Wie in Death Stranding: Mit dem Exoskelett durch Hügel, Berge und Matsch

Mit dem Hypershell X Ultra habe ich meine Wanderung spontan fortgesetzt. 16 km wollte ich noch zurücklegen.

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Das Exoskelett motivierte mich zum Weiterlaufen. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Das Exoskelett motivierte mich zum Weiterlaufen. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Teil 2: Eine unvergessliche Herausforderung

Über Google Maps habe ich mir eine Route ausgesucht, die nicht entlang der Bundesstraße verläuft, sondern über Land- und Feldwege. Der Weg bot zwar einiges an Steigung, aber dafür würde ich von einer schönen Sicht profitieren. Außerdem sollte er sich perfekt zum Testen des Hypershell X Ultra eignen.

Nach einer kurzen Pause an einer Bushaltestelle in Heubach, setzte ich meine Wanderung fort. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Nach einer kurzen Pause an einer Bushaltestelle in Heubach, setzte ich meine Wanderung fort. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Zur Info: Bevor ich weitermache, sollte erwähnt werden, dass ich kein erfahrener Wanderer bin und meine Vorgehensweise auf keinen Fall vorbildlich ist.

Zum einen war ich alleine unterwegs, hatte keine Taschenlampe dabei (verdammt, wird es im November früh dunkel), hatte nur eine Wasserflasche, die zu diesem Zeitpunkt schon halb leer war und nicht die besten Schuhe an.

Macht es mir also nicht nach. Zum Glück hatte ich das Exoskelett. 

Für das Bergauf-Laufen habe ich den Hyper-Modus in der höchsten Stufe verwendet. Das hat es mir zwar deutlich leichter gemacht, weil die Beine förmlich von allein hochgezogen wurden, aber ich war dennoch ziemlich erschöpft, nachdem ich oben angekommen war. Es ist nicht so, als würde das Exoskelett alles übernehmen. Meine Beinmuskulatur musste mich dennoch Schritt für Schritt nach oben drücken.

Leider gab es weit und breit keine Sitzmöglichkeit, also habe ich meinen Weg entlang der Landstraße ohne Pause fortgesetzt. Von diesem Moment an habe ich den Hyper-Modus dauerhaft zwischen 75 und 100 Prozent aktiviert. 

Auf dem Weg zum nächsten Ort machte der erste Akku schlapp – also nach etwa 10 Kilometern. Das deckt sich ungefähr mit den Angaben, die der Hersteller macht. Mit Eco-Modus sind 30 und mit dem Hyper-Modus 5,3 Kilometer möglich. Ich hatte den Hyper-Modus deutlich länger im Einsatz.

Der leere Akku wird einfach über einen Klipp herausgezogen und der neue eingesteckt. Das ist ganz einfach, aber ihr müsst das Exoskelett ausziehen, wenn ihr wie ich alleine unterwegs seid. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Der leere Akku wird einfach über einen Klipp herausgezogen und der neue eingesteckt. Das ist ganz einfach, aber ihr müsst das Exoskelett ausziehen, wenn ihr wie ich alleine unterwegs seid. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Ich bemerkte, dass der Akku leer war, weil die Unterstützung plötzlich weg war. Eine frühe Benachrichtigung über die Handy-App oder über das haptische Feedback gab es leider nicht.

Um den Akku auszutauschen, musste ich meine Jacke und dann das Exoskelett ausziehen. Nach 5 Minuten setzte ich meine Reise fort – ich sah schon die nächste Kleinstadt vor mir: Lautern. 

Zu diesem Zeitpunkt war ich schon ganz schön erschöpft, aber mit dem ausgetauschten Akku gewann ich neue Zuversicht. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Zu diesem Zeitpunkt war ich schon ganz schön erschöpft, aber mit dem ausgetauschten Akku gewann ich neue Zuversicht. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Als ich in Lautern ankam, wurde es dunkel. Inzwischen war ich seit vier Stunden unterwegs. In dem kleinen Örtchen habe ich mir bei einem Getränkeautomaten etwas zu trinken gekauft und überprüft, wie lange ich wohl noch unterwegs bin: etwa drei Stunden.

Weiter geht’s. 

Meine Route führte mich jetzt besonders steil nach oben. Das Exoskelett leistete auch hier wieder eine sehr zufriedenstellende Arbeit. Trotz meiner Erschöpfung bewältigte ich den Aufstieg, aber ich machte mir dennoch Sorgen. 

Es geht nach oben. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Es geht nach oben. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Es sieht so aus, als würde Google Maps mich durch einen Wald führen – in absoluter Finsternis. Ich wollte aber nicht umkehren und bin weitergelaufen. Ich sollte bald merken, dass dies die falsche Entscheidung war. 

