Was den Norddeutschen das Meer ist, sind uns im Süden des Landes die Berge: Stolz spendender Identifikationspunkt, das Leben beeinflussende Naturgewalt und beliebtes Freizeitziel.
Ein Sommer ohne Bergwanderung wäre für mich eine verlorene Jahreszeit. Und auch im Winter zieht es mich bei Sonnenschein gelegentlich in die Alpen, auch wenn ich mit Wintersport so gar nichts am Hut habe.
Unabhängig von der Jahreszeit immer dabei: Komoot. Denn obwohl ich das Wandern auch deshalb genieße, weil man dabei nicht alle naselang aufs Display schaut, würde ich die Wander-App inzwischen wohl wirklich vermissen.
Euch ist der heimische Garten lieber als die freie Wildbahn? Dann kann ich euch Maxes Bericht über den smarten Hühnerstall eines Bekannten nur ans Herz legen:
Routenplanung mit Komoot
Zum Einsatz kommt die App bei mir aber schon, bevor es mit dem Wandern losgeht. Denn häufig plane ich bereits meine Route mit Komoot.
Dabei nutze ich gerne die Entdecken-Funktion der App, um mich im Voraus inspirieren zu lassen. Hin und wieder stöbere ich dort und wenn mir eine Tour gefällt, landet sie in meinem Speicher. Anhand wichtiger Schlüsselfakten wie Länge, Dauer und Höhenmetern sehe ich sofort, ob die Wanderung etwas für mich taugt. Und die Bilder machen außerdem klar, welche Highlights am Wegesrand warten.
Habe ich ein genaueres Ziel, etwa einen bestimmten Gipfel oder eine spezifische Wander-Region, nutze ich stattdessen das Planen-Feature. Dort finde ich auf einer interaktiven Landkarte beliebte Routen anderer Nutzer, kann aber auch Stück für Stück meine eigenen Strecken planen.
Natürlich geht all das auch ohne eine App wie Komoot. Eine kurze Google-Suche würde mir mehr Wander-Strecken an die Hand geben, als ich in meinem Leben ablaufen könnte. Aber mir gefällt das Layout der App und dass ich alle Wanderungen an einem Ort planen kann.
Zusätzlich kann ich so ohne Umwege den Teil der App nutzen, der mir am liebsten ist: die Navigations- und Aufzeichnen-Funktion.
Routen aufzeichnen per Komoot
Geht es daran, eine zuvor gespeicherte Route zu bewandern, starte ich in der Routenübersicht die Navigations-Funktion.
Die App wechselt jetzt in eine Routen-Ansicht, wie man sie von Google Maps kennt. Ihr seht euren Standpunkt sowie die zuvor abgespeicherte Route. Üblicherweise wandert mein Handy danach in die Tasche. Es gilt ja, Natur zu genießen, statt auf Pixel zu starren.
Allerdings habe ich mit Komoot jetzt einen digitalen Reiseführer in der Tasche. Weiche ich von der geplanten Route ab, warnt mich die App. Und im Notfall kann ich stets nachschauen, wo genau ich mich im Vergleich zum geplanten Pfad befinde. Die App greift dafür auf das GPS-Tracking des Handys zurück.
Denn auch, wenn die Wegewarte des Deutschen Alpenvereins bei der Beschilderung einen tollen Job machen: Hin und wieder steht man dann doch vor einer Kreuzung ohne Schild und muss mutmaßen, wo es zum richtigen Gipfel geht.
Wer es spontaner mag, nutzt statt der Navigations- die Aufzeichnen-Funktion. Hierbei wird keine zuvor geplante Route abgegangen. Das Handy nimmt stattdessen per GPS die zurückgelegte Strecke auf, sodass sich diese später leicht abspeichern oder teilen lässt.
Beiden Features gemein ist eine Übersicht über die folgenden Aufzeichnungen:
- Aktuelle Geschwindigkeit und Durchschnitts-Tempo
- Entfernung und Dauer bis zum nächsten Wegpunkt
- Zurückgelegte und verbleibende Strecke
- Zeit in Bewegung und Zeit bis zum Ziel
- Steigungsdiagramm und aktuelle Steigung
- Zurückgelegte Höhenmeter und aktuelle Höhe
Habe ich eine Wanderung beendet, teile ich das Komoot per Stop-Button mit. Wer mag, kann die aufgezeichneten Wander-Daten nach der Rückkehr von der Tour weiter bearbeiten oder teilen.
