OpenAI hat vergangene Woche das neue GPT-Modell 6 Astra veröffentlicht. Seither schwirren im Netz dutzende Aussagen zu dem Modell umher. Darunter eine Frage, die man immer wieder hört: Ist GPT-6 Astra die erste AGI?
Wenn es nach Greg Brockman, Präsident und Mitgründer von OpenAI, geht, befinden wir uns gerade in der AGI-Ära und Nvidia-CEO Jensen Huang geht noch weiter und bezeichnet GPT-6 Astra direkt als AGI.
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Was ist AGI?
AGI steht für »Artificial General Intelligence« (allgemeine künstliche Intelligenz). Man nutzt diese Bezeichnung für KI-Systeme, die ihre Aufgaben auf dem Niveau eines Menschen erledigen können.
Genauer gesagt sollen AGIs verstehen, lernen, planen und Aufgaben ausführen, als besäßen sie annähernd menschliche Intelligenz.
Wo liegt der Unterschied zu bisherigen KIs? Vereinfacht lässt es sich so beschreiben:
- Bisherige KI: Kann sehr viele Aufgaben zufriedenstellend lösen, hat aber weiterhin Grenzen und benötigt je nach Aufgabe bestimmte Werkzeuge, Daten oder Anweisungen.
- AGI: Würde neue Aufgaben allgemein verstehen und selbstständig erlernen können, ohne speziell dafür entwickelt worden zu sein.
Was sagen die Testergebnisse?
OpenAI hat für GPT-6 Astra beeindruckende Ergebnisse in verschiedenen Tests (sogenannten Benchmarks) veröffentlicht. Bei einem Test namens ARC-AGI-3, der speziell prüfen soll, wie gut eine KI mit neuen, unbekannten Aufgaben umgehen kann, erreichte Astra je nach Testmethode Werte zwischen etwa 63 und fast 100 Prozent.
Diese große Spannbreite zeigt ein grundsätzliches Problem: Schon die Zahlen, mit denen man »Allgemeinheit« einer KI messen will, hängen stark davon ab, wie genau der Test aufgebaut ist. Selbst bei den Tests, die eigentlich objektiv sein sollen, gibt es also viel Interpretationsspielraum.
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Ist GPT-6 Astra eine AGI?
Das Problem: Es gibt nicht wirklich eine feste Definition oder einen sicheren Test, mit dem man feststellen könnte, ob es sich bei einem KI-System tatsächlich um AGI handelt. Vielmehr muss jeder für sich selbst entscheiden, ob eine KI dieses Niveau erreicht hat.
In der Praxis wird das wahrscheinlich so aussehen, dass erstmal viel mehr Menschen Zugriff auf die KI haben müssen, damit sich ein allgemeiner öffentlicher Konsens bilden kann.
Denn momentan ist OpenAI noch dabei, das Modell für Plus-, Pro-, Enterprise- und Business-Kunden in Wellen auszurollen.
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Nicht alle sind überzeugt
So schnell wie Brockman und Huang ihre großen Worte gewählt haben, kam auch Widerspruch. Der bekannte KI-Forscher Gary Marcus hielt Huang vor, mit seiner Aussage vorschnell gehandelt zu haben – ganz ohne Beweise und ohne eine klare Definition zu liefern.
»Leider lieferte Huang dafür weder Belege noch Definitionen. Für mich wirkt das wie der Versuch, eine wissenschaftliche Fragestellung durch die Macht eines Unternehmens per Dekret zu vereinnahmen.«
Das zeigt gut, worum es bei der ganzen Debatte eigentlich geht: Es gibt schlicht keine allgemein anerkannte Ziellinie. Jeder große Anbieter kann für sich behaupten, sie erreicht zu haben, ohne dass man das wirklich eindeutig nachprüfen könnte.
Habt ihr schon Eindrücke sammeln können? Ist GPT-6 Astra tatsächlich AGI? Schreibt es gerne in die Kommentare!



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