Meine Aufmerksamkeit bekam der Luba 2 schnell dadurch, dass er anders ist als die anderen Rasenmähroboter. Keine Begrenzungskabel, dafür Kamera und Antenne. Dazu Allradantrieb. Der Luba 2 AWD 5000 fuhr einen Sommer lang durch meinen Garten und ich zeige euch, ob es überhaupt Grenzen für einen Rasenmähroboter dieser Preisklasse gibt.
Ein besonderes Merkmal ist der Allradantrieb. Der soll dafür sorgen, dass unebene Gärten wie meiner für den Luba 2 kein Problem sind. Wie gut das klappt, zeigt der Test.
Transparenzhinweis: Mammotion hat mir den Luba 2 AWD 5000 für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Mammotion hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.
Rasenmäher einen Sommer lang durch Roboter ersetzt - klappt das?
Ich habe mich viele Jahre lang mit Staubsaugrobotern beschäftigt. Recherchiert, getestet und sie an ihre Grenzen gebracht. Der Schritt zu einem Rasenmähroboter war für mich nur logisch. Ist ja fast das gleiche, nur eben im Garten statt in der Wohnung.
Gleichzeitig gibt es aber auch andere Probleme. Ich mache mir Sorgen um kleinere Tiere wie Igel, die in meinem Garten leben. Also ist die Hinderniserkennung ein wichtiger Bestandteil eines Mähroboters. Ich könnte es mir nicht verzeihen, wenn das Gerät die Tiere nicht erkennt.
Ein weiterer Punkt für die Auswahl des richtigen Rasenmähroboters: Ich möchte keine Begrenzungskabel verlegen müssen.
Die Installation: Nach dem Auspacken befestigt man mit den mitgelieferten Schrauben und Werkzeug die Stoßstange und die Kamera am Luba 2 AWD. Die App führt einen dann durch die nächsten Schritte.
Für die RTK-Antenne soll man sich einen geeigneten Ort suchen, damit der Roboter sie die meiste Zeit im Blick haben kann. Die Antenne kommuniziert mit Satelliten und der Roboter mit der Antenne. Dadurch findet er seinen GPS-Standort auch dann, wenn das Gerät selbst unter Bäumen fährt, aber freien Blick auf die Antenne hat. Alternativ kann der Roboter immer noch auf sein Kamera-Modul zurückgreifen, um sich zurechtzufinden.
Das Suchen einer guten Position der Antenne hat bei mir drei Anläufe gedauert. Unglücklich dabei ist, dass man nach jedem Standortwechsel der Antenne den Garten wieder neu abfahren muss, um eine aktualisierte Map zu erstellen.
Für die Garage habe ich mir einen geeigneten Ort in der Nähe der Antenne geholt. Auch hier gibt es Tipps in der App, wo man die Station am besten positionieren sollte.
Schnell noch die Stromkabel für Antenne und Basis verlegt und schon konnte die erste Fahrt losgehen.
Die Kartenerstellung: Für die Kartenerstellung fahre ich einmal mit dem Luba an den Grenzen meines Gartens entlang. Danach weiß der Roboter: Alles, was sich innerhalb dieser Grenzen befindet, darf ich mähen.
Hier hatte ich viel Spaß, denn die App auf dem Handy verwandelt sich in einen Controller. So kann ich mit zwei Joysticks, die von meinen Daumen bewegt werden, den Roboter wie ein ferngesteuertes Spielzeug-Auto an den Rasenkanten entlang manövrieren.
Allerdings habe ich ein paar Hindernisse wie Bäume oder eine Blumenwiese für Bienen, die ich nicht mähen lassen möchte. Für größere Flächen wie die Blumenwiese habe ich eine No-Go-Zone erstellt. Mit dem gleichen Prinzip wie bei der Kartenerstellung fahre ich die Kanten der No-Go-Zone ab und nun weiß das Gerät: Alles, was sich innerhalb dieser Grenzen befindet, mähe ich nicht.
In der Praxis hält der Luba 2 AWD sich fest an diese Grenzen. Die Antenne darf man jetzt aber nicht mehr umstellen, denn sonst verschiebt man gleichzeitig die Rasenkanten und es kann passieren, dass das Gerät zum Mähen über die abgefahrene Fläche hinaus mäht.
Das Mähen
Die erste Fahrt: Nach dem Fertigstellen der Karte begann ein weiterer, spaßiger Abschnitt. Mit zwei Freunden beobachte ich die erste Fahrt des Roboters. Er sucht sich seinen Startpunkt in einer Ecke und beginnt von dort, zweimal die Grenzen der Fläche abzufahren. Das habe ich in den Mäh-Einstellungen in der App so festgelegt. Hier könnte man auch andere Schnittmuster oder eine andere Herangehensweise aussuchen. Im Anschluss mäht der Roboter das in der App festgelegte Rasenmuster der Innenfläche.
