Ich habe auf der IFA fünf Exoskelette getragen – ein Modell ist für mich absolut konkurrenzlos

Auf der IFA 2026 habe ich das Hypershell Halo getestet, das sich nicht mehr von der Konkurrenz unterscheiden könnte.

Das Hypershell Halo Exoskelett gehört zu meinen absoluten Highlights der IFA 2026. (Bildquelle: GameStar Tech) Das Hypershell Halo Exoskelett gehört zu meinen absoluten Highlights der IFA 2026. (Bildquelle: GameStar Tech)

Ich war in diesem Jahr auf der IFA unterwegs und ziemlich überrascht, dass es neben humanoiden Robotern, neuen Handyentwicklungen und smarten KI-Geräten auch an Exoskeletten gewimmelt hat.

Bei einigen Marken habe ich dafür Termine vereinbart und die Geräte direkt vor Ort ausprobiert. Insgesamt habe ich aber bestimmt 20 bis 30 verschiedene Exoskelette gesehen. Wobei sich gerade bei den neuen Herstellern die Technik, das Tragegefühl und der Preis kaum unterschieden haben.

Anders sieht es beim neuen Exoskelett von Hypershell aus. Das sogenannte Halo hat sich nicht nur durch seinen Aufbau massiv von den anderen unterschieden, sondern einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Und dadurch auch einen unserer Tech-Awards verdient.

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Hypershell Halo
Hypershell Halo
Das Hypershell Halo zeigt eindrucksvoll, wie ein modernes Exoskelett aussehen kann. Im Praxistest überzeugten vor allem das innovative Vier-Joint-System mit spürbarer Knieentlastung, die adaptive KI-Unterstützung bei Steigungen und die enorme Bewegungsfreiheit ohne störendes Scheuern. Die Bedienung per App ist kinderleicht, das Tragegefühl herausragend und der Widerstands-Sportmodus ein genialer Bonus für das Training. Allerdings schlägt das Highend-Modell mit rund 2.300 Euro preislich spürbar zu Buche. Ein echtes IFA-Highlight für Sportler, Arbeiter und Tech-Fans.
  • Extrem leicht und einfach anzulegen
  • Vier-Joint-System zur Unterstützung
  • Knieschonend
  • Sport- und KI-Modus beim Laufen
  • Hohe Bewegungsfreiheit
  • Hoher Preis durch Flaggschiff-Modell

Hypershell Halo: Wie ein E-Bike für die Beine

Bereits in der Keynote von Hypershell wurde die Frage beantwortet, die bei Exoskeletten vermutlich immer als erstes gestellt wird: Für wen ist sowas gedacht? 

Man denkt ja sofort an Menschen, die medizinische Unterstützung brauchen – zumindest hab ich das. Doch das ist bei Weitem nicht der einzige Use-Case und vor allem nicht der primäre Fokus von Hypersehll. Diese setzen ihre Zielgruppe nämlich auf die Berufswelt von Bergrettern bis Postboten sowie bis hin zu Sportlern.

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Ein Exoskelett für den Sport klingt vielleicht erstmal widersprüchlich, doch das ist es gar nicht! Denkt einfach mal an E-Bikes. Diese nehmen euch auch nicht die gesamte Arbeit ab, sondern unterstützen euch, damit die Fahrt angenehmer wird. 

Ich wohne beispielsweise in einer ziemlich bergigen Region und bin oft regelrecht neidisch auf Leute, die in flachen Gegenden wie Hamburg laufen gehen. Wer schon mal mehrere Kilometer steil bergauf gejoggt ist, weiß, was das für eine massive Belastung ist.

Genau hier setzt das Hypershell Halo an. Eine KI erkennt adaptiv, wenn eine Steigung kommt, und greift euch beim Laufen unter die Arme – beziehungsweise unter die Beine. 

Das Halo-Exoskelett von Hypershell auf der IFA. (Bildquelle: GameStar Tech) Das Halo-Exoskelett von Hypershell auf der IFA. (Bildquelle: GameStar Tech)

Mit vier Unterstützungsgelenken durch den IFA-Parcours

Was das Halo-Exoskelett besonders macht, ist aber eigentlich die Technik, die ich so bei noch keinem anderen Hersteller gesehen habe. Vor allem nicht auf der IFA. Statt auf das alte Zwei-Punkte-System (Joints) setzt das Halo-Modell gleich auf vier Joints und greift damit zusätzlich an den Waden an.

Das macht einen ordentlichen Unterschied, den ich in dem auf der IFA extra aufgebauten Parcours von Hypershell ausprobieren konnte. Ich bin Treppen hochgelaufen, auf hohe Plattformen gestiegen und von Erhöhungen heruntergesprungen. 

Der Effekt: Ich habe beim Loslaufen durch die vierfache Unterstützung eine direkte Entlastung gespürt und gar keine Belastung in den Beinen gemerkt. Und das ist auch ein Alleinstellungsmerkmal an dem Gerät, da es besonders knieschonend konzipiert wurde – was gerade beim Wandern im Gebirge praktisch ist.

