Die IFA 2024 hat mich verzaubert, viel mehr ein Handy, das ich dort in den Griffeln hatte: das Honor Magic V3. Noch während der Rückfahrt im Zug schrieb ich einen Artikel dazu: »Ich liebe mein iPhone, aber ausgerechnet für ein Android-Handy auf der IFA hätte ich ihm fast abgeschworen«.
Jetzt hat sich mir die Möglichkeit geboten, zum ersten Mal das Falt-Smartphone im Alltag zu verwenden.
Nach über einer Woche bin ich nach wie vor angetan, auch wenn sich einige Problemchen eingestellt haben. Das ist mein Fazit nach einer Woche, mit einer Überraschung, die ich selbst wortwörtlich nicht auf dem Schirm hatte.
Ein Disclaimer vorweg: Ich bin absoluter Casual-Nutzer. Diese Kolumne spiegelt meine Erfahrung mit dem Honor Magic V3 im Alltag wider und ist kein ausführlicher Test. Mit dem Artikel hoffe ich, den Menschen zu helfen, die mit einem Falt-Handy liebäugeln und wissen wollen, wie es so ist.
Honor Magic V3: Das gefällt mir
Ich adressiere gleich den Elefanten im Raum: Der größte Vorteil ist natürlich die Tatsache, dass ein Falt-Handy aufgeklappt mehr Bildschirmfläche bietet. Das spielt gleich in mehrere Tatsachen hinein.
Tippen ist extrem viel einfacher
Ja, wirklich, für mich ist das große Display dahingehend ein Segen. Ich habe recht große Hände und ich kann euch nicht sagen, wie oft ich Texte auf dem Handy korrigieren muss, weil ich mich vertippe (und dabei fluche wie ein Rohrspatz).
Das Handy beim Schreiben auf quer drehen ist für mich auch keine Option. Dadurch verdeckt die Tastatur so viel vom Bildschirm, dass ich kaum noch sehe, was ich da eigentlich tippe.
Das Falt-Handy ist quasi das beste aus beiden Welten für mich.
Die Tastatur ist auf linke und rechte Hand aufgeteilt. Beim Tippen hatte ich quasi keine Umgewöhnungszeit; mir ging das Schreiben sofort von der Hand. Ich vertippe mich kaum noch und bin obendrein auch noch schneller – ein unschätzbarer Vorteil in meinen Augen.
Lesen fühlt sich viel hochwertiger an
Zugegeben: Ich habe keine Probleme beim Lesen auf einem Hochkant-Bildschirm. Für das schnelle Scrollen durch Instagram oder Threads reicht das auch vollkommen aus.
Wenn ich allerdings einen Artikel lese, dann hat das auf dem aufgeklappten Handy gleich einen ganz anderen Vibe. Es fühlt sich hochwertiger an, angenehmer.
Es lässt sich schwer beschreiben. In meinem Fall hängt das womöglich auch damit zusammen, wie ich das Handy halte: wie ein Tablet. Oder, noch besser: wie eine kleine Zeitung. Klar, das ist reine Gefühlssache, aber mir macht das Lesen auf dem Bildschirm so mehr Spaß.
In den Einstellungen findet sich sogar ein dezidierter Regler für einen eBook-Modus. Der stellt den Bildschirm in Graustufen ein, sodass man das Handy bequem als E-Reader nutzen kann.
Spielen macht deutlich mehr Spaß
Ja, okay, ich geb’s ja zu: Gelegentlich spiele ich Mobile-Games, auch wenn ich mein Steam Deck liebe. Mal eben eine schnelle Runde in der U-Bahn daddeln geht mit dem Handy einfach am besten.
Für manches ist ein gewöhnlicher Handy-Bildschirm einfach zu klein. Das hält mich vom Spielen nicht ab, aber es ist eine Behelfslösung. Anders ist es mit einem klappbaren Smartphone, aber da lasse ich besser Bilder für mich sprechen.
Der große, quadratische Bildschirm macht das Spiele-Erlebnis deutlich besser. Es fühlt sich viel mehr nach einer Konsole denn einem kleinen Handy an; Spiele werden einem einfach ansehnlicher präsentiert.
