Ein Mann ohne Vorkenntnisse gibt ChatGPT 100 Dollar, um so viel Profit wie möglich zu machen und verschwindet dann - nach zwei Jahren taucht er wieder auf und hat sein Leben umgekrempelt

Er ging im Jahr 2023 viral mit seiner Idee, verschwand dann jedoch von der Online-Bildfläche. Nun hat er gute Nachrichten.

Nach Zwei Jahren hat er andere Prioritäten. (Bildquelle: Adobe Stock - Sergey - Master1305) Nach Zwei Jahren hat er andere Prioritäten. (Bildquelle: Adobe Stock - Sergey - Master1305)

Es gibt viele Ideen im Netz, wie man ChatGPT am besten im Alltag nutzt – und auch einige Inhalte, die versprechen, euch mit dem Large Language Model (LLM) Geld zu verdienen.

Im Jahr 2023 hat der X-Nutzer Jazz Fall, der mit echtem Namen Jackson Greathouse Fall heißt, einen Tweet abgesetzt, der sich ebenfalls um Finanzen drehte. Doch anstatt anderen Tipps zu geben, wagte er ein Experiment: Er gab ChatGPT 100 US-Dollar mit dem Ziel, »so viel Profit wie möglich zu machen«.

Die daraus resultierende Firma wurde zeitweise auf einen Wert von bis zu 25.000 Dollar geschätzt. Dann hörte man lange nichts mehr von ihm – im vergangenen März hat sich das allerdings geändert.

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Großer Erfolg mit ChatGPT? Nicht ganz

Im Detail: Fall gab dem damals neuen ChatGPT-Modell GPT-4 den Auftrag, aus 100 Dollar möglichst viel Geld zu machen. In nur wenigen Minuten entstand die Idee, das Unternehmen Green Gadget Guru zu gründen, das Beratung und Produkte für einen nachhaltigen Lebensstil anbieten sollte.

Da ChatGPT längst nicht alle nötigen Schritte selbst umsetzen konnte, agierte Fall als »Liaison« und setzte alle Anweisungen der KI genau so um.

So ging es weiter:

  • Fall erstellte eine Webseite und investierte 40 Dollar, um das Unternehmen auf Plattformen wie Reddit, Facebook und Instagram zu bewerben.
  • Er meldete sich bei einem Partnerprogramm an, das es ihm ermöglichte, Metallstrohhalme zu verkaufen, ohne sie vorher selbst kaufen zu müssen.
  • So konnte er in den ersten 24 Stunden laut eigenen Aussagen genau 1.378,84 US-Dollar erwirtschaften.
  • Er erhielt angeblich so viele Angebote von Investoren, dass er irgendwann per Tweet mitteilte, nur noch Angebote mit sehr günstigen Bedingungen anzunehmen.

Alles schien wunderbar zu laufen, doch er hatte nicht damit gerechnet, so viel Aufmerksamkeit zu bekommen. Schon nach wenigen Monaten hörte man nichts mehr von ihm – das Unternehmen wurde wieder geschlossen.


Video starten 50:25 Stimme von KI-Firma geklaut! Leben wir schon in einer Dystopie?


Zwei Jahre später: Fall meldet sich zurück

Nach seinem »Verschwinden«, wie er es selbst nannte, meldete sich Fall auf seinem X-Account zu Wort und reflektierte seine Erfahrung. Dabei ging es ihm jedoch nicht mehr um Finanzen.

Er sprach von vielen Erfahrungen und Problemen, die er vor zwei Jahren hatte und mit denen er bis heute kämpft.

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Über 25 Millionen Aufrufe und 100.000 neue Follower setzten ihn laut eigenen Aussagen so sehr unter Druck, dass er noch »bis vor Kurzem« dachte, es wäre die schlimmste Erfahrung seines Lebens. Glücklicherweise sieht er das mittlerweile anders:

»Im Nachhinein betrachtet, hat mir das vielleicht sogar das Leben gerettet.«

Er berichtet von seiner »Flucht« und davon, dass er sich monatelang mit keiner Menschenseele unterhalten habe. Doch das hat er mittlerweile überwunden – heute lebt er in Paris, einer Stadt, die er »schon immer geliebt« hat.

Noch mehr gute Neuigkeiten: Er konnte erfolgreich eine nicht näher genannte Sucht bekämpfen und sagt, dass er mittlerweile 530 Tage nüchtern sei (Stand: 15. März 2025).

Zum Schluss will er noch etwas klarstellen:

»Das ist keine große Ankündigung. Es ist nur ein kleiner, längst überfälliger Lebensbeweis. [...] Ich bin zurück. Und ich verstecke mich nicht mehr.«

Falls ihr mehr über ihn erfahren wollt: Er schreibt auf seinem Substack über Reisen, Spiritualität und seine Lebenserfahrungen.

Jackson Greathouse Falls Geschichte zeigt, wie selbst ein augenscheinlich kleines Experiment auf Social Media Leben verändern kann – im Schlechten wie im Guten.

Sein ehemaliges Unternehmen erwähnt er übrigens mit keinem Wort. Ihm sind mittlerweile anscheinend andere Dinge wichtiger.

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