Wenn Lego-Statik an ihre Grenzen stößt
Die äußeren Ringe der Station, die so charakteristisch und filigran wirken, stellten Adrian Drake vor die größte Herausforderung. Die Außenstruktur ist extrem dünn – in der Innenstruktur nur etwa acht oder neun Noppen breit. Ein erster Bauversuch ohne interne Stützen scheiterte, als der Außenring beim Anheben einfach brach.
Aufgrund dieser fragilen, spindelförmigen Bauweise ist das Modell auf einen stabilen Kern angewiesen. Der fertige Koloss benötigt einen internen Rahmen aus Stahl und Aluminium zur Unterstützung, ergänzt durch ein hölzernes Rahmenwerk, um die riesigen, empfindlichen Ringe zu stabilisieren. Diese Kombination von Lego und externer Statik war notwendig, um das Gewicht und die Dimensionen des Projekts zu halten.
Bereits 2019 stellte der Meisterbauer sein einzigartiges Projekt (die Bluebrixx-DS9 ist deutlich kleiner) in Chicago während einer Messe vor:
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Jedes Detail wurde bedacht, bis hin zu einer im Maßstab passenden U.S.S. Defiant, die an der Station angedockt ist. Was das Modell aber zusätzlich zum Leben erweckt, ist die integrierte Beleuchtung. Hierfür nutzte Drake Unterbau-Streifenbeleuchtung für Küchen, die er mit RGB-LEDs versah. Diese Lichter ermöglichen nicht nur die Darstellung der normalen Stationsbeleuchtung, sondern können über eine Verkabelung mit Vier-Pin-Steckern sogar verrückte Disco-Stroboskop-Effekte erzeugen.
Modularität für den galaktischen Transport
Das größte Problem bei solchen gigantischen Kreationen ist oft der Transport. Auch hier zeigte sich Drakes Planungsgeschick. Das Design wurde von Anfang an auf Modularität ausgelegt. Die Station kann in ihre Einzelteile zerlegt werden. Die Andockarme lassen sich nach Entfernung der dreieckigen Platten und Paneele so schmal machen, dass drei von ihnen nebeneinander in eine Transportkiste passen.
Die gesamte Konstruktion besteht im Wesentlichen aus zwei Hauptteilen – dem Ring und dem zentralen Hub mit den Armen. Der ganze Nervenkitzel gipfelte in der ersten vollständigen Montage des Modells nur zwei Tage vor der Ausstellung auf der Brickworld Chicago 2019.
Obwohl Adrian Drake kein enthusiastischer Superfan von Star Trek: Deep Space Nine war – er sah die Serie in den ersten Jahren, begeisterte sich aber mehr für The Next Generation –, war es die architektonische Herausforderung, die ihn antrieb. Er sah in der komplizierten Geometrie der Station die ultimative Chance, die Grenzen des Lego-Baus neu zu definieren.
Was inzwischen aus dem Riesenbauwerk geworden ist, lässt sich heute nicht mehr ermitteln. Adrian Drakes letztes Lego-Modell stellte er im Dezember 2023 auf seinem Flickr-Profil vor, seitdem herrscht Funkstille.
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