Auf dem Foto sieht es deutlich heller aus, als es tatsächlich war.  (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Auf dem Foto sieht es deutlich heller aus, als es tatsächlich war.  (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Oben kam ich dann an einem Waldrand mit einem unebenen Feldweg an. Für diesen blieb ich im Hyper-Modus des Hypershell X Ultra, aber nur mit 50 Prozent Leistung. Obwohl ich inzwischen nicht mehr bergauf laufen musste, raubt der unebene Boden einem auch ziemlich viel Energie.

Der Weg führte mich zum Glück nicht direkt in den Wald, sondern am Waldrand entlang. Trotzdem war es dunkel, still und uneben. 

Das Schlimmste kam erst noch: Nach einiger Zeit hörte der Feldweg einfach auf. Vor mir war eine große Waldlichtung und der Boden bestand aus purem Matsch. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Das Schlimmste kam erst noch: Nach einiger Zeit hörte der Feldweg einfach auf. Vor mir war eine große Waldlichtung und der Boden bestand aus purem Matsch. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Ich habe hiervon keine Fotos geschossen, weil ich mein Handy dauerhaft als Taschenlampe benötigte und die Bedienung meiner Systemkamera beide Hände erforderte.

Ich konnte es nicht fassen. Nicht nur war ich schon richtig erschöpft, jetzt musste ich mich auch noch in absoluter Finsternis durch den Matsch kämpfen. Der Boden war so aufgeweicht, dass ich mehrmals stecken geblieben bin und einmal sogar den Schuh verlor.  

Der Hypershell X Ultra war während dieser ganzen Zeit auf der höchsten Stufe, um meinen Energieverlust möglichst gering zu halten. Es half. Nicht nur körperlich, sondern auch mental, weil ich wusste, dass ich das trotz Erschöpfung schaffen kann.

Nach sehr langen 15 Minuten habe ich es durch die Lichtung geschafft und zum Glück einen neuen Waldweg entdeckt. 

Ich war zwar immer noch abseits der Zivilisation, aber zumindest fürchtete ich nicht mehr, ein neuer Vermisstenfall zu werden. Nach etwa 20 Minuten erspähte ich in der Ferne eine befahrene Straße. Was war ich glücklich, Autoscheinwerfer zu sehen!

Auf dieser Straße gab es keine Straßenlaternen und keinen Gehweg. Zum Glück kamen mir insgesamt nur vier bis fünf Autos entgegen. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Auf dieser Straße gab es keine Straßenlaternen und keinen Gehweg. Zum Glück kamen mir insgesamt nur vier bis fünf Autos entgegen. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Die Straße war für Fußgänger zwar absolut ungeeignet, aber nach dieser Erfahrung im Wald war das der reinste Luxus. 

Wegen meiner Erschöpfung habe ich den Hypershell X Ultra von diesem Zeitpunkt an dauerhaft im Hyper-Modus mit 75 Prozent Leistung betrieben. 100 Prozent habe ich nur für Steigungen verwendet. 

Nach etwa einer halben Stunde kam ich über diese Straße endlich in Essingen an – einem Vorort von Aalen. Inzwischen bin ich etwa 19 Kilometer gelaufen und das Haus meiner Mutter war noch immer etwa 8 Kilometer entfernt. 

Dieser Anblick hat meinen restlichen Willen gebrochen: Aalen ist noch immer etwa acht Kilometer entfernt. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Dieser Anblick hat meinen restlichen Willen gebrochen: Aalen ist noch immer etwa acht Kilometer entfernt. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Meine Energie war aufgebraucht und die restlichen acht Kilometer würde ich selbst nicht mal mehr mit dem Exoskelett schaffen. Meine Füße und Beine taten weh und ein Wadenkrampf bahnte sich langsam an. 

Meine letzte Handlung an diesem Tag war folgende: eine Bushaltestelle in Essingen aufsuchen und den Rest mit dem Bus fahren. So beendete ich meine fast achtstündige Wanderung.

Obwohl ich nicht ganz das Ziel erreicht habe, das ich mir vorgenommen hatte, bin ich stolz darauf, immerhin die 20 Kilometer geschafft zu haben. An diese Erfahrung werde ich mich lange erinnern.

Das Hypershell X Ultra war dabei eine riesige Hilfe, ohne die ich diese Wanderung nicht einmal unternommen hätte. Doch hat es sich wirklich gelohnt? Wäre ich bereit, dafür 2.000 Euro für dieses Gerät auf den Tisch zu legen?

Mein Fazit lest ihr auf der nächsten Seite.

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