Routen speichern und teilen mit Komoot
Wer darauf keine Lust hat, braucht Komoot nach dem Beenden einer Route nicht weiter zu bemühen. Ich persönlich nutze die Nach-der-Tour-Funktionen der App aber ganz gerne.
Beendete Touren kann ich in Komoot mit geschossenen Bildern versehen. Die lade ich in der App hoch und verknüpfe sie auf der Karte mit ihrem Ursprungsort. So sehe ich auch im Nachhinein, wo genau ein Bild entstanden ist.
Außerdem erleichtert das Abspeichern beendeter Touren das erneute Begehen. Habe ich noch grob im Hinterkopf, wo ich bereits war, kann ich die archivierte Tour jederzeit neu starten. Das lohnt sich gerade dann, wenn Touren bereits Jahre zurückliegen und im wabernden Grau des Langzeitgedächtnisses zu verschwimmen drohen.
Auch die sozialen Features von Komoot gefallen mir gut. In der App bin ich mit ein paar weiteren wanderbegeisterten Freunden und Familienmitgliedern vernetzt. Gefällt mir eine Tour besonders gut, kann ich sie so weiterempfehlen - und mich im Gegenzug von anderen inspirieren lassen.
Komoot: Wer zahlt, bekommt mehr - aber was lohnt sich?
In der Basisversion ist Komoot kostenlos - sowohl in der Web-Variante als auch als App. Lediglich das Einrichten eines Accounts ist zur Nutzung zwingend notwendig.
Wer mag, kann zudem verschiedene Pakete durch eine einmalige Zahlung dazukaufen. Das erlaubt auch die Offline-Nutzung bestimmter Gebiete, die ihr direkt aufs Handy herunterladet. Zusätzlich gibt es so die Turn-by-Turn-Sprachnavigation und die Möglichkeit, die Tour auf ein GPS-Gerät zu exportieren.
Hierbei unterscheidet der Anbieter zwischen drei Paketgrößen:
- Einzelregion für 4 Euro: Damit lässt sich die Karte einer bestimmten Stadt oder Umgebung herunterladen.
- Regionen-Paket für 9 Euro: Damit lässt sich die Karte einer Region (mehrere Einzelregionen) herunterladen und offline nutzen.
- Welt-Paket für 30 Euro: Damit lassen sich alle von Komoot angebotenen Regionen herunterladen.
Neue Accounts bekommen zudem eine Einzelregion kostenlos. Eine Webseite des Anbieters erklärt, was ihr dafür tun müsst.
Neben diesen Einmalzahlungen bietet Komoot auch ein Abo an. Das hört auf den Namen Premium und kostet euch 60 Euro pro Jahr. Premium-Features sind neben dem Welt-Paket:
- Ein Mehrtagesplaner für längere Touren
- Das Anlegen eigener Kollektionen, um mehrere Touren zu bündeln
- Eine Übersicht über das Wetter, dass auf eurer Tour zu erwarten ist
- Sportspezifische Karten, etwa für Mountain-Biking
- Live-Tracking, das den Standort in Echtzeit mit Freunden oder Familie teilt
- 3D-Karten mit 360°-Rundumbild
- Premium-Rabatte bei verschiedenen Händlern (etwa Patagonia, Salomon, North Face)
Ich selbst nutze Komoot in der kostenlosen Variante, habe mir aber das Welt-Paket dazugekauft. Denn gerade in den Bergen möchte ich mich nicht auf das Internetsignal verlassen müssen, sondern habe die Umgebungskarte gerne lokal gespeichert. Das schont zudem den Akku des Handys.
Und dank der Sprachnavigation bleibt das Handy den Großteil der Zeit in der Tasche, was das Abtauchen in die malerische Bergwelt erleichtert.
Auf das Premium-Abo verzichte ich persönlich. 60 Euro pro Wandersaison sind mir die Extra-Features nicht wert.
Gerade für Mountainbiker sehe ich hier aber einen potenziellen Mehrwert - zum einen durch die sportspezifischen Karten, aber auch weil das Live-Tracking bei den risikofreudigeren Unternehmungen für Seelenfrieden sorgen kann.
Auch Patrick hat über die Navigation in den Bergen geschrieben. Dabei ließen ihn Google und Apple im Stich, doch ein Retter in der Not war schnell gefunden:
Jetzt sind all die Wander-Fans unter euch gefragt: Nutzt ihr Apps für die Navigation in freier Wildbahn? Kommt bei euch vielleicht auch Komoot zum Einsatz? Habt ihr eine Alternative, die noch viel besser funktioniert? Oder läuft das Wandern bei euch altmodisch mit Wegweisen, Karte und Kompass ab? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!
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