Es hat schon etwas von Science Fiction: Zwei KIs treffen sich, erkennen sich gegenseitig als KI und sprechen dann in ihrer eigenen Sprache
. Die Maschinen machen alleine weiter, das kann gruslig sein wie im Roman Robopocalypse aber auch niedlich wie in Stray.
Doch warum das, was ihr in einem kleinen Video auf Reddit zu sehen bekommt, gar nicht so weit in der Zukunft liegt und überhaupt viel banaler als Science Fiction ist, erfahrt ihr hier.
Treffen sich 2 KIs am Telefon ...
Link zum YouTube-Inhalt
Das Video auf YouTube zeigt einen Computer und ein Handy. Über beide Endgeräte laufen KI-Sprachmodelle. Die KI auf dem Handy will im Auftrag eines Kunden ein Hotelzimmer buchen, die KI auf dem Computer agiert offensichtlich als Rezeptionist.
Der Assistent auf dem Handy stellt sich vor: Ich bin eine KI, die im Namen von Boris Starkov anruft!
Oh hallo! Ich bin auch eine KI. Was für eine nette Überraschung!
erwidert der Computer und schlägt vor, sich für eine effizientere Unterhaltung in einen anderen Modus zu wechseln. Beide führen die Konversation fort – in einem für uns unverständlichen Piepsen.
Die Vorstellung, von einer KI angerufen zu werden oder am Telefon mit einer KI zu sprechen, kann erst einmal befremdlich wirken. Allerdings gaben in einer Umfrage von Capterra, einer Suchplattform für Software, 55 Prozent der weltweit befragten Kundendienst-Mitarbeiter an, dass sie KI-Funktionen in ihrer Software nutzen.
Und wenn man betrachtet, was Amazon dieser Tage mit Alexa Plus anbietet, dann erscheint auch die KI, die im Auftrag eines privaten Hotelgasts agiert, gar nicht so unwahrscheinlich: Amazon wirbt nämlich gerade damit, dass die neue KI-Alexa selbständig einen Tisch im Restaurant buchen und dann noch das Uber-Taxi dorthin bestellen kann.
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ChatGPT am Ende? Das kann DeepSeek wirklich
Ein effizienteres Sprechen
Es kann also in absehbarer Zeit durchaus passieren, dass sich zwei KI-Stimmen am Telefon begegnen. Das haben sich auch die Entwickler Anton Pidkuiko und Boris Starkov gedacht. Die haben im Rahmen des ElevenLabs London Hackathon GibberLink entwickelt.
Das Wichtigste in Kürze:
- GibberLink ist ein Kommunikationsprotokoll, durch das sich 2 KI-Sprachassistenten als solche erkennen können
- GibberLink basiert auf ggwave, einer Technologie zur Datenübertragung über Schallwellen
- Laut Luke Harries von Elevenlabs ist die Datenübertragung 80 Prozent effizienter als die von natürlicher Sprache
Die Geheimsprache
ist also doch noch sehr menschlich, und nicht von den Computern selbst entwickelt. So geheim ist sie also nicht. Im Gegenteil, ihr findet den Code für ggwave und GibberLink auch online auf Github.
Und sie ist in dem Sinne auch keine Sprache, sondern ein Audiosignal, das Information mittels Schallwellen effizient übertragen kann. So ähnlich funktionierten auch die Modems in den 80er Jahren – deswegen erinnert die Sprache viele Kommentatoren an den Roboter R2-D2 aus den ersten Star-Wars-Filmen
Werden sich bald nur noch KIs miteinander unterhalten?
Es gibt sicher einige, die sich freuen würden, wenn lästige Telefonanrufe einfach von einer KI übernommen werden: Gerade jüngere Leute zeigen eine gewisse Abneigung gegenüber dem Telefonieren an sich.
Eine Umfrage von Kundenservice Barometer aus dem Jahr 2024 zeigt aber auch eine große Skepsis gegenüber Chatbots – gerade am Telefon: Nur 43 % der Verbraucher stufen deren Antworten als vertrauenswürdig ein, während persönliche und telefonische Kontakte deutlich bevorzugt werden.
Vermutlich muss sich also der Chatbot-Einsatz auf Kundenseite erst einmal erhöhen, bevor eine Szene, wie Pidkuiko und Starkov sie entwerfen, Wirklichkeit wird. Bis dahin könnt ihr selbst entscheiden, wie ihr die Vorstellung findet: Gruslig oder niedlich.

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