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Rockstar musste heftige Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, weil Fans einfach nicht genug von GTA 6 bekommen konnten

GTA-Entwickler Rockstar steht aktuell wegen der Kündigung von 31 Mitarbeitern vor einem schottischen Arbeitsgericht. Im Rahmen des Verfahrens kommt nun ans Licht, welche drastischen Sicherheitsmaßnahmen das Studio ergriffen hat, um GTA 6 vor neugierigen Augen zu schützen.

In Großbritannien muss sich GTA-Entwickler Rockstar aktuell vor Gericht für die Kündigung von über 30 ehemaligen Angestellten verantworten. In Großbritannien muss sich GTA-Entwickler Rockstar aktuell vor Gericht für die Kündigung von über 30 ehemaligen Angestellten verantworten.

Dass GTA-Fans absurde und teils rechtswidrige Wege gehen, um vorab an neue Infos zu GTA 6 zu gelangen, ist kein Geheimnis mehr. In der Vergangenheit gab es mehrfach Berichte über gefälschte Zugangskarten und illegale Drohen-Überflüge bei Entwickler Rockstar North; mehrfach wurde das Studio während der Entwicklung zudem Ziel von Hacker-Angriffen wie zuletzt kurz vor dem offiziellen Gameplay-Reveal.

Das Team von Rockstar steht gewissermaßen pausenlos unter Beobachtung – und das nicht nur, weil Publisher-Boss Strauss Zelnick hier nicht weniger als den größten Entertainment-Release aller Zeiten versprochen hat. Im Rahmen eines Gerichtsverfahrens wurde jetzt erstmals öffentlich, zu welchen drastischen Maßnahmen Rockstar greifen musste, um sich gegen Spionage durch Fans abzusichern und die Geheimnisse rund um GTA 6 zu wahren.

Warum steht Rockstar vor Gericht?

Rockstar muss sich aktuell vor einem Arbeitsgericht im schottischen Glasgow mit der Unabhängigen Arbeitergewerkschaft Großbritanniens auseinandersetzen. Die Gewerkschaft wirft dem Studio vor, Ende 2025 über 30 Mitarbeiter entlassen zu haben, weil sie sich in einer Gewerkschaft organisiert hätten.

Video starten 16:07 GTA 6 hat seine größten Neuerungen gut versteckt

Die Studioleitung bestreitet das und begründet die Kündigungen damit, dass die betreffenden Mitarbeiter im Gewerkschafts-Discord vertrauliches Material zu GTA 6 geteilt und damit gegen die vertragliche Geheimhaltungspflicht ihrem Arbeitgeber gegenüber verstoßen hätten. Wären die Chatinhalte bekannt geworden, hätte das Rockstar und Mutterfirma Take-Two möglicherweise in Schwierigkeiten bringen können.

Entsprechend habe man sich von den beteiligten Mitarbeitern getrennt. Tatsächlich stehen Entwickler Rockstar und Take-Two in dem Ruf, konsequent gegen Informationslecks vorzugehen. In der Vergangenheit wurden mehrfach einzelne Mitarbeiter wegen Verstößen entlassen.

Strenge Sicherheitsauflagen

In ihrem Eröffnungsplädoyer vor dem Arbeitsgericht gehen die Anwälte von Rockstar nun erstmals darüber ins Detail, was die Geheimhaltung von GTA 6 für das Studio bedeutet (via IGN):

Die Geheimhaltung des einzigartigen Gameplays und Designs von GTA ist vergleichbar damit, wie Apple das iPhone schützt oder Coca-Cola seine Rezeptur.

Rockstars Standards in Bezug auf Informationssicherheit und Datenschutz lägen daher exponentiell über denen der meisten Arbeitgeber und glichen denen einer Wall-Street-Bank: Alle Besucher der Rockstar-Büros müssen Geheimhaltungsvereinbarungen (sogenannte NDAs) unterzeichnen; alle vor Ort tätigen Auftragnehmer von auswärts werden während ihres Aufenthalts von Sicherheitspersonal begleitet.

Das Arbeiten im Homeoffice ist für Mitarbeiter stark eingeschränkt; USB-Sticks und andere externe Speichergeräte sind verboten. Auch das Fotografieren am Arbeitsplatz ist strengstens untersagt. In den Social-Media-Richtlinien von Rockstar heißt es, dass selbst vermeintlich harmlose Fotos vertrauliche Informationen preisgeben könnten. Den Rockstar-Mitarbeitern ist es ebenso untersagt, vertrauliche Informationen gegenüber Familienangehörigen preiszugeben.

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Abgeklebte Fenster und ein hauseigenes Ermittlungsteam

Laut der Anwälte sei das Unternehmen regelmäßig Angriffen auf seine Sicherheit und System-Infrastruktur ausgesetzt und sah sich wegen der Drohnen-Spionage gezwungen, alle Bürofenster mit Sichtschutzfolien auszustatten, um unbefugtes Filmen und Fotografieren von außen zu verhindern.

Außerdem beschäftige man mittlerweile ein Vollzeit-Team aus fünf Ermittlern, die potenzielle Datenlecks überwachen und schließen sollen. Hintergrund dieser Entscheidung sei ein Phishing-Angriff aus dem Jahr 2022 gewesen, bei dem Dutzende Videos mit Entwicklungsmaterial zu GTA 6 geleakt wurden. Ein Hacker hatte damals Zugriff auf den Computer eines Mitarbeiters erlangt und Daten aus Rockstars interner Slack-Kommunikation heruntergeladen.

Die Anwälte argumentieren, solche Angriffe hätten Rockstar dazu bewogen, Informationen zu GTA 6 so streng wie möglich zu schützen. Das sei auch den entlassenen Mitarbeitern bewusst gewesen; trotzdem hätten sie auf Discord vertragswidrig über vertrauliche Themen gesprochen. Die Behauptung, dass eine etwaige Gewerkschaftsgründung der Hintergrund der Entlassungen sei, wies Rockstar gegenüber IGN erneut zurück.

Die Betroffenen hingegen beteuern, in den Chats keine Spieldetails zu GTA 6 besprochen, sondern sich dort lediglich über gewerkschaftlich relevante Themen wie ihre Arbeitsbedingungen, faire Löhne und den Schutz vor übermäßigen Überstunden ausgetauscht zu haben. Sie hoffen, das Gerichtsverfahren werde nun die Wahrheit offenbaren: Nämlich, dass Rockstar mit fadenscheinigen Gründen versucht habe, missliebige Gewerkschaftsmitglieder im eigenen Unternehmen loszuwerden.

Ob die Entlassungen nun rechtens waren oder nicht, muss jetzt das schottische Arbeitsgericht klären. Zuletzt war etwa bekannt geworden, dass die Studioleitung mindestens einen Maulwurf in den Gewerkschafts-Chat eingeschleust hatte. Ein vertrauensvoller Umgang innerhalb einer Firma sieht jedenfalls anders aus … Mehr News und interessante Infos zu GTA 6 findet ihr in der obigen Linkbox.


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