neuen grafischen Features der Remastered-Fassung auskosten, dann benötigt ihr eine entsprechend starke Grafikkarte. CD Project Red hatte die Systemanforderungen für das Remastered bereits nach oben angepasst. Das heißt: DirectX 12 ist jetzt Pflicht, ein Wechsel auf DX11 ist nicht mehr vorgesehen.
Die Entwickler haben aber ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ihr auch die alte Version noch weiterhin nutzen könnt, sollte eure Grafikkarte beispielsweise DirectX 11 nicht unterstützen.
Wie steht ihr zum Remaster und seinen Grafik-Features? Schreibt uns eure Meinung doch hier in die Kommentare und tauscht euch mit der Community zu dem Thema aus.

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