»Sieht aus als wäre das mit einem Handy geschossen worden« ist eine Aussage, die die älteren von uns sicher noch kennen. Das Handy war lange ein Synonym für schlechte Bildqualität, die gerade mal für den ein oder anderen Schnappschuss oder für Geister- und UFO-Sichtungen verwendet wurde – da muss die Qualität erfahrungsgemäß schlecht sein.
Heute könnte nichts weiter von der Wahrheit entfernt sein. Die klassische Kompaktkamera wurde schon längst aus den Ladenregalen verdrängt und selbst das Interesse an dedizierten Systemkameras scheint abzunehmen – bis jetzt.
Nach all den Jahren gibt es noch immer Dinge, die ein Smartphone nicht liefern kann und so wie es aussieht, könnten Kameras schon bald ein Comeback feiern.
Spiegellose Kameras werden beliebter
Weltweit steigt das Interesse: Laut dem jüngsten Bericht von CIPA (Camera Imaging Products Association) wurde im letzten Mai ein Dreijahreshoch erreicht. In diesem Monat stieg die Anzahl der Kameraverkäufe weltweit um mehr als acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Laut einem CIPA-Bericht von 2023 stieg der Umsatz am stärksten in Asien. Allerdings konnte auch in Europa ein kleines Wachstum um neun Prozent verzeichnet werden. Eine Marktanalyse der GfK und dem Photoindustrie-Verband zeigt zudem, dass die Verkäufe von Systemkameras im Jahr 2023 um 12,1 Prozent bei uns hierzulande zunahmen.
Der Markt für digitale Spiegelreflexkameras schrumpft hingegen weiter. Im Verglich zu 2022 wurde 2023 ein Rückgang von 28,3 Prozent verzeichnet.
Warum werden spiegellose Kameras beliebter? Es gibt mehrere Gründe, warum immer Menschen zu einer dedizierten Kamera greifen wollen:
- Nach dem Ende der Pandemie hat sich der Tourismus weitgehend erholt. 2023 wurde in Europa 90 Prozent des Niveaus erreicht, das vor der Pandemie herrschte. Die in dieser Zeit gesteigerten Verkaufszahlen von Kameras könnten damit in direkter Relation stehen, weil immer mehr Menschen sich eine Option für hochwertigere Reisefotos wünschen.
- Innovationen aus dem Smartphone-Bereich, wie KI-Upscaling oder Pixel-Binning finden ihren Weg auf Systemkameras. Zum Beispiel ist es möglich, mit der Canon EOS R1 oder der EOS R5 Mark II die Auflösung der Fotos mit Deep Learning Upscaling um das Vierfache zu erhöhen.
- Die Bildqualität von Systemkameras ist der von Smartphones noch lange weit voraus.
Premium-Kompaktkameras sind ständig ausverkauft
Obwohl die klassische Kompaktkamera längst größtenteils vom Smartphone ersetzt wurde, gibt es noch eine Kategorie, die in letzter Zeit sich großer Beliebtheit erfreut: die Premium-Kompaktkamera.
Dabei handelt es sich um besonders kompakte Kameras, mit großem Bildsensor und fest verbauten Objektiv – also praktisch Kameras, die ähnliches Handling und Bildqualität liefern, wie eine Systemkamera, aber eben ohne die Möglichkeit das Objektiv zu wechseln.
Kameras wie die Fujifilm X100 VI, die Ricoh GR III oder die neue Leica D-Lux 8 sind Mangelware und ständig ausverkauft.
Es zeigt, dass immer mehr Menschen eine hochwertige Kamera suchen, die sie zusätzlich zum Smartphone mitnehmen können. Auf die Möglichkeit Objektive wechseln zu können, können viele verzichten, solange das fest verbaute Objektiv die Möglichkeiten bietet, nach der die Fotografin oder der Fotograf sucht.
Obwohl die genannten Kameras so klein sind, bieten sie euch die Bildqualität und das Handling einer Systemkamera. Zum Beispiel besitzt die Fujifilm X100 VI denselben 40-Megapixel-Bildsensor, der auch in der Fujifilm XH-2 steckt – einer teuren Kamera mit Wechselobjektiven. Die Bildqualität ist also auf demselben hohen Niveau und ihr spart euch den Kauf eines Objektives.
Sogar analoge Fotografie feiert ein Comeback
Neben Sofortbildkameras feiert sogar die klassische Analog-Fotografie mit Filmrollen ein Comeback.
Der japanische Hersteller Ricoh Imaging, dem die Kultmarke Pentax gehört, hat sogar erst eine neu erhältliche analoge Edelkompaktkamera veröffentlicht. Die Pentax 17 ist eine sogenannte Halbformat-Kamera, die Fotos im Hochformat schießt und so pro Rolle auf die doppelte Anzahl an Fotos kommt (72 vs. 36). Das Hochformat eignet sich zudem besser für das Betrachten auf Smartphones.
Für noch mehr neue Analog-Kameras gibt es noch Lomography, die analoge Kompaktkameras anbieten und Leica, die sehr teure analoge Messsucherkameras verkaufen.
Kamera statt Smartphone: Seid ihr interessiert?
Und jetzt seid ihr gefragt: Schießt ihr gerne Fotos und würdet ihr euer Smartphone mit einer dedizierten Kamera ersetzen? Oder habt ihr das vielleicht schon längst? Gebt eure Stimme in unserer Umfrage zu diesem Thema ab. Vielen Dank!
Obwohl die Statistiken zeigen, dass Systemkameras wieder beliebter werden, ist leider nicht zu bestreiten, dass sie immer teurer werden. Der durchschnittliche Preis einer Digitalkamera hat sich laut PetaPixel in den letzten drei Jahren verdoppelt. Wer also günstig in dieses Hobby einsteigen möchte, kann jede Menge Geld sparen, wenn der Griff zu einem gebrauchten Gerät nicht ausgeschlossen wird.
Wie sehr seid ihr zufrieden mit eurem Smartphone? Reicht euch die Bildqualität der heutigen Geräte aus oder greift ihr doch lieber zu einer dedizierten Systemkamera? Wo seht ihr die Stärken und Schwächen? Ist eure Meinung in der Umfrage oben nicht vertreten? Dann hinterlasst uns gerne einen Kommentar unten! Vielen Dank für eure Teilnahme!

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