Wer eine Powerbank kauft, achtet meist nur auf eine Zahl: die Milliamperestunden (mAh). Doch während das Marketing mit immer höheren mAh-Werten um sich wirft, findet ihr die wirklich relevante physikalische entscheidende Größe oft nur im Kleingedruckten (wenn überhaupt).
Ihr ahnt es vermutlich bereits, ich spreche von der Wattstunde (Wh). Während die Hersteller von Powerbanks, wie gesagt, gerne die Kapazität in mAh angeben, hat sich bei Laptop-Akkus die Wh als Standard etabliert.
Doch wie groß muss eine Powerbank eigentlich sein, damit sie euren Notebook-Akku auch komplett laden kann? Wie ihr das berechnet, erfahrt ihr in diesem Artikel.
Das Problem mit der Milliamperestunde
Die Einheit mAh beschreibt die elektrische Ladung. Sie gibt an, wie lange ein Akku einen bestimmten Strom liefern kann. Um zu erfahren wie viel Wh eine Powerbank hat, müsst ihr die folgende Formel anwenden:
Die genannte Formel ist eigentlich einfach zu verstehen, es gibt allerdings ein Problem. Ihr müsst wissen, welche Spannung die Zellen der Powerbank verwenden. Moderne Powerbanks nutzen heute eigentlich nur noch Lithium-Ionen-Zellen.
Bei den meisten tragbaren Akkus wird eine Nennspannung von 3,7 Volt verwendet. Wenn ein Hersteller nun 10.000 mAh
auf das Gehäuse seiner Powerbank schreibt, bezieht sich das fast immer auf die Kapazität der internen Zellen bei 3,7 V. Das ergibt eine Energie von:
Was von den vielen mAh am Ende übrig bleibt
Soweit die Theorie, in der Praxis werdet ihr aber auf ein weiteres Problem stoßen. Wenn ihr mit der Powerbank nun nicht euren Laptop, sondern euer Smartphone laden möchtet, muss die Spannung angepasst werden. Wir gehen in unserem Beispiel ja von 3,7 Volt aus, USB verlangt aber mindestens nach 5 Volt, beim Schnellladen kann die benötigte Spannung sogar noch deutlich höher sein.
Damit der Strom fließen kann, muss die Powerbank die Spannung intern von 3,7 V auf 5 V (oder den beim Schnellladen benötigten Wert) hochtransformieren. Und das hat Folgen: An der 5V-Buchse stehen euch physikalisch bedingt jetzt keine 10.000 mAh mehr zur Verfügung.
Rechnet man die 37 Wh auf 5 V um, bleiben theoretisch nur noch 7.400 mAh übrig, davon müsst ihr dann noch Wärmeverluste abziehen. Plötzlich wirkt die 10.000-mAh-Powerbank dann nicht mehr so groß.
Nur Wattstunden lassen sich sinnvoll vergleichen
Letztlich ist die Wattstunde (Wh) die einzige Einheit, die einen echten Vergleich ermöglicht. Sie ist unabhängig von der Spannung und zeigt die tatsächlich gespeicherte Energiemenge an.
Ein technisches Beispiel verdeutlicht das:
- Powerbank A: 20.000 mAh bei 3,7 V = 74 Wh
- Powerbank B: 15.000 mAh bei 7,4 V = 111 Wh
Obwohl Powerbank B eine kleinere mAh-Zahl hat, liefert sie rund 50 % mehr Energie als Powerbank A, auch wenn Geräte mit einer Spannung von 7,4 V eine Rarität sein dürften.
Warum die Angabe der Wh auf Reisen wichtig ist
Falls ihr noch auf der Suche nach einem schnellen externen Datenspeicher für euer Notebook seid, könnt ihr mal einen Blick auf meinen letzten Test werfen: Das bessere USB4? Ein 270 Euro teures Zubehör für meinen Laptop hat mich positiv überrascht: Für wen es sich lohnt
Nicht nur für die technische Transparenz ist die Wattstunde entscheidend, sondern auch für die Sicherheit. Die internationale Luftfahrtbehörde IATA regelt die Mitnahme von Akkus im Handgepäck ausschließlich über die Wattstunden:
- Bis 100 Wh: In der Regel problemlos im Handgepäck erlaubt.
- 100 bis 160 Wh: Meist genehmigungspflichtig durch die Airline.
- Über 160 Wh: Auf Passagierflügen generell verboten.
Wer nur auf die mAh achtet, riskiert bei besonders leistungsstarken Modellen, dass die Powerbank am Sicherheits-Check konfisziert wird.
Fazit
Die Milliamperestunde ist eine nützliche Zahl für das grobe Marketing, aber eine schlechte Basis für eine fundierte Kaufentscheidung. Wenn ihr wissen möchtet, wie viel Saft
wirklich in eurem tragbaren Stromspeicher steckt, solltet ihr auf die Wattstunden (Wh) schauen.

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