Wir stehen immer noch am Anfang einer vielleicht beispiellosen Hardware-Krise, aber erstmals gibt es jetzt auch gute Nachrichten, zumindest ein bisschen

Durch die RAM-Krise sind die Preise für Grafikkarten zuletzt klar gestiegen. Doch diese Entwicklung könnte vorerst zu einem Halt gekommen sein.

Reicht es den Spielern in Japan endgültig mit den jüngsten Preissteigerungen bei Radeon-GPUs? (Bildelement Hände: stock.adobe.com – Alina) Reicht es den Spielern in Japan endgültig mit den jüngsten Preissteigerungen bei Radeon-GPUs? (Bildelement Hände: stock.adobe.com – Alina)

Die japanische Website Gazlog berichtet über eine einbrechende Nachfrage von Radeon-Grafikkarten in dem Land und daraus resultierenden Preissenkungen (via PCGH).

Unser Blick auf die GPU-Preise hierzulande zeigt (noch) ein etwas anderes Bild, wie wir gleich sehen werden. Aber zunächst zu den Zahlen aus Japan:

  • In dem Bericht geht es um die Modelle Radeon RX 9070 XT und RX 9060 XT, die ihre jüngsten Höchstpreise in Japan Mitte Januar 2026 erreicht haben. Dort lagen sie zu diesem Zeitpunkt bei 790 Euro beziehungsweise 480 Euro.
  • Inzwischen sind die Kosten wieder spürbar gesunken. Die RX 9070 XT ist in Japan laut Gazlog-Bericht nun ab etwa 680 Euro zu haben, die RX 9060 XT ab 390 Euro. Das entspricht Preissenkungen im Bereich von 20 Prozent.

Die aktuellen Kosten dieser Modelle sind in Deutschland relativ ähnlich. Die RX 9070 XT gibt es bei uns derzeit ab ungefähr 690 Euro, die RX 9060 XT ab circa 350 Euro. Doch wie sieht es beim Blick auf das große Ganze aus?

Video starten 1:04:55 Gemeinsam durch die Hardware Krise: Warum die RAM-Knappheit uns ALLE angeht

Die aktuelle Entwicklung bei GPU-Preisen

Für eine Einschätzung der momentanen Lage in Deutschland haben wir uns die Preisentwicklung aktueller Modelle im Preisvergleichsportal Geizhals angesehen.

Die folgende Tabelle bezieht sich je Chip (RTX 5090, RTX 5080 und so weiter) auf die durchschnittlichen Kosten der zehn beliebtesten Modelle im Vergleich zwischen heute und Ende Januar 2026.

GPUPreis Februar 2026 vs. Januar 2026
RTX 5090- 11,05 %
RTX 5080- 5,07 %
RTX 5070 Ti- 3,25 %
RTX 5070- 0,33 %
RTX 5060 Ti 16 GB+ 1,86 %
RTX 5060 Ti 8GB- 2,01 %
RTX 5060+ 1,10 %
RTX 5050+ 4,19 %
RX 9070 XT- 1,97 %
RX 9070- 1,35 %
RX 9060 XT- 0,73 %
Insgesamt- 1,69 %

Insgesamt sind die Preise im letzten Monat weitgehend stabil geblieben. Änderungen von fünf Prozent und mehr gab es nur bei den teuersten Modellen RTX 5090 und RTX 5080. Sie sind im Schnitt der zehn beliebtesten Modelle um etwa elf Prozent beziehungsweise fünf Prozent günstiger geworden.

Doch so erfreulich die gewisse Beruhigung der Lage derzeit auch ist, so ernüchternd fällt der Blick weiter zurück aus.

Stellen wir die aktuellen Kosten der Grafikkarten mit den Preisen vom November 2025 gegenüber, sieht die Lage folgendermaßen aus:

PreisvergleichFebruar 2026 vs. November 2025
RTX 5090+ 38,53 %
RTX 5080+ 20,79 %
RTX 5070 Ti+ 24,30 %
RTX 5070+ 17,15 %
RTX 5060 Ti 16 GB+ 28,42 %
RTX 5060 Ti 8GB+ 14,43 %
RTX 5060+ 13,62 %
RTX 5050+ 11,88 %
RX 9070 XT+ 13,34 %
RX 9070+ 12,05 %
RX 9060 XT+ 25,68 %
Insgesamt+ 20,02 %
  • Im Schnitt liegen die Kosten für Grafikkarten weiterhin etwa 20 Prozent über den Preisen vom November 2025.
  • Am stärksten betroffen sind die RTX 5090 (+ 38,53 %), die RTX 5060 Ti 16 GB (+ 28,42 %) und die RX 9060 XT (+ 25,68 %).
  • Die geringsten Preissteigerungen gab es bei der RTX 5050 (+ 11,88 %), der RX 9070 (+ 12,05 %) und der RX 9070 XT (+ 13,34 %).

Der Vergleich mit Japan

Auffällig ist beim Vergleich mit den Zahlen aus Japan, dass die beiden bei Gazlog genannten Radeon-Karten bei uns im Januar nicht so teuer waren wie dort. Die Preissteigerung fiel in Japan also größer als bei uns.

  • Während die RX 9070 XT im Januar 2026 in Japan fast 800 Euro gekostet hat, gab es bei uns zu diesem Zeitpunkt weiter viele Angebote im Bereich von 700 Euro.
  • Auch die Januar-Kosten von 480 Euro für die RX 9060 XT aus Japan haben wir hier bisher nicht erreicht. Im Januar 2026 landete sie in Deutschland im Preisbereich von etwa 350 Euro.

Eine besonders düstere Zukunftsprognose kommt indes von einer bekannten Person aus der Tech-Szene, wie ihr im folgenden Artikel erfahrt: »Wer jetzt keine Ware hat, überlebt nicht«: Der Erfinder des USB-Sticks lässt den aktuellen Stand der RAM-Krise wie Kindergarten wirken

Ob die beiden Radeon-Grafikkarten in Japan im Januar einen kritischen Preispunkt überschritten hatten, der die Nachfrage (zu) stark gesenkt hat, ist schwer zu sagen. Gleiches gilt für die Beantwortung der Frage, wie sich die Lage vor dem Hintergrund der Speicherkrise weiterentwickelt.

Ebenfalls nicht zu vergessen ist die deutlich größere Popularität von Nvidia-GPUs, was den Preisdruck bei Radeon-Modellen schneller greifen lassen könnte.

Doch dass sich die Preissteigerungen der vergangenen Monate in Deutschland wieder etwas beruhigt haben, ist zumindest ein kleines positives Signal für uns.

zu den Kommentaren (64)

Kommentare(64)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.