Es ist bemerkenswert, wie fasziniert (oder besser gesagt hypnotisiert) Kinder von Bildschirmen sind. Meiner Erfahrung nach zieht ein Handydisplay sogar bereits bei Babys ganz schnell jede Aufmerksamkeit auf sich.
Kein Wunder, schließlich kann auf so einem Display alles Mögliche passieren, während sich die reale Welt um uns herum deutlich langsamer verändert.
Gleichzeitig bin ich selbst jemand, der früh im Leben gerne auf Bildschirme geschaut hat – wenn auch primär auf klobige CRT-Monitore am PC und nicht auf kompakte Handydisplays.
Zu guter Letzt habe ich zwei Töchter im Alter von sieben Jahren, die sofort neugierig werden, wenn ich etwas mit meinem Handy oder am PC mache. Wer kann es ihnen verdenken?
Doch gerade, weil Bildschirme so faszinierend und anziehend für viele Menschen und insbesondere Kinder sind, sollten wir umso bedachter im Umgang damit sein. Und das ist meinem Eindruck nach bei vielen Eltern nicht der Fall.
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Wenn der Chatbot zur Gefahr wird: KI und unsere Psyche
Das praktische Tool für alles – und der bodenlose Zeitfresser
Handys gehören längst zum modernen Alltag, und sie werden früher oder später fast schon automatisch Teil des Lebens unserer Kinder.
Doch eben, weil das ganz von selbst und in weitreichendem Umfang geschieht, bin ich der Meinung, dass man seinen Kindern, wann immer möglich, vorleben sollte, dass es auch ohne das Handy geht.
Nicht umsonst beschäftigen wir uns heutzutage mit Themen wie dem Doomscrolling, diskutieren über ein Social-Media-Verbot für junge Menschen und haben schon vor elf Jahren Smombie
(zusammengesetzt aus Smartphone
und Zombie
) zum Jugendwort des Jahres gekürt.
Trotz all dieser potenziell negativen Seiten sind Handys extrem praktisch, keine Frage. Man kann damit alles Mögliche erledigen, sei es Einkaufen, Navigation, Kommunikation oder Recherche.
Und man kann sich in ihren verlieren, indem man ein kurzes Video bei Instagram, TikTok, YouTube & Co. nach dem anderen schaut.
Diese Gefahr droht unseren Kindern unausweichlich. Deshalb finde ich es so wichtig, ihnen möglichst oft unsere ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken, ganz ohne Handy in der Nähe.
Egal, ob Spielplatz, Restaurant oder Kinderwagen: Überall sind Handys
Ich habe kein Problem damit, wenn man auf dem Spielplatz kurz Mails checkt, eine Nachricht schreibt oder schnell einen dringenden Online-Einkauf erledigt.
Aber ich sehe so oft Eltern, die dort von der ersten Minute an auf einer Bank sitzen, ihr Handy in die Hand nehmen und es nicht mehr weglegen, dass ich nicht glauben kann, dass all diese Menschen wirklich die ganze Zeit über wichtige Dinge erledigen.
Und selbst wenn das so wäre, würde ich fragen: Muss das sein, während man mit den Kindern auf dem Spielplatz ist?
Ich weiß, dass wir alle viel zu tun und wenig Zeit haben und dass es für einen Erwachsenen durchaus schwierig sein kann, sich auf dem Spielplatz gut einzubringen. Und Kinder wollen gar nicht immer, dass die Eltern mitspielen.
Gleichzeitig bin ich dennoch der Meinung, dass es besser für uns und unsere Kinder ist, unsere Aufmerksamkeit dort ihnen und unserer Umgebung und nicht dem Handy zu widmen. Selbst wenn wir dabei nur
auf der Bank sitzen und ihnen beim Spielen zuschauen.
Die klassische Vorstellung des Vorbilds dient nie aus
Wer permanent am Handy ist, verpasst nicht nur viel von seinen Kindern, sondern lebt ihnen auch etwas vor, das so oder so zum Problem werden kann: die Unfähigkeit, das Handy mal zur Seite zu legen, selbst wenn man gemeinsam an der frischen Luft, im Restaurant oder wo auch immer ist.
Doch auch daheim in den eigenen vier Wänden kann man bereits damit anfangen, dem allgegenwärtigen Handy weniger Raum zu geben.
So finde ich persönlich beispielsweise, dass das Handy am Esstisch nichts zu suchen hat und ich bemühe mich, es vor den Kindern generell möglichst selten in die Hand zu nehme, gerade daheim.
Um das abschließend nochmal zu betonen: Es geht mir nicht darum, Handys zu verteufeln oder den Moralapostel zu spielen.
Ich bin mir aber absolut sicher, dass es uns allen guttut, wenn wir möglichst bewusst entscheiden, ob und wann wir das Handy in die Hand nehmen – und es öfter mal einfach liegen lassen.
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