Intel droht Microsoft & Qualcomm - Windows 10 ARM ohne x86-Lizenz

Der erste x86-Prozessor von Intel wird bald 40 Jahre alt. Intel feiert das in einem Blogbeitrag, in dem das Unternehmen Microsoft und Qualcomm droht, ohne diese Unternehmen direkt zu nennen.

von Georg Wieselsberger,
11.06.2017 11:44 Uhr

Intel droht Qualcomm und Microsoft, weil die beiden Unternehmen x86-CPUs emulieren wollen.Intel droht Qualcomm und Microsoft, weil die beiden Unternehmen x86-CPUs emulieren wollen.

Intel betont in seinem langen Blogbeitrag die enormen Investitionen, die in den x86-Prozessoren und deren Befehlen liegen, die bekanntlich die Grundlange für den Erfolg des PCs, von Windows und somit auch Microsoft liegen. Diese Investitionen müsse Intel natürlich durch Patente schützen und der Befehlssatz der x86-Prozessoren werde inzwischen durch ein »dynamisches Patent-Portfolio« von mehr als 1.600 Patenten weltweit begleitet. »Intel schützt seine x86-Innovationen und wir vergeben kaum Lizenzen an andere, um sie zu nutzen.«

Patentklagen sind für Intel nicht neu

In den letzten 30 Jahren sei man daher auch hart gegen Unternehmen wie United Microelectronics, Advanced Micro Devices (AMD), Cyrix, Chips and Technologies, Via Technologies und Transmeta vorgegangen, auch wenn das zuletzt nicht mehr notwendig gewesen sei, da andere Unternehmen die Patente von Intel respektiert hätten. "Allerdings gibt es Berichte drüber, dass einige Unternehmen versuchen könnten, Intels proprietären Befehlssatz ohne Genehmigung zu emulieren", so der Blogbeitrag.

Das ist ein klarer Hinweis auf die Pläne von Microsoft und Qualcomm, eine ARM-Version von Windows 10 zu veröffentlichen, die den aktuellen Qualcomm Snapdragon 835 als Prozessor nutzt, um x86-Programme per Emulation laufen zu lassen. Erst Vorführungen zeigen, dass das sogar recht gut funktioniert, doch eine Lizenz dafür scheint es wohl nicht zu geben.

Patente betreffen auch Emulationen

Es folgt der Hinweis von Intel, dass man auch gegen Transmeta die x86-Patente durchsetzen konnte, obwohl deren Prozessoren ebenfalls nur eine Emulation verwendeten. »Nur die Zeit werde zeigen, ob neue Versuche, Intels x86-ISA zu emulieren, ein anderes Schicksal teilen werden.« Man begrüße rechtlich einwandfreie Konkurrenz, erwarte aber, dass andere Unternehmen die Rechte von Intel respektieren. Das hört sich wie eine letzte Aufforderung an Qualcomm und Microsoft an, eine x86-Lizenz zu beantragen.

Quelle: Intel, Paul Thurrott

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