Als der erste Film gedreht wurde, herrschte in Deutschland noch ein Kaiser. Bis Filme allerdings kommerziellen Einzug in der Mitte der Gesellschaft hielten, dauerte es noch eine ganze Weile.
Bis die Bilder sich von allein bewegten, musste man noch selbst Hand anlegen – und zwar an das Kinetoskop. Und so sah das aus:
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Ein Antiquar in den USA zeigt ein Kinetoskop von 1930. Auf dem Kanal von Blackman Cruz findet ihr noch allerhand alte Gerätschaften.
Bemerkenswert und auch der am meisten hochgevotete Post in diesem Reddit-Thread: Natürlich zeigt der Film nackte Leute. So sind wir Menschen.
Doch was ist das Kinetoskop?
25 Cent für den Vorgänger des Kinos
Das Kinetoskop, das ihr oben seht, ist bereits eine moderne Variante. Das ursprüngliche Edison’sche Kinetoskop sah noch ein wenig anders aus.
In einem Guckkasten wurde ein 2¾-Zoll-Zelluloidfilm an einer Endlosschleife durch einen Kasten gezogen. Durch ein Okular, also eine Spalte, durch die man auf die Bilder geschaut hat, konnte man den Film sehen.
Übrigens, zum Aufzeichnen der Bilder kam ein Kinetograf zum Einsatz, ein Vorgänger der Kamera, ebenfalls im Hause Edison erfunden.
1893 wurde das Kinetoskop auf der Weltausstellung in Chicago präsentiert. Es dauerte nur ein Jahr, bis das erste »Kinetoscope Parlors«, also eine Art Kino, eingerichtet wurde – und zwar passenderweise auf dem New Yorker Broadway. Kostenpunkt: 25 Cent für fünf Filme an fünf Kinetoskopen. Weitere Salons folgten in Chicago, San Francisco und Europa (National Park Service).
Auch Deutschland hat seinen Anteil an der Geschichte: Edison war nämlich ein Geschäftsfreund des Schokoladenherstellers Ludwig Stollwerk (Sarotti) aus Köln. Gemeinsam gründeten sie die »Deutsch Oesterreichische Edison Kinetoskope Compagnie« und zeigten dann in Deutschland die ersten Kurzfilme der Welt.
View-Master, das Kinetoskop unserer Kindheit
Recht ähnlich, wenngleich etwas langsamer, aber dafür handlicher, funktioniert der View-Master, den wir uns als Kinder vor die Augen gehalten haben.
Auf Scheiben konnte man mittels Taste an der Brille immer ein Bild weiterschalten. Entstanden sind die View-Master 1939 und sollten so etwas wie das kleine Kinetoskop für zu Hause sein.
Wusstet ihr, dass das Gadget sogar bis zum Mauerfall in der DDR vertrieben wurde? Dort hieß die Plastikbrille allerdings Stereomat.
Und irgendwie kommt einem der Glotzkasten vor den Augen doch bekannt vor, oder? Die Apple Vision Pro sieht ähnlich aus, aber hat natürlich ein bisschen mehr Rechenleistung unter der Haube. Ob die AR/VR-Brille eine echte Alternative im Heimkino werden könnte?
Wie das Exemplar am Anfang des Artikels zeigt, existierten Kinetoskope noch eine Weile lang parallel zum Bewegtfilm, bis sie, aus offensichtlichen Gründen, irgendwann ausstarben.
Kanntet ihr das Kinetoskop? Habt ihr vielleicht selbst einen View-Master gehabt? Schreibt eure Gedanken gerne in die Kommentare.

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