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Ein brandneues Strategiespiel hat eines der coolsten Szenarien überhaupt

Imperiums: The Americas deckt ein Szenario ab, in das sich nahezu kein anderes Strategiespiel wagt. Und dahinter stecken Meister ihres Fachs.

Imperiums: The Americas wagt sich an ein völlig unterrepräsentiertes Szenario. Imperiums: The Americas wagt sich an ein völlig unterrepräsentiertes Szenario.

Ich liebe historische Strategiespiele dafür, dass sie Türen in die Vergangenheit aufstoßen. Natürlich mit all den entsprechenden Disclaimern – keine absolut authentische Geschichtsdarstellung, immer durch eine bestimmte Linse, yadda, yadda, yadda –, aber trotzdem: Für eine Erstbegegnung mit Geschichte sind Video- und besonders Strategiespiele eine tolle Sache. Ohne Age of Empires hätte ich mich als Kind wahrscheinlich nie so sehr für Geschichte begeistert.

Umso cooler, wenn selbst nach all den Jahren noch neue Strategiespiele komplett unverbrauchte Szenarien beackern. Bestes Beispiel ist Imperiums: The Americas.

Ihr Füchse werdet es schon erraten: Dort geht es um Amerika. Das Spiel wurde frisch angekündigt, hat noch kein Release-Datum, aber was ich schon weiß: Dahinter stecken Meister ihres Fachs.

Was ist Imperiums: The Americas?

In den letzten Jahren haben diverse Militärspiele alle möglichen Szenarien der US-amerikanischen Historie aufgegriffen, den Sezessionskrieg, den Unabhängigkeitskrieg – The Americas reist deutlich weiter in die Vergangenheit, bevor es überhaupt irgendein U, S oder A gab.

Ihr übernehmt eines von 20 indigenen Völker in den Jahrzehnten, bevor Kolumbus und seine Spezis den Kontinent entdeckten; spielt also grob im frühen 15. Jahrhundert. The Americas ist Teil der Imperiums-Serie von Indie-Studio Kube Games, die mit Aggressors: Ancient Rome und Imperiums: Greek Wars schon zwei richtig, richtig gute »Vorgänger« entwickelt haben.

Video starten 1:34 Imperiums: The Americas bringt 4X und Grand Strategy in ein sträflich vernachlässigtes Szenario

The Americas erbt deren Stärken und vermischt das 4X-Gameplay eines Civilization mit dem Anspruch eines Grand-Strategy-Spiels der Marke Europa Universalis. Es wird also stumpf gesprochen ein Hardcore-Civ.

Ihr baut Städte aus, bewegt Runde um Runde eure Truppen über die Karte, müsst darüber hinaus aber diverse Faktoren beachten, zum Beispiel die Versorgung über Distanzen, die kulturelle Zusammensetzung eurer Siedlungen oder die Loyalität eurer Truppen. Diplomatie ist ein komplexes Geflecht aus Einflüssen, Vorurteilen und wirtschaftlichen Hebeln und, und, und.

Es gibt diverse Routen zum Sieg, wahlweise über Kriegsführung, Diplomatie, es kommen auch interaktive Ereignisse wie in Crusader Kings 3 vor.

Warum ist das spannend?

Die amerikanische Geschichte vor Ankunft der Europäer ist ein unheimlich spannendes Kapitel. Wir reden von Hochkulturen sowie unzähligen kleineren Völkern und Stämmen, die fernab aller eurasischen oder afrikanischen Einflüsse und ohne deren Technologien, Nutztiere und Handelsbeziehungen florierten.

Ohne Eisen, Weizen oder Reis, ohne Pferde, Schweine oder Rinder; jede kulturelle Errungenschaft der indigenen Amerikaner stammte genuin von ihnen – und deshalb lohnt es sich doppelt und dreifach, in diese fernen Kulturen einzutauchen und nachzuvollziehen, welche eigenen Antworten sie auf die Widrigkeiten und philosophischen Fragen des Lebens formulierten.

Leider ist viel von der amerikanischen Frühgeschichte für immer verloren, deshalb liebe ich es, wenn Spiele sich trotzdem an das Thema heranwagen. Dieses Jahr hatten wir zum Beispiel Aztec: The Last Sun mit Fokus auf die Azteken. Imperiums: The Americas spannt den Bogen deutlich weiter und reicht von Süd- über Mittel- bis nach Nordamerika.

Klar, noch weiß niemand, wie gut das Spiel letztlich wird. Die Devs kommunizieren auch noch keinerlei Release-Datum. Aber alleine die Prämisse und die Qualität der bisherigen Kube-Games-Spiele reichen, damit ich mir das Ding auf die Steam-Wunschliste packe. Und ihr ja vielleicht auch.


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