Szene aus Gaming-Klassiker zeigt, warum eine der wichtigsten Spieletechniken von heute sowohl egal als auch großartig ist

Wie sehr habe ich Vampire: The Masquerade - Bloodlines geliebt! Nach über 20 Jahren kehre ich zurück, aber diesmal mit modernster Technik.

Viele kleine Details können gemeinsam starke Auswirkungen auf das große Ganze haben. Doch die Rolle von Grafik in Spielen bleibt für Tech-Autor Nils insgesamt begrenzt, auch wenn sie ihm wichtig ist. Viele kleine Details können gemeinsam starke Auswirkungen auf das große Ganze haben. Doch die Rolle von Grafik in Spielen bleibt für Tech-Autor Nils insgesamt begrenzt, auch wenn sie ihm wichtig ist.

Es gibt Spiele, die man nicht vergisst.

Für mich zählen unter anderem Commandos, Deus Ex, Dark Project, Half-Life und eben auch Vampire: The Masquerade - Bloodlines dazu. Und dass, obwohl der Name viel zu kurz ist und mindestens noch einen Doppelpunkt und Bindestrich vertragen könnte!

Weil ich moderne Technik mindestens so sehr liebe wie Doppelpunkte und Bindestriche, war ich entzückt, als ich zum ersten Mal von der RTX-Remix-Mod für das Spiel gehört habe. Ihr findet sie bei ModDB, allerdings bislang nur in einer Alpha-Version mit Fehlern und Bugs.

Warum ich es nach meinen ersten Gehversuchen mit der Mod trotzdem nicht abwarten kann, mich über 20 Jahre später in neuer Optik endlich wieder in die wunderbare Welt der Vampire von Bloodlines zu stürzen, schildere ich euch jetzt.

Über Bloodlines 2 lasse ich indes besser andere reden:

Video starten 24:25 Von Kultstatus zu Risiko: Scheitert Vampire: The Masquerade - Bloodlines 2 an den hohen Erwartungen?

Ich habe Tomaten auf den Augen

Immer noch besser als Vampirezähne im Hals, werdet ihr jetzt wahrscheinlich sagen.

Ansichtssache!

Fest steht, dass es mir fast schon peinlich ist, wie mein erster Grafikvergleich in Vampire: The Masquearde lief.

  • Ich stelle darin das Original samt des wichtigen Unoffical Patches mit der RTX-Remix-Version des Spiels gegenüber.
  • Dazu habe ich jeweils von der ersten Szene nach dem Intro einen Screenshot aufgenommen, zuerst in der RTX-Version, dann im Original.
  • Meine Peinlichkeit dabei: Nachdem ich die RTX-Version schon gesehen hatte und das Original gestartet habe, war mein erster Gedanke: Gab es da jetzt wirklich einen so großen Unterschied?.

Doch oh weh oh weh – wie sehr habe ich mich geirrt! Das passende Beweismaterial folgt auf dem Fuß:

Original RTX-Remix-Mod Original RTX-Remix-Mod

Ohne direkten Vergleich war es mir nicht sofort bewusst, aber diese Screenshots trennt in Sachen Beleuchtung Welten. Die Performance mit einer RTX 4090 und einem Ryzen 7 9800X3D lässt für so ein altes Spiel übrigens generell zu wünschen übrig (siehe oben rechts). Aber es weiß eben wenig mit der modernen Hardware anzufangen und läuft grundsätzlich dennoch spielbar.

Ein Unterschied wie Nacht und Nacht

Ignorieren wir im Vergleich oben mal die verbesserten Bodentexturen, um die geht es hier nicht. Aber diese Beleuchtung!

  • Ohne Raytracing ist das Licht generell viel zu hell, zu gering abgestuft und es befindet sich an lauter Stellen, wo es nicht hingehört – oder fehlt auch mal komplett (siehe etwa die oberste Treppenstufe rechts im Bild).
  • Mit Raytracing ist die gesamte Szene dagegen durch eine stimmungsvolle, glaubwürdige Beleuchtung gekennzeichnet, die dazu einlädt, die Spielwelt zu erkunden und Licht ins Dunkel zu bringen (soweit das für einen Vampir gesundheitlich verträglich ist).

Ich zoome mal an eine Stelle heran, um euch genauer zu sagen, welche Unterschiede ich meine:

Original RTX-Remix-Mod Original RTX-Remix-Mod

Die 20 Jahre alte Grafik täuscht etwas darüber hinweg, wie viel besser die RTX-Remix-Version hier aussieht.

  • Schaut euch an, wie das Licht der Straßenlaterne den Strommast erhellt: Ohne RTX Remix sieht der Mast von oben bis unten mehr oder weniger gleich aus. Mit RTX Remix wird er dagegen in ein zunehmend dunkler werdendes Licht getaucht, mit glaubwürdig geformten Lichtkegel zu Beginn knapp unterhalb der Lampe – und er wirft endlich einen Schatten!
  • Achtet auch auf die Art des Lichts: Während es in der Originalversion überall gleich klar erscheint, weist es mit der RTX-Mod eine gut sichtbare Diffusität auf, die es deutlich realistischer aussehen lässt.
  • Auch die Häuser im Hintergrund stechen hervor: Im Original ist das kleinere Haus links abseits der Fenster pechschwarz, während das Hochhaus rechts dahinter von oben bis unten gleich hell erstrahlt. Mit der RTX-Mod sehen wir dagegen generell nur das Licht mancher Fenster hell leuchten und die Fassaden bleiben abseits von Lichtquellen dunkel.
  • Ein kleines Detail, das man leicht übersieht: Mit der Raytracing-Mod erreicht etwas vom Lichtschein der Laterne den Müllcontainer links im Bild, aber nur ein kleines Stück davon am oberen Rand. Auch so etwas trägt subtil zur Glaubwürdigkeit einer Szene bei.

So egal und doch so wichtig zugleich

Kurzum: Ich liebe es, wie viel besser die Beleuchtung in Vampire: The Masquerade mit der RTX-Remix-Mod aussieht, und das schon in der allerersten Szene nach dem Intro des Spiels!

Für die gute, alte Immersion kann es sehr wichtig sein, dass das Licht realistisch und stimmig wirkt. Außerdem trägt Grafik auf verschiedene Art und Weise zu der Stimmung und damit auch ein Stück weit zum Spielspaß bei.

Doch wirklich darauf ankommt es für mich nicht, weil am Ende nur die folgenden beiden Punkte zählen:

  1. Kann mich das Spiel mit motivierenden Mechaniken und gerne auch einem cleveren Fortschrittssystem bei der Stange halten?
  2. Erzählt das Spiel eine spannende Geschichte, der ich unbedingt folgen will und erschafft es eine Welt, in der ich versinken möchte?

Mindestens einer dieser beiden Faktoren muss für mich gegeben sein, damit ein Spiel mich fesseln kann. Im besten Fall sogar beide.

Doch für keines von beidem ist eine möglichst realistische Beleuchtung wirklich nötig.

Das zeigt sich allein daran, wie viel Spaß ich schon vor über zwanzig Jahren mit Vampire: The Masquerade - Bloodlines hatte, als Raytracing noch ein weit entferntes Ziel in Spielen war (zumindest bei akzeptabler Performance).

Gleichzeitig heißt das aber nicht, dass ich im Jahr 2025 mit Raytracing nicht sogar noch etwas mehr Spaß daran haben kann. Ich werde es schon bald herausfinden!

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