The Odyssey von Christopher Nolan musste bereits vor Release einiges an Kritik einstecken. Vor allem die Kostüme, die Besetzung und die umgangssprachlichen Dialoge wurden in hitzigen Diskussionen thematisiert.
Am 16. Juli 2026 erscheint das Historien-Epos nach der Erzählung des Dichters Homer endlich in den deutschen Kinos, und es gibt gute Nachrichten: Die Kritiker lieben The Odyssey!
Falls ihr wissen möchtet, was unser Entertainment-Experte Vali denkt, dann schaut doch in seiner Filmkritik vorbei:
Ein atemberaubendes Meisterwerk
In The Odyssey (deutsch. Die Odyssee) befindet sich Odysseus (Matt Damon) nach dem Sieg im Trojanischen Krieg auf der Heimreise. Während sich der König von Ithaka über die Meere kämpft, versuchen seine Frau Penelope (Anne Hathaway) und sein Sohn Telemachus (Tom Holland) Odysseus Herrschaft aufrechtzuerhalten. Denn anderen dürstet es nach dem Thron Ithakas.
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The Odyssey: Fans lassen am finalen Trailer von Christopher Nolans neuem Historien-Epos kein gutes Haar
Kritiker sind zu 96 Prozent von der Verfilmung des jahrhundertealten Epos begeistert. Somit erreicht The Odyssey auf Rotten Tomatoes einen neuen Höchstwert und löst The Dark Knight (94 Prozent) als bisher besten Film von Christopher Nolan ab.
Ob das so bleibt, wird sich zeigen. Erfahrungsgemäß trudeln immer noch weitere Bewertungen ein, die den Durchschnittswert entweder senken oder erhöhen. Aktuell haben 197 Kritiker The Odyssey bewertet. Zum Vergleich: Oppenheimer liegt bei 509 Reviews.
Was finden Kritiker an The Odyssey gut?
- Grandioser Soundtrack von Ludwig Göransson
- Atemberaubende Bilder (Kamera: Hoyte van Hoytema)
- Starke Regie
- Hervorragender Cast
Welche Probleme gibt es?
- Strukturelle Schwächen
- Vereinzelte Verschwendung der Star-Power
Filmstarts (Wertung: 4,5/5 Sternen)
Schon im Vorverkauf hat sich gezeigt, dass sich das Publikum von Die Odyssee vor allem auf die Vorstellungen im IMAX- oder 70mm-Format stürzt – und tatsächlich: Wenn es sich in diesem Jahr lohnt, für einen Film 50, 100 oder gar 150 Kilometer zu fahren, um ihn in bestmöglicher Qualität zu sehen, dann ist es auf jeden Fall Christopher Nolans Irrfahrt-Epos!
Moviepilot
Mit den Sprüngen zwischen Zeit- und Erzählebenen, die schon Homers Vorlage innewohnen, bot sich Nolan als perfekter Regisseur für Die Odyssee an. In Filmen wie Memento, Dunkirk, Tenet bis hin zu Oppenheimer stellte er hinreichend unter Beweis, wie er das filmische Spiel mit der Zeit beherrscht. So darf auch dieses Abenteuer zwischen Ithakas Gegenwart, Troja-Erinnerungen und Odysseus' Seereise springen, während verschiedene Figuren sich an Vergangenes erinnern und zugleich Gegenwärtiges erleben.
Variety
The Odyssey ist ein wahres Festmahl aus lauten, grandiosen, typisch filmischen Vergnügungen – so dreist und selbstbewusst opulent, dass es sich leisten kann, einen erheblichen Teil seiner Starbesetzung für überflüssige Gastauftritte zu verschwenden. [...]
Insbesondere in IMAX lösen Hoyte van Hoytemas verbrannte, ausgebleichte, weitläufige Landschaften aus Sand, Buschwerk und Meer echte Ehrfurcht aus; ebenso wie das tiefe, elektro-orchestrale Pulsieren von Ludwig Göranssons Filmmusik. Auf sensorischer Ebene gibt es hier so viel zu erleben, dass der Film mit seiner leicht distanzierten, die Seele nur streifenden Kühle davonkommt; wir verlassen den Saal mit dem Gefühl, in der Hölle und wieder zurück gewesen zu sein – und das auf berauschende Weise.