Klar, AAA-Titel spiele ich auf der Konsole, aber ein doppelt so großer Bildschirm ist fürs mobile Spielen definitiv ein wertvolles Upgrade für mich.
Mehr Freiheiten bei Hintergründen
Vielleicht ist das etwas, das nur mir so gut gefällt, aber auf dem Honor Magic V3 kann ich sehr viel mehr mit Hintergründen spielen.
Ich bin jemand, der sich an einem hübschen Hintergrund auf dem Handy erfreut. Sogar so sehr, dass ich mal einen Artikel darüber geschrieben habe, wie mir die Uhr auf dem iPhone regelmäßig die Ästhetik verhagelt.
Mit dem Falt-Phone kann ich endlich in die Vollen gehen und habe mit dem quadratischen Bildschirm gleich mehr Fläche zum Arbeiten.
Honor Magic V3: Das gefällt mir nicht
Natürlich ist bei Weitem nicht alles perfekt. Kritik muss ich an einigen Punkten üben, die mal mit dem Handy selbst, mal mit der Darstellung von Inhalten zu tun hat.
Inhalte werden nicht immer optimal dargestellt
Faltbare Smartphones haben in aufgeklapptem Zustand ein ungewöhnliches Seitenverhältnis, denn sie sind fast quadratisch. Das Honor Magic V3 misst in der Höhe 156,6 mm, aufgefaltet in der Breite 145,3 mm. Das Display ist dabei 7,92 Zoll groß.
Das sorgt manchmal dafür, dass Inhalte nicht optimal dargestellt werden.
- Videos (zum Beispiel auf YouTube) haben oben und unten einen Balken, weil sie meist im Querformat produziert werden.
- Instagram zoomt bei Bildern ziemlich weit hinein, sodass man nicht viel anderes sieht.
Das ist je nach Anwendung unterschiedlich und dürfte den einen mehr stören als den anderen.
Zusammengeklappt wirkt das Handy schmal
Das Honor Magic V3 lässt sich auch zusammengeklappt verwenden; auf dem »Rücken« hat es ebenfalls ein Display. Nutze ich das im Vergleich zum großen Bildschirm, erscheint es mir schmal – und das ist eine optische Täuschung.
Nachstehend ein Breitenvergleich mit den beiden Handys, die ich zur Verfügung habe.
- Honor Magic V3: 74 mm (gefaltet)
- Samsung Galaxy S22: 70,6 mm
- Apple iPhone 11: 75,7 mm
Dass mir das Handy schmal vorkommt, ist wohl der Tatsache geschuldet, dass man es aufklappen kann. Der Bildschirm ist dann größer, das sieht besser aus, also wirkt der kleine Bildschirm im Umkehrschluss schmaler, als er ist.
Das Aufklappen geht nicht gut von der Hand
Ein Scharnier, das mehrmals am Tag auf- und zugeklappt wird, muss robust sein. Dementsprechend schwergängig ist es auch (sonst würde das Handy auch schlabbern, furchtbare Vorstellung).
Dementsprechend schwer geht mir das Aufklappen immer noch von der Hand.
Mal eben schnell den Daumen in die Spalte drücken und aufklappen funktioniert nicht. Ich brauche beide Hände, um die Seiten voneinander zu trennen, als würde ich ein Buch öffnen. Da bin ich ein ums andere Mal auch abgerutscht.
Das ist kein Dealbreaker, könnte aber dazu führen, dass so mancher es lieber zugeklappt lässt und das eigentliche Feature eines solchen Smartphones verpufft.
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Honor Magic V3 vs. Samsung Galaxy Z Fold5
Scharniere stören beim Wischen
Ich wische gerne von unten ins Display hinein, um zwischen den Apps zu wechseln oder auf Hintergrundbildschirm zurückzukehren. Den meisten von euch dürfte es ähnlich gehen.
Die Scharniere oben und unten stören mich dabei gewaltig. Die Wischbewegung ist bei mir mittlerweile so in Fleisch und Blut übergegangen, dass ich immer wieder gegen die Scharniere stoße.