Es macht Spaß, dem Luba 2 AWD beim Arbeiten zuzusehen. Das ist nicht nur meine Meinung, sondern auch die aller Gäste, die im Sommer in meinem Garten zu Besuch waren. Dabei fällt positiv auf, wie leise und präzise das Gerät arbeitet. Von der Terrasse aus beobachten wir das Rasenmähen regelmäßig und können uns in normaler Lautstärke unterhalten, obwohl das Gerät nur etwa zwei Meter entfernt von uns mäht. Mit einem Verbrennungsmotor-Rasenmäher wäre das unmöglich. Hindernisse wie abgestellte Schuhe, Fußbälle oder Spielzeug erkennt das Gerät und umfährt sie.
Das Mäh-Ergebnis: Ich war am Anfang richtig überrascht, was für einen sauber gemähten Rasen ich nach dem Mähen bestaunen durfte. Für meine Rasenfläche mit knapp 550 Quadratmetern auf der Rückseite des Hauses braucht der Rasenmäher etwas mehr als zwei Stunden. Danach sehe ich schöne, gleichmäßige Bahnen, die der Luba 2 AWD für mich gemäht hat. Zwischendurch, wenn der Batteriestand unter 15 Prozent fällt, fährt der Roboter automatisch zur Basis zurück und lädt den Akku so weit auf, dass er den Rest der Aufgabe schafft. Erst nach dem Erledigen der Aufgabe fährt er zurück zur Basis und lädt dann komplett.
Bei gutem Wetter fährt mein Mähroboter jeden zweiten Tag los und mäht die komplette Fläche.
Dadurch, dass der Roboter nicht über einen Auffangbehälter verfügt, bleiben bei feuchtem Rasen die geschnittenen Halme an den Schuhen kleben. Ein Nachteil, den ich aber für das schöne Schnittbild in Kauf nehme.
Für mich ist der Allradantrieb zusammen mit den besonderen Rädern ein großer Pluspunkt. Denn der Dreame A1 kam ohne Allradantrieb in meinem Garten an seine Grenzen und fuhr sich fest. Der Luba 2 AWD treibt jedes Rad per Motor an. Die Vorderräder haben mehrere zur Seite drehbare Elemente, die beim Lenken den Rasen schonen.
Viele Unebenheiten, von beseitigten Maulwurfshügeln über Huckel, prägen meine Rasenfläche. Hier hat der Luba 2 AWD bei trockenem Boden gar keine Probleme und dreht zielsicher am Ende einer Bahn um 180 Grad um, damit er die nächste Bahn entgegengesetzt bearbeiten kann. Auch beim Ausweichen von Hindernissen zeigt sich die Allradtechnik von der besten Seite und umfährt Gegenstände sogar in engen Bereichen.
Die einzeln aufgehängten Räder machen es dem Gerät leicht, durch Kuhlen hindurchfahren, ohne aufzusetzen oder steckenzubleiben. Laut Hersteller schafft der Luba 2 AWD 5000 Steigungen von bis zu 38 Grad. Bei mir im Garten konnte ich höchstens 30-Grad-Steigungen ausprobieren, die mühelos gemäht wurden. Auch das Drehen auf diesen Flächen stellt kein Problem dar.
Tier-Sicherheit: Bei mir Zuhause fährt der Roboter nur über die Mittagszeit bis in den frühen Nachmittag. Besonders zur Dämmerung werden Igel aktiv und die möchte ich nicht gefährden. Deshalb habe ich in der App des Roboters genau eingestellt, zu welchen Zeiten das Gerät fahren darf. Mit der tief angebrachten Stoßstange erkennt der Rasenmäher Hindernisse wie größere Boskoop-Äpfel, Vollgummi-Spielbälle meiner Hündin und andere Gegenstände auf dem Rasen. Auch das dient der Sicherheit von Tieren in meinem Garten, genau wie die Ultraschall-Sensoren und die Doppelaugen-Kamera. Dazu hilft es, die Hinderniserkennung auf “Keine Berührung” einzustellen und den Mähroboter auf der langsamsten Stufe bei 0,2 Meter pro Sekunde fahren zu lassen.
Die Optik: Mit seiner weißen Farbe grenzt sich der Mähroboter von den typischen orangen oder grauen Geräten ab, die sonst zur Gartenarbeit genutzt werden. Das hilft auch, ihn leicht auf der Rasenfläche wiederzufinden, ohne in die App zu schauen. Das Gerät ist groß und schaltet auf Wunsch permanent zwei rote Seitenlichter ein. So wird es von Tieren und Menschen leicht erkannt. Dazu erinnert die Form an einen Formel-1-Wagen oder einen Mondroboter. Ziemlich ausgefallen und cool.
Die App - Anfangs viele Fehlermeldungen, doch Updates erscheinen regelmäßig
Die App: Die einzig deutlichen Nachteile, die ich beim Luba 2 AWD feststellen kann, finden sich in der App. Gelegentlich erhalte ich Fehlermeldungen, die gar nicht stimmen. So schickt mir das Gerät eine Fehlermeldung, laut der eine Aufgabe abgebrochen werden muss. Beim Nachschauen zeigt sich: Der Mäher schnippelt noch fröhlich meinen Rasen zurecht und hat gar keine Probleme. Bis vor Kurzem bekam ich solche falschen Fehlermeldungen etwa zweimal pro Woche. Nach einem Software-Update scheint der Hersteller die Probleme aber in den Griff bekommen zu haben.
