Abnehmbare Controller, Bildschirme, die so groß sind wie bei einem iPad oder eingebaute Tastaturen: Der Markt für Gaming-Handhelds erinnert mich sehr stark an den wilden Westen der ersten Smartphones – und das ist wichtig, auch wenn nicht jedes Gerät ein Erfolg wird.
Noch sind die Hersteller experimentierfreudig
PC-Handhelds gibt es zwar schon länger, aber so richtig sind sie erst mit dem Release vom Steam Deck in Fahrt gekommen. Seitdem sind immer mehr Hersteller auf den Zug aufgesprungen. Und das Beste daran: Niemand will einfach nur Valve kopieren, sondern etwas Eigenes auf den Tisch bringen.
Angesichts dessen erscheinen Gaming-Handhelds mit den verrücktesten Konzepten. Die Hersteller sind noch bereit, Experimente zu wagen, um zu sehen, was funktioniert und was nicht – vorausgesetzt, sie wählen die richtigen Preise.
Hier sind drei Beispiele dafür:
Acer Nitro Blaze 11: Der Handheld besitzt einen gigantischen 11-Zoll-Bildschirm mit abnehmbaren Controllern. Obwohl diese Displaygröße heute für viele absurd klingen mag, erinnert mich das Gerät sehr an die ersten sogenannten »Phablets«.
Zu dieser Zeit haben viele Nutzer Handys jenseits von 6-Zoll für zu groß und unhandlich gehalten. Ich erinnere mich daran, wie Steve Jobs beim iPhone 4 damit geworben hat, dass alle Bildschirminhalte mit dem Daumen erreichbar sind.
Ich war damals ein Early Adopter der Phablets und habe das Sony Xperia Z Ultra in meiner (großen) Hosentasche mit mir herumgetragen. Das Handy hatte einen 6,4-Zoll-Bildschirm, was zu dieser Zeit absolut gigantisch war. Die meisten Geräte hatten zu dieser Zeit ein 5,5-Zoll-Display.
Ein Gaming-Handheld mit 11-Zoll hat heute bestimmt nur eine kleine Zielgruppe, aber ich kann mir gut vorstellen, dass diese in Zukunft größer wird – vor allem, wenn die Geräte besser werden. Die technischen Daten vom Acer Nitro Blaze 11 überzeugen mich bei dem Preis bisher aber nicht.
Tippt hier für die wichtigsten technischen Daten
- CPU: AMD Ryzen 7 8840 HS
- GPU: Radeon 780M
- RAM: 16 GByte
- Bildschirm: 10,95-Zoll-LCD, 2560x1600 Pixel, 120 Hertz
- Akku: 55 Wh mit 100-Watt-Ladeleistung
- Preis: 1.200 Euro
- Release: Q2 2025
Tencent Sunday Dragon 3D One: Wenn wir schon bei riesigen Handhelds sind – auch Tencent hat so einen Handheld auf der CES gezeigt und dieser ähnelt dem Acer Nitro Blaze 11 ziemlich stark. Beide Geräte besitzen ein 11-Zoll-Display, aber der Sunday Dragon 3D One hat ein Feature, das bisher kein einziger PC-Handheld hat: 3D.
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Der große Bildschirm kann 3D ohne Brille anzeigen. Die Technologie erinnert mich an den Nintendo 3DS, aber hier kommt zusätzlich Face-Tracking zum Einsatz, damit der 3D-Effekt nicht bei leichten Kopfbewegungen verloren geht.
Ich kann mir gut vorstellen, wie immersiv das Spielen auf 11 Zoll in 3D sein kann. Dafür könnte die Displaygröße sinnvoll eingesetzt werden.
Tippt hier für die wichtigsten technischen Daten
- CPU: Intel Core Ultra 7 258V
- GPU: Intel Arc 140V
- RAM: 32 GByte
- Bildschirm: 11-Zoll-LCD, 2560x1440 Pixel, 120 Hz, 3D ohne Brille
- Akku: noch nicht bekannt
- Preis: noch nicht bekannt
- Release: noch nicht bekannt
Und ich erinnere mich an Smartphones, die auch einen 3D-Bildschirm mit Face-Tracking hatten. Da war etwa das Amazon Fire Phone. Das Handy war kein Hit und obwohl der 3D-Effekt beeindruckend war, hatte er nur wenig sinnvolle Anwendungszwecke. Bei einem großen Gaming-Handheld könnte das schon anders aussehen.
GPD Win 4 (2025): Wenn ihr ein Millennial so wie ich seid, dann erinnert ihr euch bestimmt noch an die Slider-Handys. Bei den Geräten konnte man den Bildschirm nach oben schieben, um die Tastatur darunter zu offenbaren.
So ein Konzept verwenden die GPD Win 4-Handhelds schon länger. Das Gerät erinnert optisch an eine PSP, aber es handelt sich um einen richtigen PC-Handheld.
Unter dem Slider-Display versteckt sich eine Tastatur mit physischen Tasten. Auf der linken Seite findet ihr einen Fingerabdruckscanner und rechts ein kleines Trackpad.
Tippt hier für die wichtigsten technischen Daten
- CPU: AMD Ryzen AI 9 HX 370 oder Ryzen 7 8840U
- GPU: AMD Radeon 890M oder Radeon 780M
- RAM: 32 GByte
- Bildschirm: 6-Zoll-LCD, 1920x1080 Pixel, 44 und 60 Hz
- Akku: 45,62 Wh
- Preis: 1.174 Euro (Ryzen AI 9 HX 370-Version)
- Release: Januar 2025
Neben dem Design finde ich eine weitere Sache an diesem Handheld besonders interessant: GPD gibt an, dass der Win 4 (2025) auch SteamOS unterstützt. Es ist jedoch möglich, dass der Hersteller damit die bald erscheinende Beta meint, die Valve für alle Gaming-Handhelds angekündigt hat.
53:28
Gaming-Handhelds waren noch nie so gut und es muss nicht immer Steam Deck sein
Je mehr, desto besser
Zweifelsohne wird nicht jeder Gaming-Handheld Erfolge feiern können. Trotzdem sollten wir den frühen wilden Westen der Gaming-Handhelds willkommen heißen. Schaue ich mir heute die Smartphone-Landschaft an, vermisse ich schmerzlich die verrückten Ideen und Innovationen, die ich heute bei den PC-Handhelds sehe.
Wer weiß, wie lange das noch so weitergeht? Vielleicht sehen in 5 Jahren alle Handhelds aus wie das Steam Deck. Das wäre doch langweilig.
Was haltet ihr von den vielen Handhelds, die heutzutage erscheinen? Welcher konnte euer Interesse besonders wecken? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!
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