KI für E-Mails: Ich habe Google Gemini in Gmail ausprobiert – lohnt es sich?

Lohnt sich Google Gemini für euer Gmail-Postfach? Wir haben es für euch geprüft.

Ich habe Gemini Advanced in Gmail ausprobiert. Leider ist Google hier noch nicht so weit, wie es sein könnte, um wirklich Großes zu bewegen. Ich habe Gemini Advanced in Gmail ausprobiert. Leider ist Google hier noch nicht so weit, wie es sein könnte, um wirklich Großes zu bewegen.

Für viele ist das E-Mail-Postfach der Dreh- und Angelpunkt des digitalen Lebens. Trotz Messenger-Apps führt oft kein Weg an der klassischen E-Mail vorbei, besonders bei Organisationsthemen wie Flugbuchungen oder dem Wiederfinden von Login-Daten.

Mit der Integration von Künstlicher Intelligenz in Google Workspace zieht nun auch Gemini ins Gmail-Postfach ein. Doch lohnt sich der Umstieg wirklich?

Kann Gemini mit Gmail funktionieren?

Ja. Gemini ist ein konversationeller KI-Assistent, der die natürliche Sprache versteht und sie generiert. Im Postfach bedeutet das: E-Mails zusammenfassen, Antworten vorschlagen, Inhalte extrahieren, Aufgaben erkennen und all das per Prompt oder Klick.

Aber: Gemini Advanced kostet aktuell 21,99 € im Monat für Privatanwender. Und das Abo gilt nur für ein Google-Konto. Wer mehrere nutzt, kann Gemini nur dort verwenden, wo das Abo aktiv ist.

Nach der Aktivierung erscheint Gemini als Sidebar in Gmail. Dort könnt ihr entweder die Vorschläge nutzen oder eigene Prompts eingeben.

Was bietet Gemini im Postfach, was Gmail nicht kann?

Gmail bietet bereits smarte Funktionen wie automatische Sortierung nach Werbung oder Sozialen Netzwerken. Gemini möchte noch einen Schritt weitergehen: Es reagiert aktiv auf Befehle. Einige Beispiele aus meinem Alltag:

1. E-Mails zusammenfassen und Aufgaben extrahieren
Lange E-Mail-Threads? Gemini kann per Prompt die wichtigsten Infos oder To-dos extrahieren. Das ist besonders hilfreich bei Projektverläufen oder Rücksprachen mit mehreren Beteiligten, wo nach jeder Antwort wieder der ganze Thread hineinkopiert wird. Die To-dos sind jedoch nur etwas für das schnelle Erfassen und weniger für das sorgfältige Arbeiten geeignet.

Gemini bietet euch zwei Standardaufgaben an, aber ihr könnt mit dem Mails auch eigene Prompts ausprobieren. Hier habe ich nach einer Zusammenfassung gefragt. Gemini bietet euch zwei Standardaufgaben an, aber ihr könnt mit dem Mails auch eigene Prompts ausprobieren. Hier habe ich nach einer Zusammenfassung gefragt.

2. Mail-Entwürfe erstellen
Beim Verfassen neuer E-Mails schlägt Gemini Inhalte oder Formulierungen vor, die gerade bei förmlichen Mails hilfreich sind. Für persönliche Mails wirkt der Ton noch etwas steif, denn da fehlt der individuelle Stil. So schafft Gemini eine Basis, um eine Mail noch nachzujustieren. Eventuell lässt sich dies aber mit entsprechendem Training eurer KI besser anpassen.

Links mein Prompt für das Verfassen einer E-Mail. Rechts der Vorschlag von Gemini. Links mein Prompt für das Verfassen einer E-Mail. Rechts der Vorschlag von Gemini.

3. Termine erstellen
Dieses Feature ist leider noch nicht ausgereift, denn ich wollte einen Reminder direkt aus einer Mail anlegen lassen, doch hier hatte Gemini Schwierigkeiten. Als Beispiel nahm ich eine Flugbuchungsbestätigung.

Die vorgeschlagenen Termine von Gemini lagen trotz mehrfacher Korrekturbitte in der Vergangenheit. Gemini nutzte anscheinend mehrfach das Erhaltsdatum der E-Mail anstatt das eigentliche Flugdatum.

Bei einem weiteren Versuch hat dieses Vorhaben jedoch geklappt und mir einen Terminvorschlag gegeben, den ich direkt in den Kalender kopieren konnte. Hier ging es darum, dass ein Abo demnächst ausläuft. Generell fehlt es jedoch an einer smarteren Kalenderanbindung. In der Zeit, die ich brauchte, Gemini bei dem ersten Versuch zu korrigieren, hätte ich den Termin auch selbst einstellen können. 

Klappt nicht immer, aber oft: Hier habe ich Gemini gebeten, mir aus einer normalen Email Klappt nicht immer, aber oft: Hier habe ich Gemini gebeten, mir aus einer normalen Email

4. Kontextuelles Verständnis
Google wirbt damit, dass Gemini Inhalte aus verschiedenen E-Mails verknüpfen kann. In meinem Test fehlte ein klarer Use Case, daher konnte ich diese Funktion nicht überprüfen. Doch wenn es funktioniert, könnte das die Suche nach relevanten Infos stark vereinfachen, da Gemini Zusammenhänge erkennt, wenn man beispielsweise mehrere Empfänger für dasselbe Projekt hat.

Mein Fazit von Gemini in Gmail

Gemini zeigt Potenzial, kämpft aber noch mit Kinderkrankheiten. Manche Vorschläge sind generisch, der Kontext wird nicht immer sauber erkannt. Die Idee ist stark – die Umsetzung noch nicht.

In Zukunft könnte Gemini helfen, Bestätigungen, Follow-ups, Erinnerungen oder Briefings per Klick zu erzeugen. Beispiel: „Fasse alle Mails der letzten Woche zu Projekt X zusammen.“ Das spart Zeit und genau hier liegt die Chance, sich von Tools wie ChatGPT abzuheben, denn: Warum sollte ich meine E-Mails manuell kopieren?

Trotzdem: Aktuell lohnt sich das Upgrade für Privatanwender derzeit kaum. Ich vermute, dass Google zuerst seine zahlenden Unternehmenskunden im Blick hat. Bis dahin spare ich mir lieber die knapp 22 Euro monatlich und bleibe beim klassischen Postfach.

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