Wenn ihr euer Heimkino schon mal signifikant upgegradet habt, dann kennt ihr den Aha-Effekt. Ein neuer großer TV und eine potente Soundbar (oder gleich ein System) machen Welten aus.
Aber habt ihr euch schon mal Gedanken um Beleuchtung, Raumakustik und Co. gemacht?
Nein? Dann solltet ihr es vielleicht tun, denn Faktoren wie Umgebungslicht oder der richtige Sitzplatz können einem einen astreinen Filmabend vermiesen.
3 Dinge, die Einfluss auf euer Filmerlebnis haben
Beleuchtung
Es mag völlig trivial klingen, aber wie hell euer Wohnzimmer ist, spielt eine tragende Rolle, wie gut euer Fernsehbild aussieht. Es gibt einen Grund, warum Kinosäle immer finster sind.
Zu viel direktes Licht stört das Bild. Das hat maßgeblich mit zwei Dingen zu tun:
- Unsere Augen nehmen vor allem Kontraste wahr. Je dunkler die Umgebung, desto leichter sehen wir Kontraste, und desto besser empfinden wir das Bild.
- Die Helligkeit des TVs hat direkten Einfluss auf die Kontraste. Je dunkler die Umgebung, desto dunkler das TV-Bild und desto mehr Spielraum hat das Display, um Highlights wie Sterne oder Scheinwerfer heller darzustellen.
Und dann ist da noch die Spiegelung. TV-Bildschirme reflektieren in aller Regel. Da nervt noch so jedes kleine Lämpchen. Bedenkt, dass auch weiße Wände Licht stärker reflektieren als dunkle.
Mein Tipp: Licht aus, Rollläden runter. Damit habt ihr immer das beste Seherlebnis, weil zwischen Fernseher und Raum maximale Helligkeitsunterschiede herrschen.
Wollt ihr nicht auf Licht verzichten, dann hilft indirektes Licht. Eine Stehlampe jenseits des Displays (nicht hinter euch) oder Ambilight sind gute Ideen.
Nicht nur Licht spielt eine wichtige Rolle bei einem perfekten Filmabend.
Raumakustik
Die Soundbar gehört unter den Fernseher, klar. Doch habt ihr sie auch richtig aufgestellt?
Schiebt eure Soundbar immer an den vorderen Rand eures Sideboards. Steht sie zu weit hinten, verteilen sich die Schallwellen zum Teil nicht im Raum. Sie treffen zuerst auf das Möbel und werden von dessen Oberfläche reflektiert.
Der nun folgende Teil bezieht sich nicht nur auf Soundbars, sondern alle Arten von externen Audiogeräten.
Wie sich Schall in eurem Wohnzimmer ausbreitet, ist enorm wichtig. Je mehr Möbel und schallharte Oberflächen (beispielsweise Fenster oder nackte Wände), desto diffuser wird der Schall. Auch Dachschrägen machen euch einen Strich durch die Rechnung.
Schall dehnt sich wellenartig in unterschiedlichen Geschwindigkeiten und in verschiedene Richtungen aus. Man unterteilt ihn in drei Arten:
- Direkt: Wenn der Schall ungehindert auf den Zuhörenden trifft.
- Früh reflektierend: So bezeichnet man Schallwellen, die einmal abprallen und dann auf den Zuhörenden treffen.
- Diffusschall: Je öfter der Schall reflektiert wird, desto diffuser wird er.
3:21
Soundbars: So forscht Samsung in Kalifornien am Klang
Keine Sorge, ihr seid keine Opfer eures Raumes. Es gibt Möglichkeiten, wild umherfliegendem Schall zu Leibe zu rücken.
Mein Tipp: Wenn ihr nicht extra aufrüsten wollt, könnt ihr auch mit herkömmlichen Designgegenständen nachhelfen.
- Große Sofas
- Teppich am Boden
- Vorhänge vor den Fenstern
- Katzenkratzbaum
Sitzwinkel
Bei TVs gibt es etwas, das sich Blickwinkelstabilität nennt: Je weiter man am Rand sitzt, desto blasser wird das Bild. Oder: Wer nicht im Sweetspot sitzt, schaut auf ein schlechteres Bild. Hier spuckt euch die Hintergrundbeleuchtung in die Suppe und verfälscht die Farben, sodass Kontraste flacher werden.
Mein Tipp: Setzt auf einen OLED-TV, wenn ihr könnt. Die besitzen keine Hintergrundbeleuchtung und damit perfekte Blickwinkelstabilität.
Alternativ bieten einige wenige Hersteller drehbare Standfüße an ihren Geräten an. Dazu zählen Philips und vor allem deutsche Marken wie Metz oder Loewe. Bewegliche Wandhalterungen mit Gasdruckfeder helfen auch.
Ein gut gemeinter Ratschlag zum Schluss: Versucht nicht, euer Wohnzimmer zu min-maxen. Es gibt weder das perfekte Gerät noch das perfekte Wohnzimmer (wenn ihr es nicht von Grund auf auf Heimkino zuschneidet). Am Ende steht nämlich der Genuss des Films oder der Serie im Vordergrund.

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