Mein letzter Laptop-Kauf liegt mittlerweile stolze 14 Jahre zurück. 2012 befand ich mich in der Endphase meines Studiums und habe mir dafür ein Notebook gekauft. Es war kein teures Premiumgerät, sondern ein einfacherer HP Pavilion G6 für knapp 600 Euro.
Für das Budget gab es einen klobigen und schweren Plastikbomber mit lautem Lüfter, schlechtem Display und einer miserablen Akkulaufzeit – wenn ich mich richtig erinnere, lag die bei unter vier Stunden.
Ich habe den Laptop nie gerne genutzt und wechselte, wann immer es ging, an meinen Desktop-PC. Bis etwa 2016 habe ich das Notebook dann noch hin und wieder verwendet – seit etwa zehn Jahren nutze ich ausschließlich stationäre PCs, Tablet und Smartphone. Bis jetzt.
Im Rahmen der diesjährigen IFA war ich allerdings auf der Suche nach einem Notebook, damit ich auf der Messe Videomaterial, Fotos und Co. ins System bringen und nebenbei das ein oder andere tippen kann. Zufällig hat mir Lenovo in dem Zeitraum das Yoga Slim 7x mit ARM-Prozessor als Testgerät angeboten – also habe ich das mitgenommen und auch nach der IFA noch im Arbeitsalltag verwendet.
Design und erster Eindruck
Der erste riesige Unterschied zu meiner alten HP-Kiste fiel mir beim Auspacken auf. Das Yoga Slim 7x ist mit knapp 14 Millimetern Bauhöhe schlank, aus Aluminium gefertigt und fühlt sich damit sehr hochwertig an. Meine Farbvariante »Cosmic Blue« sieht richtig schick aus – ist allerdings anfällig für Fingerabdrücke.
Mit 1,2 Kilogramm ist der 14-Zoll-Laptop recht leicht und fällt im vollgepackten Rucksack kaum ins Gewicht.
Der Lieferumfang fällt überschaubar aus. Dabei sind eine Kurzanleitung sowie ein 65-Watt-Netzteil – ehrlicherweise habe ich bei einem Notebook allerdings auch nicht mit mehr gerechnet.
OLED-Display mit 2,8K
Was ich ziemlich praktisch finde: Der Laptop besitzt oben am Display eine kleine Ausbuchtung. Damit lässt er sich in zugeklapptem Zustand leicht mit einem Finger aufklappen.
Und dann fällt der Blick direkt auf das Display – und das ist wirklich toll. Das Yoga Slim 7x bietet ein 14 Zoll großes OLED-Display mit einer sehr hohen 2,8K-Auflösung (2.880 x 1.800 Pixel). Wieder kein Vergleich zu meinem alten HP-Notebook, das nicht einmal Full-HD hatte.
Bei Farben, Kontrasten und Blickwinkelabhängigkeit liegen Welten zwischen meinem alten Notebook und diesem. Das OLED-Display sieht einfach brillant aus und macht einfach einen ganzen anderen Eindruck. Die Bildschirmränder sind auch so viel dünner, sodass sich die 14 Zoll nach mehr anfühlen.
Ein kleiner Wermutstropfen: Auch wenn das Bild sehr plastisch und leuchtstark wirkt, so spiegelt das Display recht stark. In hellerer Umgebung muss man daher die Helligkeit aufs Maximum drehen, um dagegen zu steuern.
Immerhin wird das Display sehr hell, im HDR-Modus liegt die Spitzenhelligkeit bei bis zu 1.100 cd/m². Damit lässt es sich auch draußen arbeiten, wenn nicht gerade die Sonne auf den Bildschirm knallt.
Etwas kurios: Das Panel arbeitet mit bis zu 120 Hertz, allerdings ist das in Windows 11 ab Werk nicht aktiviert – ebenso wenig wie der HDR-Modus. Beides muss man erst in den Bildschirmeinstellungen aktivieren.
Tastatur und Touchpad
Als Redakteur sind Tastatur und Touchpad besonders wichtig, da ich im Berufsalltag viel tippe. Das Keyboard des Yoga Slim 7x gefällt mir richtig gut.
Die Tasten bieten einen guten Abstand und Druckpunkt, sodass ich nach minimaler Eingewöhnung (ich nutze normalerweise eine 100-Prozent-Tastatur mit Nummernblock) sehr gut damit tippen konnte. Die Hintergrundbeleuchtung der Tasten ist ausgewogen, sodass man auch bei wenig Licht gut arbeiten kann und alle Tasten findet.
Das Steuern mit Touchpad klappte ebenfalls problemlos, zumal es eine gute Größe bietet. Sofern man nicht sehr fest auf Tastatur oder Touchpad drückt, federt das Laptop-Gehäuse nicht nach und unterstreicht damit die hochwertige Verarbeitung.
Hochwertige Konkurrenzmodelle bieten mitunter Touchpads mit haptischem Feedback. Das stelle ich mir ziemlich cool vor – man kennt es ja vom Handy – mangels Erfahrung kann ich allerdings nicht sagen, dass es mir beim Yoga-Laptop fehlen würde. Das Touchpad tut, was es tun soll und das klappt gut.