Der krasseste Moment für mich kam mitten während meines IFA-Tests. Hier hat eine Mitarbeiterin das Exoskelett ohne Vorwarnung mit der App ausgeschaltet, damit ich den Unterschied merke. Und der war gewaltiger, als ich dachte. Einfach, weil man sich so schnell an das Gerät gewöhnt.

Im Hypershell-Parcours auf der IFA konnte ich das Exoskelett in einem ersten Hands-on ausprobieren. (Bildquelle: GameStar Tech) Im Hypershell-Parcours auf der IFA konnte ich das Exoskelett in einem ersten Hands-on ausprobieren. (Bildquelle: GameStar Tech)

Große Bewegungsfreiheit und freier Raum

Aber Leistung ist nicht alles, ein Exoskelett muss auch bequem sein. Und das sind nicht alle! Um ehrlich zu sein, hat das ein oder andere Gerät auf der IFA ein bisschen im Rücken gedrückt oder durch das Gewicht an der Hüfte gezogen. Beim Hypershell Halo hab ich hingegen nichts gemerkt.

Das liegt unter anderem daran, dass das Gerät auf eine möglichst freie Bewegung der Beine angepasst wurde. So könnte man durch den erlaubten Winkel von bis zu 190 Grad locker einen Spagat machen, ohne dass die Mechanik blockiert oder etwas kaputtgeht.

Zudem löst das Gerät ein massives Problem, das mich bei anderen Herstellern stark stört. Viele der Geräte sind klobig und wenn man sich kurz hinsetzen oder die Schuhe neu schnüren möchte, muss das Exoskelett erstmal abgeschnallt werden.

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Beim Hypershell konnte ich mich während des Tests einfach hinsetzen, ohne zu drücken oder zu blockieren. Laut dem Hersteller könnte man das Skelett sogar beim Autofahren dranlassen. Theoretisch gibt es auch Schultergurte, die das Gerät zusätzlich unterstützen. Diese sitzen ebenfalls sehr bequem, sind beim Laufen aber etwas spürbar. Für den normalen Betrieb braucht es die aber nicht.

Auch beim Laufen selbst gibt es einen riesigen Pluspunkt: Bei anderen Modellen, etwa von NAVEE oder CUKTECH, sind meine Beine beim Joggen im Innenbereich an der Mechanik manchmal aneinandergestoßen. Ziemlich nervig. 

Um das beim Halo auch zu testen, hab ich vor Ort die Chance genutzt und mich auf ein Laufband gestellt, um kurz etwas zu joggen. Selbst beim schnellen Laufen ist nichts gerutscht und es gab auch keine Reibung oder Zusammenstöße.

Mit zusätzlichen Features zum Tech-Award

Während das alles schon viel ist, ist es noch lange nicht alles, was das Gerät kann. Hypershell spricht dem Gerät bewusst keinen medizinischen Mehrwert zu, da es in dem Bereich einfach noch zu wenig Forschung gibt. Eine Unterstützung beim Muskelaufbau hat das Gerät aber allemal.

Über die App-Steuerung könnt ihr das Gerät nämlich nicht nur kinderleicht bedienen, sondern auch einen Trainingsmodus verwenden. Hier lässt sich ein Widerstand aufbauen, der das Gehen für ein zusätzliches Krafttraining erschwert.

Als die Mitarbeiterin den Modus aktiviert hat, hat es sich für mich so angefühlt, als würden meine Beine plötzlich in Eimern voller Zement stecken. Und das mit Motoren, die komplett passiv und völlig lautlos arbeiten. Statt Druckgefühl oder Schnüren haben sich meine Beine einfach nur schwer angefühlt.

Vor lauter Lob muss ich aber auch über den Elefanten im Raum sprechen: dem Preis. Das Hypershell Halo ist ein Flagschiff-Profi-Modell und kostet dementsprechend rund 2300 Euro. Das ist nicht gerade wenig – vor allem, wenn man bedenkt, dass andere Modelle bereits bei weniger als 800 Euro starten.

Aber ganz ehrlich? Die Konkurrenz bietet in dieser Preisklasse oft nur die alte 2-Joint-Technik, weniger Reichweite und ein sperriges Design. Für das, was das Halo liefert, sind die 2300 Euro aus meiner Sicht ein absolut fairer Deal. Ich überlege ernsthaft, mir für meine Jogging-Runden im Bergland so ein Teil anzulegen.



Hypershell zeigt eindrucksvoll, wohin die Reise geht. Es ist das beste Exoskelett, das ich bisher getragen habe, und hat sich unseren Tech-Award absolut verdient. 

Aber am Ende bleibt eine Wahrheit bestehen: Egal wie gut ich euch das hier beschreibe – man muss ein Exoskelett einfach selbst anprobiert haben, um zu verstehen, wie unfassbar sich dieses Gefühl von Leichtigkeit wirklich anfühlt.


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