Anfang der 2000er muss die Nerdwelt eine wichtige Wahl treffen: rote oder blaue Pille? Wollen sie die Computersimulation verlassen, in der sie eingesperrt sind, und zu coolen Karate-Sonnenbrillen-Auserwählten werden? Oder wollen sie für immer in der Simulation bleiben? Natürlich eine Fangfrage. Die Wachowski-Geschwister schaffen mit ihrer Matrix ein Medienereignis, das nach Abschluss der Trilogie immer noch nicht zu Ende ist. Es folgen Comics, Animes und auch Videospiele.
Matrix Online von Monolith Productions gehört vermutlich zu den seltsamsten und interessantesten Multiplayer-Spielen aller Zeiten. Sein Hype hält nicht lange an und das Spiel stirbt bereits nach vier Jahren. Doch die Liebe lebt länger und beflügelt einen Fan dazu, das MMO bis heute am Leben zu erhalten. Sein Projekt MxOemu hat eine lange und komplizierte Geschichte hinter sich, die glatt aus einem Matrix-Film stammen könnte. Wir haben mit dem Leiter gesprochen.
Vom Sonnenbrillenträger zum Modder
»Matrix Online war mein erstes richtiges MMO, gerade als ich im November 2004 einen Breitbandanschluss bekam«, erzählt uns der User Rajkosto, der MxOemu leitet. »World of Warcraft war zwar cool, aber ich habe es nur bis etwa Level 20 gespielt, weil es für mich ›nur ein weiteres Fantasy-RPG‹ war.«
Matrix Online hingegen, »das Spiel mit Waffen, Sonnenbrillen und Hochhäusern«, kann ihn schon deutlich länger fesseln. Vor allem dank seiner Geschichte, die den Plot nach dem Film Matrix: Revolutions fortsetzt. Der Auserwählte Neo ist verschollen, Morpheus wird zum gejagten Terroristen, und nun kämpfen drei Fraktionen darum, den Konflikt zwischen Mensch und Maschine zu ihren Gunsten zu beeinflussen.

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