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»Gehört das so?« Lego Jack Sparrows Piratenschiff im Test: Ohne die Sache mit den Segeln wäre ich vollends zufrieden

Wir haben die neue Black Pearl von Lego zusammengebaut und ordentlich unter die Lupe genommen.

Lego hat die neue Black Pearl veröffentlicht und wir haben im Review überprüft, ob sie überhaupt seetauglich ist. Lego hat die neue Black Pearl veröffentlicht und wir haben im Review überprüft, ob sie überhaupt seetauglich ist.

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Holt die Gläser aus dem Schrank und lasst die Sektkorken knallen! Lego hat endlich die Black Pearl von Fluch der Karibik neu aufgelegt und verzichtet dabei nicht nur vollständig auf Sticker, sondern beweist auch viel Liebe zum Detail.

Wobei - eigentlich heißt das Icons-Set 10365 Captain Jack Sparrows Piratenschiff, aber ich nenne es in dieser Review einfach Black Pearl, schließlich ist es die Black Pearl.

Ich habe für den Test ein Rezensionsexemplar von Lego kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen und es in den vergangenen Tagen auf den Prüfstand gestellt. In den knapp zwölf Stunden Bauzeit gab es nur wenige Gründe zu meckern. Zumindest, bis ich bei den Schiffssegeln angelangt bin.

Tristan Gudenrath
Tristan Gudenrath

Noch vor zwei Jahren war Tristan fest entschlossen, seine Masterarbeit über ökonomische Vorgänge auf Piratenschiffen des 18. Jahrhunderts zu schreiben. Am Ende des Tages ist es dann allerdings Entrepreneurship Education geworden. Jetzt ist er zu den Schrecken der Meere zurückgekehrt und hat nicht die Wirtschaft, sondern die Architektur einen Piratenschiffs unter die Lupe genommen.

Fakten zum Set

  • Name: 10365 Captain Jack Sparrows Piratenschiff
  • Themenwelt: Fluch der Karibik
  • Erscheinungsdatum: 15. September 2025
  • Verfügbarkeit: Exklusiv bei Lego (bis 25. November 2025 vergriffen)
  • Steinezahl: 2.862 Steine
  • Preis: 349,99 Euro
  • Preis pro Teil: 12,2 Cent pro Stein
  • Altersempfehlung: 18 Jahre

Damit beeindruckt die Black Pearl

Der Vorlage treu: Das Lego-Modell schafft es, die wichtigsten Merkmale der Black Pearl detailgetreu abzubilden. Dazu zählen neben der schwarzen Farbgebung die ausfahrbaren Kanonen, das mächtige Ruderblatt, die Aufstiegsleiter, die zahlreichen Segel, die grüne Galionsfigur und sogar die beiden riesigen Anker am Schiffsbug.

Black Pearl (nah) Ja, Will Turner sitzt falsch herum im Boot. Da habe ich nicht richtig aufgepasst.

Black Pearl (fern) Die Black Pearl hat ein ungünstiges Format, um es vernünftig auf einem Foto abzubilden.

Kajüte Die Landkarte ist bedruckt. Zu einem echten Schatz führt sie vermutlich aber trotzdem nicht.

Schiffsdeck Wenn ich von einem riesigen Kraken verschlungen werden und anschließend mein Dasein im ewigen Nichts fristen müsste, dann hier.

Spannendes Heck: Das Heck lässt sich teilweise abbauen und offenbart eine kleine aber feine Kajüte, die jedoch nicht zum Bespielen einlädt. Viel spannender ist die Architektur. Denn das Heck wird schräg nach oben gebaut, was dem Schiff mehr Schwung verleiht. Außerdem verläuft es trapezförmig, was ich in Klemmbaustein-Sets auf diese Weise bisher nur selten gesehen habe.

Dabei verliert die Black Pearl kein bisschen an Stabilität - das gilt auch für den Rest des Sets, das stets einen stabilen Eindruck macht und problemlos hingestellt und transportiert werden kann.

Spaßiger Bau: Der Bau verlief ohne Probleme und dauerte schätzungsweise zwölf Stunden. Alle Steine sitzen perfekt und die Anleitung ist verständlich. Erfreulicherweise wird jede Waffe als Ersatzteil beigelegt, was mir zusätzliche Freiheiten bei der Ausstattung der Minifiguren ermöglicht. Wiederholende Bauschritte gibt es nur bei den Segelmasten und den Kanonen, die fallen jedoch kaum ins Gewicht.