Das mag völlig trivial klingen, aber ich muss jahrelanges, mittiges In-den-Bildschirm-Wischen im Kopf umprogrammieren, damit ich mit dem Daumen nicht immer wieder über das Scharnier reibe.
Wenn ich das Handy länger in der Hand habe, drehe ich es mittlerweile um 90 Grad. Durch den quadratischen Bildschirm lässt es sich ohnehin von jeder Seite aus bedienen.
Die Überraschung
Ich liebäugle mit einem faltbaren Handy schon länger. Dabei habe ich mich vor allem gefragt:
Klappt man sein Smartphone wirklich jedes Mal auf, wenn man es nutzt?
Eine Freundin besitzt das Samsung Galaxy Z Fold6 und gab mir gegenüber zu: Sie faltet es in den seltensten Fällen auf. Die Funktion nutzt sie nur, wenn sie ein Video schaut oder etwas spielt.
Das hat bei mir vorab für Bedenken gesorgt, schließlich ist das Auffalten das absolute Vorzeige-Feature. Deswegen kauft man sich doch so ein Handy, richtig?
Wenn ihr euch dieselbe Frage stellt, kann ich euch beruhigen – gewissermaßen.
Ich nutze das Honor Magic V3 seit einer Woche fast ausschließlich in aufgeklapptem Zustand, trotz des strengen Scharniers.
Klar, wenn ich nur schnell einen Blick auf die Uhr werfe, falte ich es nicht auf. Wenn ich aber weiß, dass ich etwas lesen, spielen oder surfen will, ist das Aufklappen bereits zum Automatismus geworden.
Das zeigt: Es ist Typsache, wie man das Smartphone verwendet. Ich bin aber auch jemand, der dazu neigt, Features zu nutzen, wenn sie mir schon angeboten werden, um sie auf Herz und Nieren zu testen.
Fazit: Das Honor Magic V3 nach einer Woche
Maxe Schwind
Einfach so rundheraus ein faltbares Handy kaufen, hätte ich nicht gemacht, so sehr mir das Honor Magic V3 auf der IFA auch imponiert hat.
Nach einer Woche in Benutzung muss ich allerdings sagen: Ich könnte schwach werden. Der größere Bildschirm hat für mich ausschließlich Vorteile.
- Tippen ist extrem viel leichter.
- Spiele sehen deutlich besser aus.
- Lesen von Text fühlt sich besser an.
- Mehr Design-Space für Hintergrundspielereien.
Nachteile gibt es freilich auch, die zumindest bei mir nach sieben Tagen die Vorteile noch nicht aufwiegen:
- Inhalte auf Apps und Webseiten werden nicht immer optimal dargestellt.
- Zusammengeklappt wirkt das Handy schmaler als es ist.
- Das Aufklappen geht recht streng.
- Die Scharniere nerven mich bei der Bedienung.
Ich werde das Handy insgesamt vier Wochen in Benutzung haben. Ich bin gespannt, was sich bis dahin noch tun wird.
Ob ich schließlich vom iPhone zurück auf Android wechsle, will ich im Moment noch nicht entscheiden. Den Wechselgedanken habe ich jedenfalls nicht zum ersten Mal.
Es gibt einen immensen Nachteil, der nichts mit dem Honor Magic V3 selbst zu tun hat. Durch den Apple-Kosmos würde ein Wechsel auf ein Falt-Handy meine Apple Watch überflüssig machen und die AirPods zumindest einschränken. Und ob ich die für einen größeren Bildschirm aufgeben will, weiß ich nicht.
Knapp drei Wochen habe ich das Honor Magic V3 noch in der Tasche. Ich werde es ausgiebig im Alltag nutzen, um Menschen, die mit dem Gedanken spielen, sich ein solches Handy zu kaufen, bei der Entscheidung helfen zu können. Schließlich gehöre ich ja dazu.
Habt ihr Fragen zum Falt-Handy? Worauf soll ich für mein Fazit nach vier Wochen achten? Schreibt es gerne in die Kommentare, ich freue mich!

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