Der Razer Wolverine V3 Pro ist der erste Controller, mit dem ich auch meinen Lieblings-Shooter Metal: Hellsinger spielen kann. Das Gamepad überzeugt mich vor allem durch sein gutes Gesamtpaket. Perfekt ist er aber trotzdem nicht.
Blasphemie! Narrenpost! Shooter mit einem Gamepad spielen und dabei zumindest einigermaßen erfolgreich abschneiden? Das konnte ich mir selbst nach diversen Controller-Tests mit verschiedenen Spielen nur schwer vorstellen. Doch der Razer Wolverine V3 Pro hat mich eines Besseren belehrt.
Aber erst einmal auf Anfang. Was macht das Gamepad anders als andere und warum kann ich damit in Shootern nun plötzlich besser zielen? Um das zu erklären, muss ich weiter ausholen und euch zunächst eine kleine Hintergrundgeschichte zu mir erzählen.
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Wolverine V3 Pro: Razer stellt neuen Pro-Controller für Xbox und PC vor
Vorweg: Controller sind eine sehr individuelle Angelegenheit. Was für mich funktioniert, ist für andere der reinste Fingerkrampf. Also probiert am besten selbst herum, welches euer persönliches Traum-Gamepad ist.
Mäuse für die Logik, Controller fürs Herz
Richtig, es gibt Spiele, für die sind Mäuse schlichtweg besser geeignet: Strategie, Aufbausimulationen und eben auch Shooter. Es mag manchem regelrecht unlogisch vorkommen, auch nur zu versuchen, für eines der genannten Genres zum Gamepad statt zur Maus zu greifen.
Ich mache es dennoch regelmäßig. Schon alleine aus beruflichen Gründen. Und für die Wissenschaft! Ja, für die auch! Außerdem bin ich zwar eine gefühlte Wikingerin, aber eine gezeichnete Couch-Kartoffel und zum lockeren Spielen vom Sofa aus finde ich Controller schlichtweg bequemer.
Das Herz will, was es will ...
Als Metal: Hellsinger vor ziemlich genau zwei Jahren erschien, war für mich sofort klar, dass ich dieses Spiel nicht nur lieben, sondern auch mit dem Controller spielen werde.
Rhythmus, fließende Bewegungen und intuitives Handeln, das verbinde ich oft eher mit einem Gamepad als mit einer Gaming-Maus.
Zudem kann man meiner Meinung nach mit einem Controller in den Händen besser Headbangen, als wenn man an Maus und Tastatur gefesselt am Schreibtisch hockt.
Bei Spielen wie Doom und Metal: Hellsinger muss ich zwar nicht zwangsläufig exzessiv die Haare schütteln (ich reiße mich zusammen!), aber ich will mich zumindest ein wenig bewegen und mit-metal-n können.
Davon, dass es sich bei Metal: Hellsinger um einen schnellen Shooter handelt, ließ ich mich vorerst nicht irritieren. Immerhin hatte ich diverse Doom-Teile zuvor auch schon mit meinem alten DualShock auf der PlayStation 4 gespielt und absolut genossen.
... aber Herzen können brechen ...
Ihr ahnt es vermutlich schon, denn es kam, wie es kommen musste: Das Spiel erschien. Ich kaufte und installierte es auf meinem PC, schaltete meinen Xbox Wireless Controller an und legte los – für ungefähr eine halbe Stunde.
Nichts funktionierte so, wie ich es mir zuvor ausgemalt hatte. Selbst im Tutorial hatte ich schon Schwierigkeiten, die Gegner anzuvisieren. Frustriert beendete ich das Spiel und schloss eine meiner Test-Mäuse an.
Meine Genauigkeit im Spiel wurde natürlich augenblicklich besser. Aber gefühlt? Gefühlt habe ich es nicht mehr. Dieses Spiel, auf das ich mich so sehr gefreut hatte.
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Metal: Hellsinger - Trailer stellt den ungewöhnlichen Mix aus Shooter und Musikspiel vor
Dennoch benutzte ich es über die Jahre immer wieder als Vergleichsspiel zum Testen von Gaming-Peripherie, denn auch Tastaturen, Mäuse und Headsets wollen getestet werden.
Und auch alle Controller, die mir in die Finger kamen, schloss ich immer wieder hoffnungsvoll an, bloß um doch wieder enttäuscht zu werden.
Dabei kristallisierte sich heraus, dass ich mir das Testen von Gamepads für den Titel eigentlich hätte sparen können. Ich unterschied in meinem Abschneiden mit den verschiedenen Controllern im Spiel nur noch zwischen schlecht
und sehr schlecht
.