Hin und wieder bricht außerdem die Verbindung zum Roboter ab. Dann muss ich zum Gerät gehen und es erneut per Bluetooth mit dem Handy verbinden. Das passierte mir innerhalb von vier Monaten vielleicht fünfmal.
Abgesehen von den angesprochenen Fehlern gefällt mir die App gut. Sie ist übersichtlich und leicht zu bedienen. So kann ich ganz bequem zwei einzelne Rasenflächen erstellen - für meinen Garten hinter dem Haus und für den Vorgarten. Eine von mir erstellte Route verbindet die beiden Flächen und wird von dem Roboter genutzt, um zwischen Vorgarten und Garten zu wechseln.
Details zum Test des Luba 2 AWD 5000
So habe ich getestet
Der Luba 2 AWD mähte meinen Rasen von Anfang Juni bis Mitte Oktober viermal pro Woche auf der Rückseite des Hauses und einmal pro Woche im Vorgarten mit etwa 20 Quadratmetern. Dabei steuerte ich den Roboter fast ausschließlich über die App. Nach Empfehlung des Herstellers habe ich die Klingen einmal pro Monat gewechselt - das ist auch nötig, denn mit stumpfen Klingen leidet das Schnittergebnis.
Spezifikationen: Den Luba 2 AWD gibt es in drei verschiedenen Ausführungen (5000, 3000 und 1000). Die Zahlen stehen für die Rasenfläche in Quadratmetern, für die das Modell ausgelegt ist.
Für mein 5000-Modell gilt:
- Max. Mähfläche: 5.000 m²
- Bis zu 30 unterschiedliche Zonen
- Steigungen bis 38 Grad
- Neigung zur Seite bis 24 Grad
- Schnittbreite: 400 mm
- Schnitthöhenanpassung von 25 bis 70 mm
- Aufladezeit: 150 Minuten
- Mähzeit pro Ladung: 180 Minuten
- Navigation: Vision und RTK
- Hinderniserkennung: Binokular, Ultraschall und Stoßstange
- Lärmpegel: 60 Dezibel
- Gewicht 17,65 kg
- Maße 69x51x27 cm (LxBxH)
Preis und Verfügbarkeit
Ihr findet den Luba 2 AWD 5000 zum Preis von knapp 3.000 Euro auf der Webseite von Mammotion und hier auf Amazon.
Das 3000-Modell kostet 2.600 Euro. Für das 1000-Modell müsst ihr auf der Webseite von Mammotion 2.200 Euro bezahlen.
Hinweis: Aktuell ist der Luba 2 AWD ausverkauft. Vom Hersteller Mammotion wissen wir: Mitte November 2024 soll das Gerät wieder vorrätig sein.
Für wen lohnt sich der Luba 2 AWD?
Der Luba 2 AWD lohnt sich für euch, wenn …
- ihr einen großen Garten mit Steigungen und vielen Unebenheiten besitzt
- ihr (bis zu 30) verschiedene Rasenflächen habt, die ihr individuell mähen wollt
- einen leisen, zuverlässigen Rasenmähroboter sucht, ohne Begrenzungskabel zu verlegen
- ihr bereit seid, knapp 3.000 Euro für einen Rasenmähroboter zu bezahlen
Mögliche Alternativen zum Mammotion Luba 2 AWD:
- Segway Navimow i105e, wenn ihr einen einsteigerfreundlichen Rasenmähroboter sucht, der mit knapp 11 Kilo besonders leicht ist und Rasen schonend arbeitet. Das Gerät eignet sich für Gärten bis 800 m².
- Ecovacs Goat G1-2000 (2024er-Version), wenn euch Grenzpfosten zur Navigation im Garten nicht stören und ihr keine Probleme damit habt, dass die Ecken nicht ganz genau gemäht werden. Dafür ist die Hinderniserkennung besonders gut.
- Dreame A1, wenn ihr keine Lust auf Antennen und Grenzpfosten habt und euer Garten unkompliziert und eben ist. Der Roboter zeigt ein schönes Schnittbild und lädt den Akku schnell wieder auf.
Für das Geld bekommt ihr beim Luba 2 AWD 5000 sehr viel Leistung und wenn ihr viele Rasenflächen individuell mähen möchtet und die Fläche sehr groß ist, lohnt sich die Anschaffung durchaus. Mit seiner Allradtechnik ist er einigen Rasenmährobotern voraus, die sonst nur mit Heckantrieb fahren. Das ist für mich ein Highlight des Luba 2 AWD. Die Zeitersparnis ist riesig, da ihr nur noch gelegentlich die Kanten schneiden oder Hindernisse wegräumen müsst.

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