Apple ignoriert beim iPhone Duo das, was Samsung bei Foldables längst gelernt hat

Apple verbaut bei seinem ersten Foldable eine Unter-Display-Kamera. Ich bin kein großer Fan dieser Technik, denn sie hat aus meiner Sicht fast nur Nachteile.

Apple setzt beim iPhone Duo auf eine Unter-Display-Kamera, die Samsung bei seinen Folds mal hatte, aber aus gutem Grund wieder eingestampft hat. (Bildquelle: GameStar Tech Apple) Apple setzt beim iPhone Duo auf eine Unter-Display-Kamera, die Samsung bei seinen Folds mal hatte, aber aus gutem Grund wieder eingestampft hat. (Bildquelle: GameStar Tech / Apple)

Ich habe ein sehr zwiespältiges Verhältnis zu Kameras, die unter dem Display liegen. Vor einigen Jahren hatte Samsung das bei seinem großen Galaxy Z Fold 4 eingeführt und als großen Fortschritt verkauft.

Ich hatte das Foldable seinerzeit getestet und die Qualität der versteckten Frontkamera war ernüchternd – sie war sogar ziemlich schlecht. Samsung hat die Technik noch beim Z Fold 5 und Fold 6 mitgeschleppt, dann aber endlich auf das Nutzer-Feedback gehört – die wollten eine bessere Qualität und nahmen dafür auch ein Punchhole, also eine Aussparung für die Kamera, in Kauf.

Mit dem Z Fold 7 war die Unter-Display-Kamera wieder passé – und die Qualität merklich besser. Weiterhin vorhanden ist die versteckte Kamera übrigens unter anderem bei den Gaming-Handys von Redmagic, etwa beim Redmagic 11s Pro. Wollt ihr mal sehen, wie das aussieht? So:

Bei direktem Sonnenlicht Bei wenig Licht im Innenraum Bei direktem Sonnenlicht Bei wenig Licht im Innenraum

Die Aufnahmen der Frontkamera sind qualitativ schlecht – ein Kompromiss aufgrund der versteckten Kamera. (Bildquelle: GameStar Tech)

Selbst bei direktem Sonnenlicht sehen die Aufnahmen einfach nicht gut aus, bei wenig Licht haben sie sogar eine grausame Qualität. Vom Z Fold 4, 5 oder 6 habe ich leider gerade keine Beispiele da, aber sie waren nicht viel besser.

Und jetzt kommt Apple

Beim iPhone Duo hat mich die Ankündigung einer Unter-Display-Kamera zunächst zwar etwas verwundert, aber ich war der Meinung: Apple hatte jetzt so lange Zeit mit seinem Foldable. Sie werden das schon so weit verbessert haben, dass die Kamera eine gute Qualität liefert.

Ich dachte: Sie präsentieren eine State-of-the-Art-Lösung und zeigen, dass die Technik endlich ausgereift ist.

Ich konnte das iPhone Duo zwar noch nicht selbst in die Hand nehmen und die Kamera ausprobieren, aber ich habe mir einige Reviews bei YouTube angesehen. Und da habe ich direkt die gleichen Probleme wiedererkannt, die Samsung damals beim Galaxy Z Fold hatte und die auch Redmagic noch hat.

Ihr könnt euch die Kameraqualität im folgenden Review des YouTubers Marques Brownlee ansehen, es beginnt bei Minute 13:24:

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Brownlee bestätigt damit die Kompromisse, die Unter-Display-Kameras aktuell noch haben: Ja, die Kamera ist versteckt und es gibt keine Aussparung auf dem Display, wodurch es nahtlos wirkt und toll aussieht. Dafür soll die Qualität selbst bei gutem Licht alles andere als gut sein.

Wenn ich mir das Video anschaue, sieht die Kameraqualität zwar immerhin spürbar besser aus als die der aktuellen Redmagic-Gaming-Handys. Aber im Vergleich zu nicht versteckten Linsen bleibt sie eher schlecht.

Ein Trostpflaster: Die versteckte Kamera im Innendisplay ist natürlich nicht die einzige. Sie soll wohl vor allem bei FaceTime-Anrufen zum Einsatz kommen. Es gibt noch eine reguläre, nicht versteckte Frontkamera auf dem Außendisplay und eben noch das Hauptkamerasystem.

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Eine subjektive Kontroverse

Nichtsdestotrotz hätte ich mir gewünscht, dass Apple bei einem solch teuren Gerät, das zudem viele Jahre nach den ersten Foldables anderer Hersteller kommt, keine solchen Kompromisse eingeht. Ich hätte lieber ein Punch Hole und dafür eine bessere Kamera.

Allerdings ist das auch innerhalb unserer Redaktion ein Streitthema: Beispielsweise sieht mein Kollege Mirco eine Kameraaussparung im Display kritischer als ich es tue. Zwar erinnert er daran, dass sich bei der Einführung der Notch beim iPhone X damals anfangs alle aufgeregt haben und sie im Alltag schnell keine Rolle mehr spielte.


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Doch ob sich ein Punch-Hole im großen Innendisplay des iPhone Duo ähnlich leicht ausblenden ließe, kann er Stand jetzt nicht einschätzen – er stellt es sich jedenfalls nervig vor. Deshalb würde er lieber einen kleinen Kompromiss bei der Qualität eingehen, als dauerhaft auf ein störendes Loch blicken zu müssen, zumal es eben die genannten anderen Kameras als Ausweichoption gibt.

Es ist also ein sehr subjektives Thema und wir sind uns einig: Wir können die Kamera natürlich erst final bewerten, nachdem wir das iPhone Duo selbst einmal in der Hand gehalten und sie ausprobiert haben. Vielleicht revidiere ich dann sogar meine Aussage – wer weiß?


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