Im April 2021 riss Logitech das Herz aus meinem geliebten Wohnzimmer, als sie ankündigten, keine Harmony-Fernbedienungen mehr herzustellen. Zugegeben, das ganze Ausmaß des Dramas wurde mir erst ein paar Monate später bewusst, als meine geliebte Harmony One nach über einem Jahrzehnt treuer Dienste den Geist aufgab.
Update vom 26. Januar 2025
SofaBaton hat die Firmware-Version 6 aufgespielt, die viele meiner bisherigen Kritikpunkte adressiert, aber auch neue Mängel hinzufügt. Ich habe die entsprechenden Artikelpassagen überarbeitet. Hier die aus meiner Sicht wichtigsten Änderungen:
- Die X2 unterstützt nun haptisches Feedback und Soundeffekte. Beides lässt sich jedoch nicht abschalten.
- Der erste Knopfdruck wird nicht mehr zum Aufwachen benötigt, sondern direkt als Befehl erkannt.
- Die Helligkeitseinstellungen erlauben jetzt auch 5% und 10% Leuchtstärke.
- Das Limit von Schritten beim Starten von Aktivitäten wurde entfernt.
- Beim Synchronisierungs-Prozess gibt es einen Fortschrittsbalken.
- Favoriten-Befehle zeigen jetzt das Gerät an, auf das sie sich beziehen. Die Bezeichnung lässt sich aber nach wie vor nicht editieren.
Aber wie schwer kann es schon sein, eine vernünftige Universalfernbedienung zu finden? Es stellte sich als nahezu unmöglich heraus. Logitech war der Konkurrenz schlicht um Lichtjahre voraus. Größere Hersteller hatten kein Interesse an diesem Nischenmarkt, kleineren fehlten Budget und Know-how, um die qualitative Lücke zu schließen.
Letzteres galt auch für SofaBaton, dessen Fernbedienungen nicht mal ansatzweise das Niveau erreichten, das ich von Logitech gewohnt war. Bis jetzt. Denn mit der SofaBaton X2 legt das Unternehmen einen Entwicklungssprung hin, den ich ihm niemals zugetraut hätte. Mein Wohnzimmer hat ein neues Herz.
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SofaBaton X2: Diese Universal-Fernbedienung sehen viele als ersten legitimen Harmony-Nachfolger
Transparenzhinweis
Heiko hat sich aus privaten Interesse über die SofaBaton X2 informiert und die Fernbedienung anschließend von seinem Geld erworben. Es gab keine Kontaktaufnahme seitens SofaBaton. Entsprechend handelt es sich bei diesem Artikel um einen persönlichen Erfahrungsbericht mit seinem individuellen Home Entertainment Setup.
Warum überhaupt eine Universalfernbedienung?
Um mein Glück zu verstehen, müsst ihr zum einen mich verstehen und zum anderen mein Wohnzimmer-Setup.
Fangen wir bei mir an: Ich bin ein Pedant, ich hasse wenig mehr als Unordnung. Und vier auf dem Sofa verteilte Fernbedienungen wirken unordentlich! Ich würde mich schon als Technik-Nerd bezeichnen, aber niemals die Geduld aufbringen, mir etwa einen eigenen Home Server einzurichten. Meine Technik soll gut klingen, gut aussehen und vor allem reibungslos funktionieren, ohne dass ich ständig dran rumfummeln muss.
Kommen wir zu meinem Wohnzimmer-Setup: Aus den oben erwähnten Pedanz-Gründen ist mein gesamtes Elektronik-Geraffel in einem geschlossenen Hifi-Schrank verstaut. An einem Denon AV Receiver hängen meine PlayStation 5 Pro, eine Switch 2, ein Apple TV fürs Streaming sowie ein Sky Q Receiver für meinen Livesport. Der Fernseher befindet sich außerhalb des Schranks an einem Schwenkarm, außerdem besitze ich eine gescheite 5.1-Lautsprecheranlage, noch ganz oldschool verkabelt.
Eine Logitech Harmony Universalfernbedienung war deshalb das Herz meines Wohnzimmers, weil ich damit mein gesamtes Setup perfekt im Griff hatte. Der Clou: die programmierbaren Aktivitäten. Ich musste auf der Harmony One nur auf »Xbox spielen« tippen, und schon schalteten sich alle benötigten Geräte mit den richtigen Einstellungen ein.
Und jetzt dürft ihr dreimal raten, warum mir die SofaBaton X2 so gut gefällt.
Wo liegen die Stärken?
Das Harmony-Gefühl: Wer schon mal eine Harmony eingerichtet hat, wird sich bei der X2 sofort zuhause fühlen – mit dem Unterschied, dass ihr das Gerät nicht mit einer Desktop-Anwendung programmiert, sondern mittels App.
Ihr wählt eure Geräte aus einer umfangreichen Datenbank, richtet diese separat ein, pflegt gegebenenfalls Funktionen nach und kombiniert dann für die gewünschten Aktivitäten die benötigten Einstellungen. Also etwa, welche Geräte an- bzw. ausgeschaltet werden sollen, welcher AV-Input benötigt wird, welches Gerät die Lautstärkeregelung übernimmt und so weiter.
Die Einrichtung geht grundsätzlich gut von der Hand, erfordert aber wie schon bei der Harmony etwas Geduld und das eine oder andere Nacharbeiten. Meinen Sky Q Receiver fand ich etwa erst nach einem Update in der mitgelieferten Hersteller-Datenbank, ein paar Tasten mussten zudem manuell nachgelernt werden.
Außerdem müsst ihr zusätzliche Zeit investieren, wenn ihr auch bei den Aktivitäten Tasten von unterschiedlichen Geräten kombinieren wollt, wofür die X2 sowohl programmierbare Makros als auch einen Favoritenbereich anbietet.
Insgesamt müsst ihr je nach Gerätezahl schon rund 90 Minuten bis 120 Minuten einplanen, bis alles so läuft, wie ihr euch das vorstellt.
Dafür ermöglicht es die Programmierung auf der App, dass ihr sämtliche Funktionen direkt mit dem Handy testen könnt – sehr praktisch! Bei der Harmony musste ich vor dem Ausprobieren noch alles mit der Fernbedienung synchronisieren.
Wer noch tiefer eintauchen möchte, richtet auf der X2 via MQTT Broker eine Verbindung zum eigenen Home Assistant System ein, sodass ihr mit der Fernbedienung auch Lampen, Lüfter und Jalousien steuern könnt. Und zack, schon werden bei der Aktivität »Film schauen« auch direkt die Lichter gedimmt und die Jalousien runtergelassen.

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