Die beste Alternative zu großen Fernsehern sind solche, die gar keinen Bildschirm besitzen

OLED, LCD – und Laser? Laser-TVs werden immer beliebter, doch was ist das eigentlich?

Kein Witz: Das ist ein Fernseher – zumindest dem Namen nach. (Bildquellen: Vava, Maxe S., GameStar) Kein Witz: Das ist ein Fernseher – zumindest dem Namen nach. (Bildquellen: Vava, Maxe S., GameStar)

Eine echte Alternative zum Fernseher gibt es eigentlich nicht … oder? Klar, da draußen gibt es noch Beamer, aber die brauchen ein entsprechendes Setup – und vor allem den passenden Raum, um ihn aufzubauen.

Seit Jahren mogelt sich eine andere Art von Fernseher in unsere Wohnzimmer: Laser-TVs.

Was die Geräte anders machen, ob es überhaupt Fernseher sind und ob ihr mit einem Laser-TV möglicherweise besser bedient seid, lest ihr in diesem Artikel.

Laser-TVs sind TVs ohne Display

Die Benennung ist technisch gesehen nicht falsch, aber auch ein bisschen verwirrend. Laser-TVs sind nämlich eigentlich mehr Projektor als Fernseher. Genau genommen handelt es sich hierbei um Kurzdistanzbeamer.

Laser-TVs verbinden das Beste aus beiden Welten.

  • Laser-TVs besitzen keinen Bildschirm und funktionieren wie Projektoren. Allerdings müssen sie nicht mehrere Meter von der Projektionsfläche entfernt sein.
  • Eine Diagonale von 100 Zoll ist kein Problem, da die Geräte ihr Bild mittels Licht an die (Lein-)Wand werfen.
  • Viele Laser-TVs bringen smarte Funktionen wie ein Betriebssystem und Apps mit und sind mit Lautsprechern ausgestattet.

Ein gutes Argument für Laser-TVs ist ihr geringer Platzbedarf. Ein riesiger TV jenseits der 80 Zoll nimmt entsprechend viel Platz weg. Die meisten Laser-TVs schaffen spielend 100 Zoll; die Konsole ist dabei nicht breiter als eine mittelgroße Soundbar. Im Falle des Hisense PT1 sind es etwas über 50 Zentimeter.

Natürlich merkt ihr jetzt zurecht an, dass man die freie Zimmerwand (oder besser: eine Leinwand) ja trotzdem braucht. Richtig, aber die Bildschirmgröße von Laser-TVs lässt sich variabel anpassen, die eines Fernsehers nicht.

  • Ein 100-Zoll-Bild braucht bei einer Diagonale von 254 Zentimetern ungefähr eine freie Wand von 220 Zentimetern Breite.
  • Habt ihr weniger Platz, könnt ihr die Bildgröße variabel verkleinern – wie bei einem Projektor.

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Ihr braucht also nur die entsprechende Projektionsfläche und ein Sideboard oder Lowboard, um den Laser-TV aufzustellen. Das macht die Geräte sehr viel flexibler, zum Beispiel, wenn ihr umzieht und auf einmal weniger (oder mehr) Platz zur Verfügung habt.

Laser-TVs: Ihre Nachteile

Große Bilddiagonalen und Flexibilität bei gleichzeitig wenig Platzbedarf sind gute Argumente für einen Laser-TV. Ja, sie verbinden das Beste aus TV und Beamer – kommen aber auch mit deren Pferdefüßen.

  • Wie bei Projektoren sind Laser-TVs lichtempfindlich. Sprich, wer oft bei Tageslicht fernschaut, wird wenig sehen. Eine dunkle Umgebung ist also Pflicht.
  • Die Schwarzwerte unterliegen den von LCD und OLED. Avitect attestiert Laser-TVs ein Kontrastverhältnis zwischen 3.000:1 und 8.000:1 bei Topmodellen. Das ist gut, aber bei Weitem nicht auf demselben Niveau wie OLED oder gar einem LCD-Fernseher mit Local Dimming.
  • HDR sieht meist nicht so gut aus wie auf Fernsehern. Das liegt an der Bauweise: Es gibt keinen selbstleuchtenden Screen, sondern das Bild wird an eine weiße Projektionsfläche geworfen und strahlt dann Richtung Zuschauer. Dabei geht Leuchtkraft verloren.
  • Um die volle Bildqualität aus dem Gerät zu kitzeln, ist eine ALR- oder CLR-Leinwand Pflicht. Die werfen das Licht des Laser-TVs besser zurück und reduzieren gleichzeitig Umgebungslicht, welches das Bild verfälscht. Klar, mit einer weißen Zimmerwand funktioniert ein Laser-TV auch, aber Qualitätseinbußen werden sofort sichtbar.
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So viel kostet ein Laser-TV

Beamer gibt es mittlerweile in verschiedenen Preiskategorien. Echte Kinoprojektoren mit der entsprechenden Technik und Auflösung können jedoch spielend fünfstellig kosten; unser Autor Alex weiß das ganz genau.

Gute Neuigkeiten: So teuer sind Laser-TVs bei Weitem nicht. 

Ein Blick auf Geizhals verrät: Los geht’s auf der Straße ab rund 1.300 Euro; zu den günstigsten Modellen gehört der Samsung The Premiere von 2020 (via Geizhals). Der bereits weiter oben verlinkte Hisense PT1 berappt UVP 1.800 Euro, auf Geizhals ist er ab etwa 1.500 Euro zu haben.

Bei den günstigsten Modellen liegt ihr also preislich ungefähr auf der Höhe eines guten Mittelklasse-TVs – ohne Leinwand. Die ruft ein Preisschild von mehreren hundert Euro auf (ebenfalls Geizhals) und ist für gute Bildqualität Pflicht.

Für wen lohnt sich ein Laser-TV

Ganz klar: Wer ein möglichst großes Bild haben möchte, ohne sich mit einem Beamer herumschlagen zu wollen, sollte zu einem Laser-TV greifen.

  • Simple und platzsparende Installation
  • Mehr Kino-Feeling zu Hause
  • Mit genügend Platz sticht ein Laser-TV größentechnisch jeden Fernseher aus.

Auch wenn ihr schon immer mit einem Projektor geliebäugelt habt, euch der Preis oder der Aufwand aber zu hoch sind, ist ein Laser-TV ein guter Kompromiss.

Nicht geeignet ist ein Laser-TV, wenn …

  • … ihr hauptsächlich mit Umgebungslicht TV schaut.
  • … ihr Bildqualität über alles stellt.
  • … ihr einen Mittelweg aus gutem Bild und günstigem Preis sucht.
  • … ihr einen Fernseher in einer handelsüblichen Größe möchtet.

Gerade der letzte Punkt ist wichtig. Soll in eurem Wohnzimmer ein 55- oder 65-Zöller stehen, seid ihr mit einem LCD oder OLED deutlich preiswerter dran – nicht nur beim Kaufpreis, sondern auch beim Preis pro Quadratzentimeter. Hier sind die Standardgrößen mittlerweile unschlagbar, das zeigt auch ein Blick in unsere TV-Kaufberatung.

Laser-TVs lohnen sich vor allem für Kinofans, die Bildschirmgrößen jenseits der Norm suchen, ganz gleich aus welchem Grund. Wo herkömmliche Fernseher schnell horrend teuer werden, glänzen Laser-TVs. Sie sind keine eierlegenden Wollmilchsäue, sondern ein hervorragender Kompromiss für jeden Filmfan, der keine Niere für einen Projektor verkaufen möchte.


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