Viele erinnern sich noch an den originalen Game Boy aus dem Jahr 1989: Er war groß, grau und seinerzeit schlicht genial.
Sieben Jahre lang blieb die Technik im Kern unverändert; die bunte Serie von 1995 tauschte lediglich die Gehäusefarbe.
Erst 1996 kam mit dem Game Boy Pocket eine erste Überarbeitung: Er war kleiner, benötigte zwei AAA-Batterien statt vier AA-Zellen und bot ein kontrastreicheres Display mit neutraleren Graustufen statt des grünstichigen Sumpfdisplays des Originals.
Hinzu kam ein kleinerer Link-Anschluss, der ohne Adapter nicht mehr zum alten Kabel passte.
Was Nintendo allerdings beibehielt, war der Kontrastregler an der Seite. Ein simples Rädchen, das die Bilddarstellung von blass bis nahezu schwarz durchfährt. Dreht man es bis ans obere Ende, wird das Display komplett dunkel und das Gerät wirkt »tot«.
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Der Game Boy Classic von Nintendo war ein Meilenstein!
20 Dollar für den alten Game Boy Pocket
Genau in diese Falle ist offenbar ein Verkäufer getappt. Ein Reddit-Nutzer erwarb eigenen Angaben zufolge im Subreddit r/Gameboy einen vermeintlich defekten Game Boy Pocket für 20 US-Dollar.
Reparaturaufwand: null. Der Kontrast stand demnach wohl schlicht auf Maximum.
Link zum Reddit-Inhalt
Das Besondere daran: Es handelt sich um die durchsichtig-violette »Atomic Purple«-Variante, die wohl vor allem auf dem japanischen Markt verkauft wurde.
Für ein vergleichbares, funktionierendes Modell verlangen andere Verkäufer zwischen 70 und über 100 Euro, meistens sogar deutlich mehr.
Was genau macht der Kontrastregler?
Logischerweise haben die alten Game Boys keine Hintergrundbeleuchtung. Man musste also auf gutes Licht hoffen oder mit entsprechenden Aufsteck-Lampen nachhelfen, um heimlich unter der Bettdecke Wario oder Bowser den Garaus zu machen.
Im Alltag ist allerdings der Kontrastregler an der Seite der beste Freund. Technisch verändert das Rädchen die Spannung beziehungsweise LCD-Ansteuerung des Displays, sodass das gesamte Bild heller oder dunkler erscheint.
Das ist auch praktisch relevant, denn die Bilddarstellung hängt nicht nur vom Umgebungslicht ab, sondern wird bei sinkender Batteriespannung zunehmend blasser und schwerer lesbar.
Wenn der Kontrastregler zu hoch oder zu niedrig eingestellt ist, erkennt man je nach Lichtverhältnissen nichts mehr. Um ein gutes Bild zu erhalten, muss der Regler optimal an die Lichtumgebung angepasst sein (Bildquelle: Patrick S. / GameStar Tech).
Wer über Jahre mit demselben Gerät gespielt hat, hat das Rädchen entsprechend oft nachjustiert. Wer es zuletzt bis zum Anschlag gedreht hat, hinterlässt einen Handheld, der beim nächsten Einschalten scheinbar nichts mehr anzeigt.
Genau deshalb wirkte das Gerät für den Verkäufer vermutlich defekt, obwohl es gar nicht kaputt war.
Vermeintlich kaputter Game Boy? Vier Dinge solltet ihr prüfen
Wer selbst auf dem Flohmarkt oder bei eBay Kleinanzeigen zuschlägt, sollte einige Dinge (nachträglich) überprüfen:
- Am Kontrastregler drehen: Warum, habt ihr bereits gelesen.
- Kontakte vom Staub befreien: Zeit zieht Staub an und der setzt sich mitunter am Modulschacht und Kontakten der Kassetten fest. Dadurch kann es beim Einschalten zu einem vermatschten Bild kommen und das Spiel startet nicht.
- Frische Batterien einlegen und Kontakte kontrollieren: Ausgelaufene Batterien können zu Korrosion an den Kontakten führen. Eine gründliche Reinigung kann das Gerät möglicherweise noch retten.
- Vertikale Linien, Flackern oder Aussetzer: Solche Symptome können auf einen Defekt am Display selbst, an der Ansteuerung oder an einem Anschluss hindeuten. Meistens ein Hinweis darauf, dass eine Reparatur nötig sein wird.
Zum Schluss gehört beim Kauf so alter Technik immer eine Portion Glück dazu, wie beim glücklichen Käufer des lila Game Boy Pockets.
Habt ihr weitere Tipps, worauf man beim Kauf oder Verkauf unbedingt achten sollte? Schreibt sie gerne unten in die Kommentare.



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