Der Traum vom perfekt gepflegten Rasen ohne eigene Anstrengung – wer kennt ihn nicht? Früher oder später kommt wohl jeder in die Phase, in der Rasenmähen nicht mehr Spaß macht, sondern einfach nur nervt.
Glücklicherweise gibt es mit Rasenmährobotern längst eine zeitsparende Lösung für dieses Dilemma. Allerdings kosten die meisten Modelle 500 Euro und mehr oder sind für große Flächen konzipiert.
Doch was, wenn man ein knappes Budget und nur einen kleinen Garten hat? Dafür könnte der Yardcare V100 geeignet sein – ein Mähroboter für unter 380 Euro und Flächen bis 150 Quadratmeter.
Kann so ein Gerät wirklich überzeugen? Ich habe es ausprobiert und wurde gleich mehrfach überrascht. Nach über drei Wochen weiß ich, für wen er sich lohnt und welche Abstriche ihr in Kauf nehmen müsst.
Einfacher geht's nicht: Ein Purist der Mähroboter-Klasse
Der Yardcare V100 ist ein kleiner Mähroboter, der vor allem durch seine Einfachheit besticht. Im Gegensatz zu vielen teuren Modellen bietet er kaum nennenswerte Features: kein Display, keine App und daher keine Einstellungen.
Automatische Mähpläne sucht ihr hier ebenso vergeblich wie eine Kartierung eures Gartens. Der V100 hat nicht mal eine Ladestation, sondern setzt auf einen herausnehmbaren Akku mit Ladekabel. Er besitzt lediglich drei Knöpfe und zwei Modi: Fahren oder auf der Stelle mähen – das war's. Ein wahrer Purist.
Ein detaillierter Blick auf die Oberseite (Bedienelemente für Power, Start, Mähen, Spot-Mähen) und die Räder des V100.
Umso erstaunlicher, dass der Roboter eine Kamera für die Navigation und Hinderniserkennung besitzt. Ihr müsst euch somit nicht mit RTK-Antennen, Beacons oder Begrenzungsdraht herumschlagen.
Das zeigt eindrucksvoll, wie die Mähroboter-Technologie in den letzten fünf Jahren gereift ist und nun auch in der Einsteigerklasse intelligente Lösungen anbietet. Als ich vor drei Jahren meinen Gardena Sileno Minimo kaufte, war der Begrenzungsdraht noch der Standard.
Entsprechend simpel ist auch die Einrichtung des Geräts: Akku aufladen, in die Rückseite des V100 einsetzen und aufs Knöpfchen drücken – schon geht’s los.
Wie schlägt sich der Yardcare V100 im Praxis-Einsatz?
Meine Erwartungen an die Mäh-Performance waren in dieser Preisklasse eher niedrig. Eine Hinderniserkennung, die bis zu 150 Objekte erkennen soll, sowie eine Navigation allein per Kamera für unter 400 Euro? Ich war skeptisch, doch das Mähergebnis war besser, als ich dachte.
Der V100 besitzt eine Schnittbreite von 160 mm, die Schnitthöhe lässt sich zwischen 20 und 60 mm per Drehrad einstellen. Er fährt im Gegensatz zu teureren Konkurrenzmodellen kreuz und quer nach dem Zufallsprinzip und erwischt somit nicht jede Stelle beim ersten Einsatz.
Dieses Verhalten kennt man normalerweise von älteren Mährobotern mit Begrenzungskabel.
Das ist angesichts des Einsatzzwecks aber kein Drama, denn der V100 wurde für Kleinstgärten bis maximal 150 Quadratmeter konzipiert. Bei solch kleinen Flächen wird früher oder später jede Ecke gemäht.
In meinem Mini-Testgarten von rund 50 Quadratmetern erreichte er innerhalb eines zweistündigen Durchgangs jede Stelle. Bei größeren Gärten wird man vermutlich mehrere Mähzyklen benötigen, um ein gleichmäßiges Ergebnis zu erzielen. Dafür ist der V100 im Betrieb jederzeit angenehm leise.
Das Rasenergebnis war insgesamt gut. Zwar gibt es keine perfekten Bahnen wie bei GPS- oder RTK-basierten Geräten, aber der Rasen sah gesund und gepflegt aus. Lediglich am Rand und um Hindernisse herum lässt der Mähroboter bauartbedingt einen ungefähr 10 Zentimeter breiten Streifen stehen, was aber selbst bei High-End-Modellen der Fall ist.
