Ich bin Apple-User seit 2008. Mein erstes iPad war das gute alte iPad 3 – schwer wie ein Ziegel und mit ähnlich dicken Bildschirmrändern wie Röhrenfernseher aus den 90ern, aber damals ein unverzichtbarer Begleiter durchs Studium.
Danach kamen das iPad 4, das iPad Air und schließlich 2018 das iPad Pro 11 Zoll. Dieses Gerät war für mich bis heute alles, was ich brauchte: groß genug für echtes Multitasking, perfekter Laptop-Ersatz mit dem Apple Magic Keyboard und mit ordentlich Power unter der Haube für Bildbearbeitung.
Ich nutze das iPad Pro Zuhause sowohl fürs Surfen, zur Kommunikation und zum Streamen als auch beruflich, obwohl ich ein MacBook Air habe. Artikel (wie diesen) schreiben, Mails, Recherchen – das Ding war (und ist) ein mobiles Arbeitsgerät.
Doch 2025 änderte sich das.
Warum ich vom iPad Pro zum iPad mini gewechselt bin
Ich liebe mein iPad Pro. Doch immer wieder habe ich online gelesen: Das iPad mini hat den besten Formfaktor aller iPads
.
Egal, ob YouTube-Videos, Reddit-Threads, oder Artikel – überall stolperte ich über dieselbe Botschaft: Handlich, mobil und mit starker Performance, das iPad mini soll das perfekte Tablet
sein.
Auch mein Kollege Marinus schwärmte: Wenn du das mal in der Hand hattest, willst du es nie wieder weglegen.
Irgendwann konnte ich nicht mehr widerstehen. Ich hatte das iPad mini zwar schon öfter im Apple Store probegetätschelt, aber nie längere Zeit genutzt.
Nun hatte ich die Gelegenheit, das iPad mini 7 in der Farbe Purple
für ein paar Monate direkt von Apple auszuleihen – mit überraschendem Ergebnis.
Erste Gedanken nach dem Wechsel
Ich hatte mit einem klassischen Wow, ist das klein!
gerechnet. Immerhin hatte ich anstelle eines 11 Zoll großen Bildschirms nun eines mit gerade mal 8,3 Zoll vor der Nase. Und ich weiß noch, wie ich damals von einem iPhone X zu meinen 13 mini gewechselt bin und dachte: Mein Gott, das wirkt wie ein Spielzeug!
Doch das Gefühl, ein (zu) kleines Gerät vor sich zu haben, blieb diesmal aus. Stattdessen fühlte sich das iPad mini vom ersten Moment an einfach richtig an.
Groß genug, um alles lesen und erfassen zu können, super leicht und portabel und der Formfaktor ist – da muss ich Marinus recht geben – unverschämt gut. Man will es einfach anfassen, mitnehmen, durchscrollen. Und es passt sogar in die Innentasche vieler meiner Jacken.
Dafür ist das iPad mini genial
Surfen, Nachrichten & E-Mails: Man kann im Browser alles erkennen, selbst mehrere Tabs sind dank Tab-Gruppen kein Problem. Bei Websites hatte ich nie den Eindruck, dass zu wenig Inhalt auf den Bildschirm passt.
Die Tastatur lässt sich praktischerweise auseinanderziehen, sodass ich mit beiden Daumen super schnell und angenehm tippen kann, während ich das iPad mini halte. Das geht beim iPad Pro nicht so komfortabel; ich muss es auf den Schoß legen, weil es in den Händen auf Dauer zu unangenehm wird.
E-Reader-Ersatz: Der Formfaktor ist perfekt für Mangas, Comics und Bücher, aber auch Artikel und PDFs sind ausreichend erkennbar. Nach besonders langen Sitzungen fällt das Gewicht zwar im Vergleich zu einem herkömmlichen E-Book-Reader negativ auf. Dennoch ist das Lesen mich ganz klar eines der besten Einsatzgebiete des minis.
Notizen machen mit dem Apple Pencil: Auch hier mangelte es nicht wie befürchtet an Übersicht. Ich habe für handschriftliche Notizen das iPad mini fast ausschließlich im Hochkant-Format genutzt und hatte nicht das Gefühl, zu wenig Platz zu haben.
Portabilität: Die wohl größte Stärke des iPad mini – der Formfaktor ist beinahe perfekt. Es liegt bei mir immer auf der Sofakante, sodass ich es schnell erreiche. Es fühlt sich jederzeit angenehm an, egal ob in einer Hand oder in beiden. Es ist leicht und klein genug, um in der Jacken- oder Umhängetasche wie ein Notizbuch immer mit dabei zu sein.
YouTube & Streaming: Entgegen meiner Erwartung reicht das iPad mini vollkommen fürs Streaming. Klar, ein Film wirkt auf einem größeren Bildschirm besser, aber einen Kino-Blockbuster gucke ich dann doch lieber auf meinem OLED-TV.
Für YouTube-Videos oder Serien auf Netflix und Co. reicht auch der Bildschirm des iPad mini, zumal der Bildschirm gestochen scharf ist und nur bei starkem Sonnenlicht an seine Grenzen kommt.
