Auf der vorherigen Seite habt ihr gelesen, was mir am Aeron gefallen respektive nicht gefallen hat. Dasselbe Spiel spiele ich mit dem Embody-Modell durch. Am Ende findet ihr mein Fazit zu beiden Stühlen – und für welchen ich mich schlussendlich entschieden habe.
Embody: Das hat mir gefallen – und das nicht
✅ Ergonomisch top
Ja, sicher, sowohl Aeron als auch Embody sind in der Disziplin hervorragend, doch letzterer hat die Nase vorn. Das liegt einfach daran, dass sich der Hersteller ausnahmslos auf das Arbeiten und Daddeln am Schreibtisch konzentriert hat (mit einem Nachteil, auf den ich gleich zu sprechen komme).
- Die Sitzfläche ist ordentlich breit.
- Die Armlehnen gehen in einem Bogen über die Oberschenkel.
- Die Beine lassen sich immer optimal im rechten Winkel auf den Boden stellen.
Das ist zwei prominenten Funktionen zu verdanken, auf die ich jetzt im Einzelnen eingehen werde.
✅ Sitzfläche zum Vorziehen
Als jemand mit notorisch zu kurzen Beinen, habe ich es stets schwer, einen Stuhl mit der richtigen Tiefe zu finden. Menschen mit langen Stelzen geht das sicher auch so und am Ende leiden wir allesamt an Schmerzen im Knie.
Beim Embody ist das kein Problem, denn die Sitzfläche lässt sich an zwei Hebeln einfach verlängern oder verkürzen.
Die Funktion ist selten und kam mir bisher nur beim Backforce One unter – und selbst da verschiebt sich die Sitzfläche nach vorne und wird nicht länger.
✅ Federung am Rücken
Es wirkt zunächst wie eine Design-Entscheidung, doch zwischen den Streben am Rückenteil und der Lehne selbst klafft eine Lücke. Ich habe die anfangs auch übersehen (oder mir zumindest nichts dabei gedacht), doch sie hat ihre Bewandtnis.
Sie ermöglicht eine Art zweistufiges Anlehnen.
Stellt euch das so vor: Beim Geradesitzen habt ihr die Lehne im Rücken, aber wenn ihr euch weiter zurücklehnt, überwindet ihr einen Widerstand, bis die Streben kommen. Dadurch ist das Rückenteil nie ganz fest, wenn man sich nicht ganz reindrückt.
Es funktioniert ein bisschen, wie wenn man die Rückenlehne beim Schreibtisch- oder Gaming-Stuhl nicht fest stellt. Man kann sich dagegen lehnen, aber drückt man zu fest, geht’s ab nach hinten. Ich sitze automatisch aufrecht. Clever.
Ach ja, eine Lordosenstütze gibt’s trotzdem.
✅ Ich habe nie so gut gerade gesessen
All das resultiert in meinem letzten Pluspunkt. In Sachen Design und Ergonomie macht dem Embody niemand etwas vor. Da wurde sich viel bei gedacht und das zahlt sich aus, vor allem beim Arbeiten oder Spielen.
Herman Miller hat nicht einmal eine Synchronmechanik verbaut. Das suggeriert mir, dass sie genau wussten, dass man auf dem Embody am besten nur aufrecht sitzt.
Ja, sicher, über die Optik der Rückseite mit dem Plastikgitter – in meinem Fall lila – kann man sich streiten. Der Hersteller baut aber vor allem Ergonomie und dass ich gerade am Schreibtisch sitze. Für Leute wie mich, die wirklich acht, zehn oder manchmal zwölf Stunden am Rechner verbringen, ist das Gold wert.
❌ Keine Kopfstütze
Eben schrieb ich noch, dass ich beim Aeron eine Kopfstütze nicht vermisse. Beim Embody hingegen hätte ich gerne eine gehabt. Das liegt an der schmaleren Lehne, die meine Schultern nicht so gut stützt wie die des Aeron.
Durch das Fehlen der Kopfstütze empfinde ich das Zurücklehnen unbequemer. Mein Kopf hängt in der Luft und das ist auf Dauer anstrengend. Für mich braucht es bei diesem Modell in jedem Fall eine Kopfstütze.
❌ Schmaler Rückenteil
Im selben Atemzug muss ich noch mehr Kritik an der Lehne üben. Die sieht hübsch aus und sie ist ergonomisch, das habe ich eben verargumentiert. Ich habe allerdings ein recht breites Kreuz und dafür ist sie gerade beim Zurücklehnen einfach zu schmal.
- Meine Schultern und damit mein Kopf werden nicht so gut gestützt, wie eben erwähnt.
- Der Stoff ist recht dünn, weswegen Zurücklehnen schnell unbequem wird.
Der Embody ist auf maximale Ergonomie modelliert – und das ist gut so. Wenn es um das Aufrechtsitzen am Schreibtisch geht, macht das Modell seinen Job noch ein Quäntchen besser als der Aeron. Allerdings geht das auf Kosten des Zurücklehnens. Mir persönlich ist das wichtig.
Fazit: Der ergonomischere Stuhl ist nicht mein Gewinner
Maxe Schwind
Beide Stühle sind teuer und beide Stühle sind hervorragend. Da mache ich euch keine Illusion. Wenn ich euch einen empfehlen würde, müssten wir uns zuerst über eure Schreibtischsituation unterhalten.
Sitzt ihr hauptsächlich aufrecht und wollt maximale Ergonomie? Dann nehmt den Embody.
- Designt für höchstmögliche Ergonomie
- Verlängerbare Sitzfläche
- Rückenlücke für automatisch aufrechtes Sitzen
- Armlehnen, die über die Oberschenkel reichen.
Wollt ihr euch auch mal zurücklehnen und plant für den Sommer vor? Dann empfehle ich den Aeron.
- Mesh ist ein unscheinbarer Gewinner, der federt.
- Atmungsaktive Bespannung
- Breite Rückenlehne, die Schultern und Kopf stützt.
- Synchronmechanik, die Bandscheiben und Kreuz beim Zurücklehnen schonen.
Ich persönlich habe mich für letzteren entschieden – obwohl der Embody in Sachen Ergonomie ein My besser ist. Dadurch, dass ich mich am Schreibtisch gerne auch mal zurücklehne und im Sommer weniger schwitzen möchte, waren das meine ausschlaggebenden Kriterien.
5 Gaming-Stühle im Langzeittest: Der Beste ist nicht der, auf dem ich jahrelang täglich saß
Am Ende des Tages macht ihr weder mit dem Embody noch dem Aeron etwas falsch. Beide Gaming Chairs sind ihr vieles Geld wert; es liegt an eurer Sitzsituation, welcher besser geeignet ist.
Wenn ihr könnt, dann sitzt ruhig mal Probe. Das ist ein Tipp, der für alle potenziellen Schreibtisch- und Gaming-Stühle gilt. Hier am falschen Ende zu sparen, kann auf die Gesundheit gehen.
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