Weniger Zeit am Handy: Ich habe den Startbildschirm meines Handys komplett geleert, weil es Ex-Google-Mitarbeiter vor 12 Jahren empfohlen hat

Weniger Zeit am Handy verschwenden? Das klingt für mich manchmal nicht nur nicht schlecht, sondern geradezu notwendig.

Ihr seht: Alles vom Startbildschirm löschen? Bringt euch das etwas? Ich habe es für euch herausgefunden. Ihr seht: Alles vom Startbildschirm löschen? Bringt euch das etwas? Ich habe es für euch herausgefunden.

Wie oft ärgert ihr euch, dass ihr mal wieder zu viel Zeit auf Social Media verbracht habt? Bei mir kommt das mittlerweile mehrmals die Woche vor. Ich verbringe in der Regel nicht allzu viel Zeit auf den sozialen Medien, doch dafür immer wieder über den Tag verteilt.

Sobald ein wenig Langeweile aufkommt oder ich eine kleine Pause habe, bringt mich allein die Muskelerinnerung auf den Startbildschirm meines Handys und damit meist automatisch zu Instagram. Wenn ich ehrlich mit mir bin: Das geht mir mittlerweile schon selbst auf die Nerven.

Da kam es mir recht, dass ich vor wenigen Wochen von einer einfachen Methode erfahren habe, wie ich meine Zeit am Handy reduzieren kann. Der ehemalige Google-Mitarbeiter Jake Knapp beschreibt in einer Artikelreihe und in seinem Buch Make Time: How to Focus on What Matters Every Day eine einfache Taktik: Alle Apps vom Startbildschirm löschen.

Jan Stahnke
Jan Stahnke

Seit August 2022 ist Jan ein Teil der Tech-Nerds von Gamestar Tech. Nach drei Jahren Ausbildung zum Informatikkaufmann hat er Informatik – Game Engineering studiert, bis er, drei Semester später, festgestellt hat, dass er doch lieber berichtet als entwickelt. Nach einem dreijährigen Exkurs als Radiomoderator und Redakteur, schreibt er jetzt über KI, PC Gaming und alles was das Tech-Herz begehrt.

Alle Apps weg? So sah meine Umsetzung aus

Kurz zum Hintergrund: Das Löschen der Verknüpfungen vom Startbildschirm soll dazu dienen, mir den Zugriff ein wenig zu erschweren und mir beim Öffnen des Startbildschirms bewusst zu machen, dass wahrscheinlich mal wieder mein Insta-Reflex ausgelöst wurde. 

So bin ich vorgegangen: Wie von Herrn Knapp empfohlen, habe ich alle Apps von meinem Startbildschirm entfernt. Ich habe auch einen zweiten Reiter mit wichtigen Apps erstellt, um zu den wichtigsten Werkzeugen, die ich im Alltag brauche, stets schnellen Zugriff zu haben. 

Dazu gehören vor allem Apps, die ich zwar häufiger brauche, die mich im Alltag aber nicht mal annähernd so viel Zeit kosten wie Instagram:

  • Spotify
  • Messenger, wie WhatsApp, Telegram und Discord
  • Kalender
  • Uhr/Wecker
  • Stimmgerät-App fürs Gitarre spielen
  • HUE – eine App für Smart-Light
  • Lifetap – eine App für Magic: The Gathering (Ja, meine Prioritäten sind gesetzt)

Der zweite Bildschirm macht für mich Sinn, da das Ziel ist, weniger auf Instagram herumzuhängen und nicht, länger nach meiner Stimmgerät-App zu suchen.

Links seht ihr meinen leeren Startbildschirm und rechts das zweite Hintergrundregister mit den wichtigen Apps. (Das Artwork des Hintergrundes ist übrigens von der Band Mastodon, die ich an der Stelle nur jedem ans Herz legen kann) Links seht ihr meinen leeren Startbildschirm und rechts das zweite Hintergrundregister mit den wichtigen Apps. (Das Artwork des Hintergrundes ist übrigens von der Band Mastodon, die ich an der Stelle nur jedem ans Herz legen kann)

Im Vorfeld war ich definitiv gespannt darauf, wie ich es durchziehe, da ich mich selbst gerne abends vorm Schlafengehen noch eine oder zwei Stunden in die Reel-Hölle verbanne. 

So lange verweile ich dort, bis endlich die Vernunft siegt und ich schlafen gehe. Oder bis ich wütend das Handy aus der Hand lege und mich über Falschaussagen, Menschenfeindlichkeit oder einfach nur die aktuelle Nachrichtenlage aufrege

Unter anderem mache ich deswegen diesen Selbstversuch, ihr versteht.

Hilft die Methode wirklich?

Kommen wir zum Knackpunkt: Wie war es? Als ich zum ersten Mal nach dem Aufräumen des Startbildschirms darauf zugreifen wollte, habe ich mich wirklich ertappt gefühlt und war fast schon ein wenig peinlich berührt.

Es hat mir eindeutig gezeigt, dass ich wirklich reflexartig auf Instagram gehe, ohne überhaupt darüber nachzudenken. Mir wurden also direkt am Anfang des Experiments schon die Augen geöffnet.

In den ersten paar Tagen hat sich das übrigens noch ein paar Mal wiederholt. Ich gehe auf den Startbildschirm, will eigentlich schon auf die Instagram-App drücken und merke: Hoppla, da war ja was

In dieser Zeit gelang es mir, der Versuchung zu widerstehen. 

Aber: Irgendwann bin ich vor meinem leeren Startbildschirm nicht mehr zurückgeschreckt und habe mir die Mühe gemacht, Instagram zu suchen und zu öffnen.

Seither beobachte ich zwar, dass ich wieder häufiger auf Instagram unterwegs bin. So viel wie vorher ist es allerdings nicht. 

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Fazit nach zwei Wochen

Jan Stahnke: Tatsächlich hat sich mein Verhalten am Handy durch das Experiment zum Besseren gewandt. Falls ihr die Methode selbst mal ausprobieren wollt, solltet ihr allerdings keine Wunder erwarten. Es gehört natürlich auch der eigene Wille dazu und wie sehr ihr eure Gewohnheiten tatsächlich ändern wollt, ist auch ein Faktor.

Ich konnte meinen Insta-Konsum jedenfalls stark verringern, doch nach ein paar Tagen wurde es wieder mehr, da ich mich an die Suche nach der App bereits gewöhnt hatte. Trotzdem hat mir der leere Startbildschirm dabei geholfen, mich daran zu erinnern, dass ich weniger auf Instagram herumlungern wollte. In dieser Hinsicht war das Experiment also erfolgreich.

Ich konnte mit dieser Methode außerdem öfter feststellen, dass ich aus purer Langeweile zum Handy gegriffen habe und es dann wieder guten Gewissens weglegen. 

Ich werde meinen Startbildschirm auch weiterhin leer halten und schauen, was sich ergibt, wenn ich das Experiment weiter durchziehe.

Bis dahin kann euch nur empfehlen, es auch mal zu probieren, falls ihr wie ich ein wenig zu viel Zeit auf Insta, TikTok, Twitter oder ähnlichen Apps verbringt.

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