Es gibt Dinge, bei denen ich nicht am falschen Ende sparen würde, dazu gehören Fernseher, Betten – und Bürostühle. Bei letzteren habe ich im Verlauf der letzten zwei Jahre zwei teure Exemplare über lange Zeit getestet.
Hermann Miller Aeron und Embody hatte ich jeweils für Monate unter meinem Sitzfleisch; beide berappen – je nach Ausstattung – bis zu 2.000 Euro. Doch welcher ist denn nun der bessere?
Ein Kopf-an-Kopf-Rennen, doch für den Gewinner habe ich mich schlussendlich nicht entschieden. Falls ihr direkt zum Fazit wollt: Der ergonomischere Stuhl ist nicht mein Gewinner
Ein Hinweis noch vorweg: Die Basics der Stühle lasse ich hier außen vor. Sachen wie Verarbeitung oder Einstellungsmöglichkeiten sind bei beiden Modellen top. Wenn ihr mehr darüber wissen möchtet, lest gerne meinen Test zum Aeron oder mein Fazit zum Embody nach vier Wochen.
Aeron: Das hat mir gefallen – und das nicht
✅ Mesh ist ein Hidden Champion
Bevor ich den Aeron zum Test hatte, war Mesh-Bespannung nicht auf meinem Radar. Und ihr müsst zugeben: Polster sehen an und für sich schon gemütlicher aus, oder?
Ich habe selten so falschgelegen.
Ich habe noch weitere Erkenntnisse als reine Gemütlichkeit.
- Mesh federt stark, wodurch sich das positiv auf meinen Rücken ausgewirkt hat.
- Mesh gibt auch nach längerer Zeit nicht nach. In rund 2 Jahren hänge ich auf dem Aeron nicht durch.
- Mesh ist atmungsaktiv – doch dazu gleich mehr beim nächsten Punkt.
Abgesehen von einem Nachteil, auf den ich noch zu sprechen komme, ist Mesh in jeglicher Hinsicht genauso gut wie eine Polsterung oder sogar besser. Steht der nächste Stuhl irgendwann an, werde ich das unbedingt auf dem Schirm haben.
✅ Im Sommer unschlagbar
Die meisten kennen es: Wenn’s draußen heiß ist, dann ist jeder Stoff am Körper zu viel – das gilt auch für die Polsterung von Gaming- und Bürostühlen. Und da hat man oft nur die Wahl zwischen Pest und Cholera.
- (Kunst-)Leder klebt zwar an der Haut, aber Schweiß lässt sich leichter abwischen und wird nicht fleckig.
- Stoff ist angenehmer und nicht ganz so heiß, nach zwei ordentlichen Sommern aber oftmals hässlich, weil Schweiß einsickert, egal wie sehr man ihn abwischt.
Hier kommt ein weiterer Vorteil von Mesh ins Spiel: Es ist atmungsaktiv. Das engmaschige Elastomer lässt Luft durch, was vor allem am Rücken ein Segen ist. Ich schwitze deutlich weniger und kann es aufgrund der Beschaffenheit aus Kunststoff problemlos abwischen – win-win.
✅ Nie wieder ohne Synchronmechanik
Jeder, der sich schon einmal mit Schreibtisch- und Gaming-Stühlen auseinandergesetzt hat, kennt die Funktion.
Das ist die Synchronmechanik: Bei der Synchronmechanik kippt die Rückenlehne nicht einfach nur nach hinten und der Sitz geht mit, sondern beide Teile bewegen sich unterschiedlich zueinander. Das entlastet die Bandscheiben, sorgt für bessere Durchblutung und schont den Rücken.
Ihr seht: Meine Beine stehen in beiden Position fast identisch am Boden. (Bildquellen: Maxe S., GameStar)
Die Synchronmechanik ist nicht exklusiv für den Aeron, aber sie ist immer ein willkommenes Feature, weswegen ich nicht müde werde, sie immer wieder anzupreisen. Gerade dann, wenn man sich zurücklehnt, zahlt es Dividende.
✅ Keine Kopfstütze? Kein Problem!
Ein Feature sollte fast jeder Gaming-Stuhl haben: ein magnetisches Kissen. Der Aeron hat das nicht; der Aeron hat gar kein Kissen. In meinem Test habe ich das noch moniert, aber schnell festgestellt, dass ich ein Kissen gar nicht vermisse.
Ja, die Rückenlehne ist nicht hoch genug, als dass ich meinen Kopf anlehnen könnte. Doch der Rückenteil ist so breit, dass er meine Schultern stützt – und damit auch meinen Kopf.
Selbst beim Zurücklehnen vermisse ich keine Kopfstütze. Ich dachte mal, ohne geht es nicht, aber der Aeron hat mich eines Besseren belehrt.
❌ Mesh staubt sehr
Eben habe ich Mesh noch über’n grünen Klee gelobt, doch all die Vorteile kommen zu einem Preis.
Mesh staubt wie Sau. Bitte verzeiht mir die Ausdrucksweise, aber seht es euch selbst an:
Für gewöhnlich bleibt Staub auf dem Polster liegen und den wischt man regelmäßig mit Hintern und Rücken weg. Beim Aeron rieselt der einfach durch die feinen Löchlein und bepudert sämtliche Bauteile. Das lässt den Gaming Chair im wahrsten Sinne des Wortes schnell alt aussehen.
Das waren die Eigenheiten des Herman Miller Aeron, die nächste Seite handelt vom Embody derselben Marke. Außerdem ziehe ich ein Fazit.
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