Besonders beeindruckt hat mich die Hinderniserkennung. Große Objekte wie meine Feuerschale oder der Begrenzungsstein wurden zuverlässig erkannt. Auch kleinere Objekte, wie Badelatschen, blieben vom Mähmesser verschont.
Perfekt ist die Hinderniserkennung aber nicht. In meinem dreiwöchigen Einsatz verfing sich der V100 mehrmals unter einem meiner Gartenstühle und einmal unter dem Klettergerüst meines Sohnes.
Die Hinderniserkennung erkennt selbst kleine Objekte wie Badelatschen, scheitert aber gelegntlich an meinem Gartenstuhl.
Ohnehin eignet sich der V100 nur für einfache Gärten mit klaren Begrenzungen, wie in meinem Fall Koniferen oder Begrenzungssteine. Blumen- oder Gemüsebeete sowie Pools, die nahtlos an den Rasen grenzen, überfährt er einfach. Da hilft auch die KI-Hinderniserkennung nicht.
Akku, Regen und der entscheidende Unterschied
Der Hersteller gibt die Laufzeit des 4000-mAh-Akkus mit bis zu 70 Minuten an; bei mir hielt er zwischen ein und zwei Stunden. Der Akku lässt sich kinderleicht entnehmen und wieder einsetzen. Das Aufladen dauert ebenfalls etwa zwei Stunden.
Und genau hier liegt das für mich größte Problem des Yardcare V100: Er hat keine eigene Ladestation, in die er selbstständig zurückkehrt, wie etwa der Yardcare E400. Ich muss nach jedem Mähen den Akku entnehmen, aufladen und wieder einsetzen. Das sind zwar kleine Handgriffe, die schnell erledigt sind, aber trotzdem erledigt werden müssen.
Für mich persönlich ist das ein Ausschlusskriterium für den täglichen, automatischen Einsatz. Ich muss ihn vor der Arbeit manuell einschalten. Im Urlaub, wenn niemand Zuhause ist, mäht auch der V100 nicht den Rasen.
Der Vorteil eines Mähroboters, der selbstständig täglich auch während meiner Abwesenheit den Mulchschnitt durchführt und so für einen stets perfekten Rasen sorgt, geht hier verloren.
Trotzdem: Im Vergleich zum herkömmlichen Rasenmäher spart man eine Menge Zeit. Der integrierte Regensensor funktionierte übrigens tadellos: Bei den ersten Tropfen blieb der Roboter einfach stehen. Wasser von oben macht ihm nichts aus, er kann auch wochenlang im Garten stehen, ohne Schaden zu nehmen.
Mein Fazit: Für wen lohnt sich der Yardcare V100?
Der Yardcare V100 ist kein vollwertiger Mähroboter im klassischen Sinn. Er ist ein effizienter, semi-automatischer Gartenhelfer für Einsteiger.
Er ist ideal für:
- kleinste, einfache Gärten (bis ca. 150 qm), in denen man den Roboter nur alle paar Tage einsetzen möchte.
- Budgetbewusste Käufer, die keine 500 Euro oder mehr ausgeben wollen.
Wenn ihr einen Garten mit klaren Begrenzungen und minimalen Steigungen (< 20 Grad) habt, ist der V100 auf jeden Fall einen Blick wert. Die Hinderniserkennung sowie das Mähergebnis sind besser, als ich dachte. Ihr könnt euch auch mehrere Akkus kaufen und ihn somit schneller wieder auf die Reise schicken.
Wenn ihr etwas mehr Geld übrig habt, empfehle ich euch den Ecovacs GOAT O500 Panorama - einen der besten Mähroboter unter 900 Euro.
Wenn die fehlende Ladestation für euch kein K.-o.-Kriterium ist, und ihr keine Lust auf Begrenzungsdraht habt, ist der V100 vielleicht aber genau das richtige Gerät für euch.
Habt ihr bereits einen Mähroboter oder überlegt euch, einen zu kaufen? Was sind eure Anforderungen oder Sorgen? Schreibt es mir in die Kommentare!

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