Einer dieser Feierabende, an denen man nicht so recht zur Ruhe kommt. Die Arbeit ist rum, aber der Kopf geht noch Termine und Abrufzahlen durch, nichts will so recht Spaß machen, im Haushalt wäre so viel zu tun. Also mache ich, was man halt so macht, um erschöpften Gehirnen ein bisschen Dopamin zu verschaffen – scrollen durch die Social Media Feeds.
Ein Post taucht auf. Machinarium 2? Moment, kann das wirklich … Und ja, tatsächlich, es ist ein offizieller Reveal des tschechischen Studios Amanita Design, die Juwelen wie Samorost, Botanicula, Creaks und eben Machinarium erschaffen haben. Zuletzt haben sie sich mit dem grandiosen, aber leider wenig beachteten Phonopolis an Gesellschaftskritik gewagt.
Wer schon mal ein Spiel von Amanita Design erlebt hat, weiß was ich meine, wenn ich sage: Das hier ist Kunst. Rätsel ohne Worte, ausgefallene und zugleich betörende Musik, handgezeichnete Charaktere und Welten, die sich anfühlen, als wäre man in einem Paralleluniversum unterwegs. Dass sich die Entwickler so lange halten konnten, dass sie nach 17 Jahren nun eine Fortsetzung zu ihrem großen Hit von damals bringen – das fühlt sich an wie eine kleine, warme Umarmung an einem kalten Abend.
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Machinarium 2 wurde enthüllt: Diesmal sind wir als Roboter-Duo unterwegs
Machinarium: Ein Rückblick
Das Abenteuer des kleinen Roboters Josef gehört zu einem der bestbewerteten Point&Click-Adventures bei Steam, mit 95 Prozent positiven Reviews bei über 17.000 Nutzer-Bewertungen. Und das bei einem Spiel, das so minimalistisch daherkommt, dass unsere Figur nicht mal sprechen kann.
Josef hat damals versucht, seine Robo-Freundin Berta vor einer fiesen Organisation zu retten. In Machinarium 2 (oder Machinarium², wie es wohl eigentlich heißt) sind die beiden vereint unterwegs. Sie entdecken ein Tal, in dem zwei Robotervölker leben. Denen geht allmählich die Energie aus, und ich weiß jetzt schon, dass ich lachen und weinen werde.
Meine Güte, damals, 2009. Point&Click hatte eine Blütezeit, Poker Face von Lady Gaga hatte die Charts fest im Griff, im Kino lief der erste Avatar-Film von James Cameron. Coldmirror machte Spiele-Reviews bei YouTube (auch zu Machinarium). Klar, beim Blick zurück hat man immer die rosarote Brille auf, aber boah, waren das damals simplere Zeiten für mich.
PLUS-Archiv
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Machinarium im Jahr 2009 - So sahen damals unsere Testvideos aus
Seitdem hat sich die Welt massiv verändert, gefühlt zum Schlechteren. Gerade in den vergangenen Jahren fühlt es sich immer öfter furchtbar dunkel an. Kaum jemand hat keine Zukunftsängste angesichts von Weltwirtschaftskrise, Kriegen, Klimakatastrophe, einer zersplitterten Gesellschaft und so vielem mehr.
Schön, dass es in diesem Ozean aus Problemen noch kleine schwimmende Lichter gibt wie ein kreatives Künstlerstudio aus Prag, das weiterhin auf menschengemachte, ausgefallene und liebevolle Spiele setzt.
Vielen scheint es ähnlich wie mir zu gehen, wenn man sich die Aufmerksamkeit anschaut, die der überraschende Reveal einfährt. Der erste Trailer hat nach einem Tag schon 400.000 Views gesammelt, mit tausenden Leuten, die ihre liebevollen Erinnerungen in den Kommentaren teilen. Vom positiven Echo zeigen sich auch die Entwickler selbst gerührt:
Link zum Twitter-Inhalt
Wir haben uns gefragt, ob es nach 17 Jahren noch jemanden kümmern wird. Ihr tut es, und wir hätten nicht mit einem so warmen Empfang gerechnet. Es zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Pfad sind. Danke euch allen, wir geben unser Bestes, euch nicht zu enttäuschen!
Ein Release-Datum für Machinarium 2 ist noch nicht bekannt. Es soll sich aber schon seit mehreren Jahren in Arbeit befinden, unter dem Codenamen Project B.
Wie beendet man so einen Artikel? Normalerweise fragen wir euch am Ende nach eurer Meinung oder machen einen fluffigen Witz. Das kommt mir ein bisschen unpassend vor, nachdem es um so trübe Themen ging. Stattdessen wünsche ich euch einfach mal alles Gute und viel Kraft. Wir leben in deprimierenden Zeiten, aber immerhin auch auf dem einzig bekannten Planeten mit Bäumen, Schokokeksen und Videospielen.

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