TheWrap
The Odyssey ist ein persönlicher Studio-Blockbuster über Selbsthass und Scham. Zu sehen, wie sich eine so intime und wertende Geschichte in solch titanischem Ausmaß entfaltet, ist eine seltene, fast perverse Erfahrung. Man kann nicht sagen, dass Hollywood solche Filme nicht mehr macht. Niemand hat das jemals getan.
The Hollywood Reporter
Auch wenn The Odyssey unausgewogen ist und nicht an die Souveränität und intellektuelle Komplexität von Oppenheimern heranreicht, wird der Film durch das umwerfend charismatische Ensemble aufgewertet. [...]
Damon ist hervorragend und begibt sich in dunkle Gefilde, die er in seinen bisherigen Rollen selten oder gar nicht erkundet hat; Hathaway ist ein Vorbild an stählerner Selbstbeherrschung, hinter der sich Verletzlichkeit verbirgt; Pattinson stürzt sich mit Begeisterung in die Bösartigkeit seiner Figur und zeigt Antinoos als feigen Verschwörer, der nur sich selbst treu ist.
IGN Movies (Wertung: 8/10)
Die Odyssee interpretiert Homers Epos aus einer neuen Perspektive, die der Geschichte einen Hauch von Horror und existenzieller Angst verleiht – und auch eine Prise Humor. Es mag zwar kein perfekter Film sein, aber dennoch ist es ein ziemlich großartiges Kinoerlebnis.
Seattle Times (Wertung: 3,5/4 Sternen)
Der Film verliert gelegentlich ein wenig den Faden, genau wie Odysseus; insbesondere eine finale Kampfszene wirkt unnötig chaotisch und unkonzentriert, und einigen Darstellern (vor allem Lupita Nyong’o als Helena von Troja und ihre Zwillingsschwester Klytaimnestra) bleibt kaum Zeit, sich in Szene zu setzen. Doch wenn man sich zurücklehnt und sich dieser Odyssee hingibt, ist es eine bemerkenswerte Reise, und Damons Darstellung erreicht am Ende eine willkommene Transzendenz. Es ist nicht immer einfach
, sagt Odysseus leise und überwältigt, eine Heimkehr.
JoBlo (Wertung: 8/10)
Technisch gesehen ist der Film ein Meisterwerk, aber ich habe hier einen großen Vorbehalt. Aus irgendeinem Grund hat sich Universal dafür entschieden, uns den Film in 70 mm zu zeigen, aber nicht in IMAX, was bedeutet, dass wir ihn im Format 2,35:1 gesehen haben. Ehrlich gesagt kam es mir so vor, als würde ich den Film im Pan-and-Scan-Format sehen, wobei offensichtlich war, dass der Film für das großformatige IMAX-Bild konzipiert war. Einer meiner Kritikpunkte war, dass der Film zu dunkel war und es den Bildkompositionen an Weite fehlte, aber ich kann mir vorstellen, dass man Hoyte van Hoytemas Arbeit nicht wirklich beurteilen kann, ohne sie so gesehen zu haben, wie sie gedacht war – also werde ich mir den Film wohl noch ein zweites Mal ansehen. Was jedoch wirklich gut funktioniert hat, ist Ludwig Göranssons Filmmusik, die einfach großartig ist.
Eins ist jedenfalls sicher: Christopher Nolan und seine Crew werden mit The Odyssey bei den Oscars 2027 wohl wieder für einige Kategorien nominiert werden. Immerhin gewann Oppenheimer 2024 sieben Oscars – unter anderem als Bester Film. Ob Nolans neuester Streich da mithalten kann, steht aber noch in den Sternen geschrieben. Es stehen ja noch einige große Releases wie Avengers: Doomsday (16. Dezember) oder Dune: Part Three (17. Dezember) an.
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