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Der Snapdragon X2 Elite
Das Yoga Slim 7x ist meine erste Computererfahrung mit ARM-Prozessor. Statt eines Chips von Intel oder AMD kommt ein Snapdragon X2 Elite mit 18 Kernen von Qualcomm zum Einsatz. Deshalb läuft auf dem Laptop auch keine reguläre Windows-11-Version, sondern eine Windows-on-Arm-Variante.
Das bedeutet allerdings auch, dass nicht jede Software darauf läuft, sondern es mitunter zu Kompatibilitätsproblemen kommen kann. Damit ist der Laptop nichts für jeden, gerade wenn ihr Spezial-Software nutzt, bei der es zu Schwierigkeiten kommen kann.
In meinem Arbeitsalltag nutze ich allerdings vor allem Standard-Programme. Office, Adobe Lightroom und Co. laufen problemlos und starten schnell.
Insgesamt ist die Leistung wirklich gut. Das Gerät wacht sofort aus dem Standby auf, wenn ich es aufklappe und selbst der Opera-Browser mit vielen offenen Tabs bringt das Notebook nicht ins Schwitzen – gut, bei einem modernen Gerät mit 32 Gigabyte Arbeitsspeicher und einem Preis weit über 1.000 Euro hätte ich ehrlicherweise auch nichts anderes erwartet.
Im regulären Betrieb mit Browser, Office und Co. bleibt der Laptop sehr leise. Den Lüfter hört man nur minimal, wenn er anspringt. In vielen Fällen läuft er nicht einmal.
Akku und Anschlüsse
Ich hatte anfangs von der miserablen Akkulaufzeit meines alten HP-Notebooks gesprochen. Das ist natürlich kein Vergleich zu aktuellen Modellen, so auch nicht zum Yoga Slim 7x.
Bis zu 30 Stunden sind laut Hersteller drin – ich habe sie nicht nachgemessen, aber ich musste den Laptop im Alltag extrem selten aufladen. Ein Arbeitstag ohne Netzteil ist problemlos drin.
Der 70-Wattstunden-Akku hält lange durch und lässt sich dank Schnellladen in Kürze wieder voll aufladen. 15 Minuten am Ladegerät reichen für bis zu drei Stunden Akkulaufzeit dank der verbauten »Rapid Charge Express«-Technik.
Anschlussseitig hätte ich mir allerdings etwas mehr gewünscht. Es stehen lediglich drei USB-C-Schnittstellen zur Verfügung, was ich etwas mager finde. Ich besitze noch viele Zubehörgeräte, die ältere USB-A-Anschlüsse habe. Einen HDMI-Ausgang gibt es ebenfalls nicht – man ist also gezwungen, einen USB-Hub zu verwenden.
Auch der fehlende Kopfhöreranschluss ist für mich eine Sache, die mich stört. Bei einem Notebook sollte das weiterhin zum Standard gehören.
Die verbaute Webcam mit 9,2 Megapixeln bietet dafür eine richtig gute Qualität für Online-Meetings und Videocalls. Hier habe ich keinen Grund zu Kritik. Praktisch finde ich den verbauten E-Shutter – einen physischen Schiebeschalter, der die Webcam mechanisch vom Strom trennt. Ein gutes Plus Privatsphäre.
Die verbauten Lautsprecher machen ihren Job: Sie werden extrem laut, klingen allerdings recht dünn. Dennoch reichen sie aus meiner Sicht aus, um auch mal eine Serienfolge oder einen Film im Hotelzimmer zu schauen.
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Fazit
Ich bin kein Laptop-Experte und mein letztes Notebook war auch 2012 kein Premium-Gerät. Ich bin dennoch erstaunt, was sich seit meiner letzten Erfahrung mit den Klappcomputern getan hat und wie die sich entwickelt haben.
Das OLED-Display des Yoga Slim ist spitze, ebenso die sehr lange Akkulaufzeit. Tastatur und Touchpad funktionieren im Alltag einwandfrei für meine Tätigkeiten, genauso die Leistung. Anschlussseitig hätte ich mir etwas mehr gewünscht und die ARM-Version von Windows eignet sich nicht für jeden, da nicht jede Software kompatibel ist.
Das Arbeiten mit dem Notebook hat mir viel Spaß bereitet, allerdings ist der Elefant im Raum für mich der Preis. Meine Variante mit 512 Gigabyte Geräte- und 32 Gigabyte Arbeitsspeicher kostet im Onlineshop des Herstellers 2.100 Euro, mit Onlinerabatt landet man bei 1.826 Euro. Das ist eine Stange Geld.
Würde ich den Laptop privat kaufen? Da ich überzeugter Desktop-User bin, lautet meine Antwort: Nein. Ich werde auch durch das Yoga Slim 7x kein Notebook-Nutzer, sondern bevorzuge einen stationären PC. Für die paar Messen und mobilen Arbeitstage im Jahr wäre eine solche Investition zudem überdimensioniert.
Wer allerdings sein Arbeitsleben mobil bestreitet, keinen stationären Desktop-Rechner besitzt und ein hochwertiges Arbeitsgerät sucht, bekommt hier ein starkes Gesamtpaket. Man muss sich den Luxus aus OLED-Display, langer Akkulaufzeit und guter Leistung aber auch leisten wollen – und sicherstellen, dass die eigenen Programme mit Windows on ARM laufen.

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