Coole Minifiguren: Die Black Pearl kommt mit acht unterschiedlichen Figuren, die detailreich gestaltet wurden und größtenteils mit zwei Gesichtshälften daher kommen. Wer mir jedoch fehlt, ist das unfreiwillig lustige Piraten-Duo bestehend aus Ragetti und Pintel. Ansonsten bleiben keine Wünsche offen:

Mit dabei sind von links nach rechts: Gibbs, Anamaria, Will Turner, Elizabeth Swann, Captain Jack Sparrow, Barbossa, Cotton und Marty. Mit dabei sind von links nach rechts: Gibbs, Anamaria, Will Turner, Elizabeth Swann, Captain Jack Sparrow, Barbossa, Cotton und Marty.

Keine Sticker: Bei der Black Pearl wird vollständig auf Sticker verzichtet - nicht, dass es eine Stelle gibt, wo ein Aufkleber oder ein Druck Sinn ergeben würde. Doch wie heißt es so schön: A win is a win.

Nette Features: Die Black Pearl ist zwar kein Spiel-Set, zwei nette Features bietet sie aber trotzdem. Zum einen bewegt sich das Ruderblatt, wenn ich das Steuerrad betätige. Zum anderen befinden sich am Heck zwei Zahnräder, mit denen ich die Klappen öffnen und die Kanonen ausfahren kann. Ich habe das inzwischen ungefähr 80 Mal gemacht und es fühlt sich immer noch großartig an:

Video starten 1:10 Lego Captain Jack Sparrows Piratenschiff: Wir zeigen euch alle wichtigen Funktionen der Black Pearl

Das könnte das Schiff zum Kentern bringen

Die Farben: Im Inneren des Schiffes sieht es aus, als wäre ein Konfetti-Bombe explodiert. Immerhin ist davon von außen nichts zu sehen, auch nicht durch kleine Ritzen. Darüber lässt sich also hinwegsehen. Schon etwas fraglicher finde ich, warum im hinteren Segelmast gelbe und rote Pins verbaut wurden.

Wirklich missfällt mir jedoch, dass der Schiffsrumpf von massiven Farbabweichungen geplagt ist. Es gibt Stellen, wo drei unterschiedliche Schwarztöne nebeneinanderliegen. Komplett verhindern lässt sich das aufgrund unterschiedlicher Oberflächen nicht, doch dieses Ausmaß ist einfach zu viel. Aufgrund der dunklen Farbe und der Lichtreflektion wird es glücklicherweise etwas abgeschwächt. Störend ist es dennoch.

Warum Beige? Etwas schade finde ich auch, dass am Steuerrad sowie im einsehbaren Bereich des Schiffinnenraumes Beige verwendet wurde. Farblich sticht das extrem hervor und passt für mich optisch nicht zum Rest des dunklen Modells. Von außen ist das glücklicherweise nur am Steuerrad zu sehen.

Farben überall Kennt ihr eine Farbe, die nicht zu sehen ist?

Farbabweichungen Es ist schwer, die Farbabweichungen auf einem Foto darzustellen. Versucht euch einfach klar zu machen, dass alles, was sich innerhalb des weißen Kreises befindet, dieselbe Farbe haben sollte, es in der Realität aber nicht so ist.

Unschöne Farbauswahl Ich persönlich verstehe nicht, warum hier mit dem beigen Farbton noch mehr optischen Chaos erzeugt werden musste. Der Stein hätte auch grau, schwarz oder braun sein können.

Gehört das so? Was mich am meisten stört, sind die Spanngurte für die Segelmasten. Die werden teilweise so locker angebaut, dass ich mehrfach in der Anleitung zurückgeblättert und überprüft habe, ob es mein Fehler ist. Sie hängen spannungslos in der Luft herum, was zu unschönen Wölbungen des Gummis führt. Der Segelbereich wirkt dadurch wuselig und als hätte sich etwas gelöst.

Am Heck sowie am Bugsegel konnte ich die Gurte etwas verschieben und so geringfügig mehr Spannung erzeugen. Dass die Gurte Teile des Segels tragen, macht die Situation nicht besser. Sonst hätte ich sie auch einfach abmontieren können.

Hier könnt ihr sehen, wie die Spanngurte durch den fehlenden Zug eine eigene Form bilden. In echt sieht es schlimmer aus. Hier könnt ihr sehen, wie die Spanngurte durch den fehlenden Zug eine eigene Form bilden. In echt sieht es schlimmer aus.

Happiger Preis: 350 Euro bei knapp 2.800 Teilen ist wirklich eine Hausmarke, auch wenn viele große Steine und neun Segel verbaut wurden sowie acht Minifiguren enthalten sind. Normalerweise warte ich bei Lego-Sets, bis sie im freien Markt mit mindestens 30 Prozent Rabatt angeboten werden. Dann sind die Preise für mich meistens in Ordnung. Doch das ist hier nicht möglich, schließlich wird es exklusiv über Lego verkauft.

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