Was spricht gegen Chrome OS?
Nicht jeder wird mit der Entscheidung, Chrome OS auf seinem alten Laptop zu installieren, glücklich werden. Eben habe ich euch drei gute Gründe geliefert, einen Wechsel in Betracht zu ziehen. Ich kann aber auch drei Gründe nennen, doch lieber in bekannten Gefilden zu bleiben:
- Ihr begebt euch ins Google-Ökosystem: Keine Überraschung, aber eben ein großer Haken für so manchen. Nicht jeder vertraut Google und dessen Datensammelwut. Und wer sich nicht die Mühe macht, nach der Installation von Chrome OS Flex ein Mal gründlich durch die Einstellungen zu gehen und alle Untermenüs zu öffnen, wird unweigerlich mehr Daten mit dem Konzern teilen, als gewollt.
- Nicht fürs Gaming geeignet: Chrome OS Flex bietet euch nur begrenzte Möglichkeiten, Spiele zu installieren, außer denen, die ihr im Chrome Web Store findet. Zwar ist es dank des Linux-Unterbaus möglich, Steam zu installieren - mangels optimierter Grafiktreiber dürfte die Performance aber eher verhalten sein. Eine Alternative: Cloud-Gaming im Browser via Geforce Now, Stadia und Co., wo das Angebot aber limitiert ist. Ihr müsst euer Laptop rein zum Arbeiten, Filme schauen und Internetsurfen nutzen wollen, um mit einem Wechsel glücklich zu werden.
- Keine Android-Apps: Chrome OS Flex und Android kommen beide von Google, da wäre eine Unterstützung der gigantischen App-Auswahl aus dem Play Store naheliegend. Was beim normalen Chrome OS, das ihr nur auf offiziellen Chromebooks vorinstalliert erhaltet, tatsächlich der Fall ist, wurde bei der Flex-Variante wegrationalisiert. Das schränkt euch bei der Suche nach Alternativen für die Google-Dienste weiter ein.
Wie installiere ich Chrome OS Flex auf meinem Laptop?
Habt ihr nun Lust bekommen, euer altes Laptop hervorzukramen und Chrome OS Flex selbst auszuprobieren? Dann registriert euch auf der offiziellen Website für die Testphase und befolgt im Anschluss einfach die untenstehende Installationsanleitung. Wie immer erfolgt die Bastelei an eurem System natürlich auf eigenes Risiko!
Hardwareanforderungen
Die offiziellen Systemanforderungen sind zu vernachlässigen. Chrome OS Flex dürfte auf so manchem modernen Toaster laufen. Google empfiehlt im Installations-Guide einzig einen 64-Bit-Prozessor von Intel oder AMD, 4 GByte RAM und gerade einmal einen USB-Stick oder eine SD-Karte mit 16 GByte freiem Speicherplatz.
Lokale Installation oder vom USB-Stick booten?
Chrome OS Flex erlaubt es euch, das Betriebssystem auch als Live-Version vom USB-Stick zu starten. Der Vorteil liegt auf der Hand: Auf der Festplatte wird nichts installiert, eure Daten bleiben erhalten. Ideal zum Ausprobieren - könnte man zumindest meinen. Doch wenn ihr ernsthaftes Interesse an Chrome OS Flex habt, empfehlen wir euch, direkt die lokale Installation vorzunehmen. Denn die Performance des Systems ist auch auf schnellen Sticks nicht zufriedenstellend, wodurch ihr unmöglich einen repräsentativen Eindruck erhalten könnt.
Installation und Einrichtung
Die Installation von Chrome OS Flex ist simpel und in wenigen Schritten erledigt:
- Ladet euch via Chrome oder Microsoft Edge die Erweiterung Chromebook Recovery Utility aus dem Chrome Web Store herunter.
- Startet das Tool und sobald ihr ein Modell angeben sollt, klickt ihr auf die Schaltfläche
Modell aus einer Liste wählen
. Beim Hersteller scrollt ihr nun bis zu dem EintragGoogle Chrome OS Flex
und in der Auswahl darunter gibt es ohnehin nur eine Option, nämlichChrome OS Flex (Developer Unstable)
. - Im nächsten Schritt wählt ihr nur noch euren USB-Stick oder eure SD-Karte aus. Denkt daran, dass all eure darauf gespeicherten Daten gelöscht werden. Im Anschluss erstellt das Tool automatisch euer Boot-Medium für das Betriebssystem.
- Startet euren Rechner neu und startet vom Boot-Medium. Wie bei einer Windows-Installation werdet ihr in wenigen Schritten von einem Assistenten durch den Prozess geführt. Chrome OS Flex erlaubt derzeit noch keine Installation auf einer einzelnen Partition. Kurze Zeit darauf startet Chrome OS Flex bereits das erste Mal und es kann losgehen.
Soviel zu meinem Selbstversuch, der mir glücklicherweise keine körperliche Anstrengung abverlangte. Mein Kollege Alex musste für seine Experimente deutlich mehr schwitzen:
- Ich habe die Leistung meiner Grafikkarten am eigenen Leib gespürt – Jetzt sehe ich sie mit anderen Augen
- Ich wollte möglichst viele PC-Kabel vermeiden und bin kläglich gescheitert - Das hab ich gelernt
Werdet ihr Chrome OS Flex eine Chance geben? Oder schreckt euch die Vorstellung eines reinen Google-Betriebssystems im Hinblick auf eure Daten eher ab? Gibt es ein anderes Alternativ-Betriebssystem, dass wir mal genauer unter die Lupe nehmen sollten? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen!
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