Multitasking: Ich lege gern mehrere Apps nebeneinander, schreibe etwa Notizen, während ich im Browser recherchiere. Hier war ich skeptisch, aber Split View funktioniert auch beim iPad mini ohne große Einschränkungen. Beim Schreiben nimmt die virtuelle Tastatur allerdings einen beachtlichen Teil des Bildschirms ein.
Wie sich Multitasking im kommenden iPadOS 26 schlägt, bleibt aber spannend abzuwarten. Das neue iPadOS bringt im Herbst dieses Jahres nämlich einen komplett neuen Fenstermodus aufs iPad, weswegen Kollege Patrick sogar sein MacBook abgibt:
Innerhalb meiner drei Monate Testphase habe ich festgestellt, dass mir bei meinen bisherigen Usecases zu 90 Prozent der kleine Bildschirm des iPad minis ausreicht. All meine am häufigsten genutzten Apps konnte ich ohne große Einbußen nutzen. Trello, ChatGPT und sogar Affinity Photo.
Dafür ist das iPad Pro unschlagbar
Aber es bleiben eben 10 Prozent, wo das iPad mini nicht meinen Ansprüchen genügt.
Zugegeben: Ich wusste schon vorher, dass das iPad mini mein iPad Pro nicht vollends ersetzen kann, denn die kleine Tablet-Flunder ist mehr ein Casual-Alltagsgerät als ein Laptop-Ersatz.
Das liegt primär nicht an der mangelnden Chip-Performance, die ist nämlich wahnsinnig gut, sondern an der fehlenden Tastatur:
- Magic Keyboard + Schreiben: Mails und Nachrichten sind auf dem iPad mini ein Klacks. Für längere Texte fehlt dem kleinen iPad aber eine Tastatur.
- Produktives Arbeiten: Man kann auch auf dem iPad mini Arbeit erledigen, aber das iPad Pro bietet mir das Quäntchen mehr Übersicht, das es manchmal einfach braucht. Wenn ich mit Gemini arbeite und nebenbei an Notizen arbeite, zum Beispiel. Denn auch hier fehlt die physische Tastatur.
Wie ihr seht, schlägt das größere iPad Pro für mich genau dann das kleine iPad mini, wenn es ums Schreiben oder Arbeiten mit der Tastatur geht. Und ja, ich könnte eine Bluetooth-Tastatur mit dem iPad mini koppeln. Das bietet aber zum einen kein Touchpad und ist zum anderen nicht halbwegs so komfortabel wie das Magic Keyboard (oder eine Alternative wie das Logitech Combo Touch) für das große iPad.
Eine Tastatur in der Größe des iPad mini wäre zu klein, um angenehm damit tippen zu können. Beim iPad mit 11 Zoll ist die Größe dagegen gerade so ausreichend.
Wechsle ich zurück? Fazit nach 3 Monaten
So sehr ich das iPad mini in mein Herz geschlossen habe: 100 Prozent ersetzen kann es mein iPad Pro nicht. Daher bleibe ich privat beim iPad Pro 11 Zoll und kaufe mir kein iPad mini.
Beide Geräte haben ihre Daseinsberechtigung. Das Mini ist das perfekte Tablet für die meisten, das Pro taugt besser als Laptop-Ersatz.
Ich habe lange überlegt, ob zwei iPads sinnvoll wären, kam dann aber zum Schluss: Es gibt nicht die perfekte Größe. Überlegt, wofür ihr das Tablet hauptsächlich nutzt – und richtet eure Kaufentscheidung danach aus.
Mein größtes Learning
Der Gewöhnungseffekt ist real: Der Mensch gewöhnt sich an fast alles. Anfangs nervte mich noch, dass ich das iPad mini nur mit dem Fingerabdruck und nicht mit meinem Gesicht entsperren kann, wie es vom großen iPad und iPhone gewöhnt war. Doch nach ein paar Wochen störte es mich nicht mehr.
Auch an die Größe habe ich mich schnell gewöhnt. Als ich nach drei Monaten das iPad Pro wieder regulär nutzte, wirkte es fast schon gigantisch. Dieses Riesenteil habe ich all die Jahre genutzt?
, dachte ich. Nach ein paar Tagen hat sich aber auch dieser Eindruck verflüchtigt – und der Gewöhnungseffekt trat ein.
Noch ein Selbstversuch: Ich bin vom iPhone zu Android gewechselt - mein Fazit nach 1 Monat
Ich hoffe, ihr konntet bei diesem kleinen Selbstversuch etwas für euch mitnehmen. Ich habe gelernt, dass es nicht die perfekte Größte gibt, sondern jede ihre Vor- und Nachteile hat, dass das iPad mini ein verdammt gutes Tablet ist, und dass man sich an mehr gewöhnt, als man denkt.
Wie nutzt ihr euer iPad? Eher zum Arbeiten oder zum Entspannen? Habt ihr schon einmal über einen Wechsel nachgedacht? Schreibt es mir gern in die Kommentare!

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