Doch schneller als RTX 3070 Ti? Brandaktueller Benchmark zu Intels High-End-Grafikkarte gesichtet

Arc Alchemist-Topmodell A780 ist laut Benchmark auf den ersten Blick schneller als die 3070 Ti, muss sich aber der RX 6800 geschlagen geben. Was heißt das?

von Alexander Köpf,
21.01.2022 12:37 Uhr

Wie schnell werden Intels Grafikkarten? In Form von Leaks und Gerüchten wurde diese Frage in den letzten Monaten immer wieder grob beantwortet. Die Performance des Flaggschiffs aus der Arc Alchemist-Reihe soll demnach in etwa auf dem Niveau von Nvidias Geforce RTX 3070 Ti liegen.

Ein brandaktueller Eintrag in die Benchmark-Datenbank Sandra auf der Webseite von Sisoftware bestätigt die durchaus hohe Leistungsfähigkeit des vermutlich A780 genannten Beschleunigers. Es scheint, also gelänge Intel tatsächlich bereits mit dem ersten Schuss ein Treffer ins Schwarze bei den High-End-Grafikkarten, auch wenn es zur absoluten Spitze in Form der RTX 3090 respektive RX 6900 XT noch nicht ganz reicht. Es drängen sich jedoch noch weitere Fragen auf.

Im Rahmen der Keynote zur CES 2022 hat Intel leider nur wenig Neues zu den Grafikkarten verraten. Dafür wird es einen neuen schnellsten Prozessor geben:

Prozessor mit 5,5 GHz vorgestellt   57     2

Intel auf der CES

Prozessor mit 5,5 GHz vorgestellt
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Was zeigt der Benchmark zu Intels Flaggschiff-Grafikkarte?

Intels Arc A780 bringt es im Sandra-Benchmark auf eine Punktzahl von rund 9.018 Mpix/s (Megapixel pro Sekunde) und liegt damit sogar ein ganzes Stück vor der RTX 3070 Ti, die rund 8.370 Mpix/s schafft. Konkret ist das ein Vorsprung von knapp acht Prozent. Für die Radeon RX 6800 reicht es in diesem Benchmark-Szenario allerdings nicht. Mit 10.607 Mpix/s liegt AMDs aktuell drittstärkster Beschleuniger fast 18 Prozent vor Intels kommendem Flaggschiff. Im GameStar-Test liegt die RX 6800 im Durchschnitt aus allen Auflösungsstufen übrigens rund sechs Prozent vor der RTX 3070 Ti.

Allerdings sei auch gesagt, dass es sich bei dem Score im Sandra-Benchmark um ein kombiniertes Ergebnis handelt. Aufgeschlüsselt nach Einzelmessungen ergeben sich unterschiedliche Werte:

  • Half-float (FP16): 35.093 Mpix/s vs. 36.510 Mpix/s (A780 vs 3070 Ti)
  • Single-float (FP32): 20.888 Mpix/s vs. 27.029 Mpix/s
  • Double-float (FP64): 1.000 Mpix/s vs. 594 Mpix/s
  • Quad-float (FP128): 109 Mpix/s vs 22 Mpix/s

Für Spiele gelten FP32-Operationen gemeinhin als wichtigste der vier Kenngrößen. In Form der theoretischen Angabe der Rechenleistung lassen sich FP32-Operation zwar nur schwer miteinander vergleichen, im Falle des Sandra-Benchmarks handelt es sich jedoch um echte Messergebnisse.

Darüber hinaus verrät der Benchmark auch Details zu den Spezifikationen. Besonders interessant ist die Taktrate von 2,1 GHz. Es ist denkbar, dass es sich dabei um die typische Geschwindigkeit unter Last handelt, vergleichbar mit AMDs Game-Takt, da bisherige Gerüchte von einer maximalen Taktrate zwischen 2,2 und 2,5 GHz sprechen:

Radeon RX 6800Kerne: 3.840Takt: 1.815/2.105 MHz (Game-/Boost-Takt)Speicher: 12GB GDDR6TBP: 250W
Arc A780*Kerne: 4.096Takt: 2.100 MHz (eventuell Game-Takt)Speicher: 16GB GDDR6TBP: 275-300W
Geforce RTX 3070 TiKerne: 6.144Takt: 1.575/1.770 MHz (nomineller Basis-/Boost-Takt, real eher 1.900 bis 2.000 MHz Boost)Speicher: 8GB GDDR6XTBP: 290W
*Angaben nicht offiziell bestätigt

Neben Arc A780 wird auch ein Benchmark zum Einsteiger-Modell Arc A380 in der Datenbank geführt (via Wccftech). Das bringt es auf 2.956 Mpix/s und liefert damit ziemlich genau ein Drittel der Performance des Topmodells aus der Arc Alchemist-Reihe.

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Was bedeutet das für die Performance in Spielen?

Obgleich es die Rechenleistung von A780 in synthetischen Benchmarks mit der RTX 3070 Ti aufnehmen und sie in Summe sogar übertreffen kann, heißt das nicht, dass das auch in Spielen zwingend der Fall sein muss. Wie oben bereits erwähnt, gilt es unter anderem, auf die Details in Form der Einzelergebnisse zu achten. Außerdem ist neben der Entwicklung von potenter Hardware vor allem auch die Anbindung via Software respektive an den Grafiktreiber entscheidend für die Leistung.

Intel selbst soll die Arc Alchemist-Grafikkarten Gerüchten zufolge als eine Art Testfeld für die Optimierung des Treibers sehen, ehe der tatsächliche Angriff auf die High-End-Modelle von AMD und Nvidia erst mit Arc Battlemage im kommenden Jahr erfolgen soll:

Großangriff auf RTX 4000 und RX 7000 soll 2023 erfolgen   57     4

Intel vs. Nvidia und AMD

Großangriff auf RTX 4000 und RX 7000 soll 2023 erfolgen

Wann erscheinen Intels Grafikkarten? Eine genaues Releasedatum steht bislang nicht fest. Auf Intels Homepage ist vom ersten Quartal 2022 die Rede. Gerüchte sprechen jedoch von einem Produkt-Launch Ende März.

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