Es war resignierend. Mit Mäusen sah es deutlich positiver aus und ich begann, diesen Fakt halbwegs zu akzeptieren. Bis ich den Razer Wolverine V3 Pro zum Testen bekam. Eigentlich war das Testgerät ja von Linh, unserem hauseigenen Controller-Experten, der eine zweite Meinung wollte.
Nachdem ich, zugegeben, überhaupt kein Fan des Vorgängers Wolverine V2 Pro war, nahmen wir an, unsere Meinungen zum Gamepad würden sich maßgeblich voneinander unterscheiden. Doch es sollte anders kommen.
Ich starte ein Wochenende lang mit Banishers und stellte bereits dabei fest, wie viel besser ich mit dem Wolverine V3 Pro hantieren und zielen kann.
Da dieses Spiel aber auch keine sonderlich große Herausforderung selbst für einfache Gamepads darstellt, wagte ich es noch einmal mit dem geliebten Shooter Metal: Hellsinger.
... und auch wieder heilen
In meinem Test zum Beyerdynamic MMX 330 Pro habe ich schon beschrieben, wie ich mich wie in Trance von Hölle zu Hölle geschnetzelt habe. Was ich dort aber nicht erwähne, ist, dass ich dabei nicht nur das fantastische Gaming-Headset trug, sondern auch den Wolverine V3 Pro in den Händen hielt.
Gerade durch die Kombination dieser beiden herausragenden Produkte war ich immersiver als je zuvor im Spielgeschehen. Der Controller verhielt sich dank Anti-Friction-Ringen schön geschmeidig und setzte meine Eingaben mit einer starken Polling Rate von 1.000 Hertz sofort um.
Ich nutze die Option des verkürzten Aktivierungswegs für die Trigger, wodurch ich noch schnellere Eingaben machen konnte. Das Feedback des Controllers fühlt sich dabei unheimlich befriedigend an, ebenso wie die Verarbeitung.
Aber in erster Linie trägt die hohe Pollig Rate zum erfolgreichen Zielen und Auslösen bei. Dies in Kombination mit den anderen positiven Eigenschaften ließ alles, was ich mir vom Spielen dieses Titels mit einem Controller erhofft hatte, wahrwerden.
Der Controller liefert ein gutes Gesamtpaket, über das ihr mehr in unserem Test lesen könnt:
Allerdings habe ich dennoch ein wenig zu meckern: Der Wolverine V3 Pro ist mit rund 230 Euro nicht gerade billig. Die Paddles auf der Rückseite lassen sich nicht manuell blockieren, wodurch sie unbeabsichtigt gedrückt werden können und sowohl der Widerstand der Aktionstasten als auch das Gesamtgewicht sind relativ hoch.
Jeder zockt anders
Natürlich gibt es zig andere Hochleistungs-Controller, die sich bloß in Details unterscheiden. Im Zweifelsfall muss jeder selbst ausprobieren, mit welchem Gamepad es sich individuell am besten spielt.
In unserer großen Kaufberatung findet ihr einige Gamepads, die Mitglieder des GameStar-Tech-Teams für gut befunden haben. Dort sind auch weitere Tests zu hochwertigen Modellen verlinkt:
Ein Tipp hierzu von mir: Werft den neuen Controller nicht direkt in die Ecke oder schickt ihn zurück, wenn eure Performance im Gameplay nicht sofort so aussieht, wie ihr es auch vorgestellt habt.
Wie alle Eingabegeräte brauchen auch Controller eine gewisse Eingewöhnungszeit. Bei manchen kann diese bereits nach wenigen Minuten im Spielealltag abgehakt sein, bei anderen wiederum dauert es Tage oder sogar Wochen.
Auch ich musste mich zunächst an den Razer Wolverine V3 Pro gewöhnen. Das lag zum einen am Gewicht und zum anderen an den nicht blockierbaren Backpaddles, die ich quasi ständig beim Halten drückte. Auch der leicht erhöhte Widerstand der Aktionstasten ist nicht jedermanns Sache.
Und obwohl ich den Preis für angemessen halte, sind 230 Euro natürlich nicht gerade wenig Geld. Perfekt oder für jeden geeignet ist er außerdem auch nicht. Zusammengenommen überzeugte mich der Controller aber so sehr, dass es mich ein wenig schmerzt, ihn dem guten Linh zurückzuschicken.
Denn nach seinem Test zum Razer Wolverine V3 Pro, bei dem ich auch schon ein wenig meinen Senf dazugeben durfte, wird er garantiert einen Langzeit-Test damit machen wollen. In diesem wird sich herausstellen, ob dies auch auf lange Sicht eine gute Investition ist.

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