Viele suchen sich ihre Gaming-Maus aus, ohne ein wichtiges Detail zu beachten – es geht um eure Gesundheit

Was war zuerst da, die Maus oder der Griff? Was offensichtlich erscheint, ist vielen nicht klar und sie machen beim Kauf einen eklatanten Fehler.

Kauft eure Maus nach eurer natürlichen Griffart und nicht umgekehrt. (Bildquelle: UMUT 🆁🅰🆆Pexels, Nele) Kauft eure Maus nach eurer natürlichen Griffart und nicht umgekehrt. (Bildquelle: UMUT 🆁🅰🆆/Pexels, Nele)

Letztes Jahr gab es eine Umfrage dazu, wie ihr eure Gaming-Mäuse haltet. Ein paar von euch gaben in den Kommentaren an, es käme auf die Maus an, wie sie diese greifen.

So schreibt matssa:

Naja ich glaube ja, dass die Maus bestimmt, wie wir sie greifen. Hat man eine eher große Maus und kleine Hände, dann streckt man automatisch die Finger aus und legt sie auf die Maus. Nutzt man kleine Mäuse in Relation zur Handgröße, dann krümmt man die Finger halt automatisch. Meine Maus am PC ist recht lang, also Palmgrip. Am Laptop nutze ich aber zum Arbeiten so eine kleine Laptopmaus und… oh Wunder… Clawgrip!

Auch Taith meint:

Denke es kommt auch auf die Maus an.


Video starten 0:30 Zum Arbeiten, aber auch für Gaming: Razer stellt kabellose Vertikalmaus vor


Meiner Meinung nach wird hier zwar nicht das Pferd mit dem Sattel falsch aufgezäumt, wohl aber die Maus mit eurer Hand.

Warum der Griff zuerst da ist und nicht die Maus

Bevor ihr euch eine Gaming-Maus kauft, solltet ihr immer erst herausfinden, welche Griffart euch am ehesten liegt und das Gerät danach dann auch aussuchen. Andernfalls riskiert ihr im besten Fall nur das Spielergebnis, im schlimmsten aber eure Gesundheit.

Warum euer natürlicher Griff darüber bestimmen sollte, welche Maus ihr euch kauft:

  • Muskelgedächtnis: Eure Führhand hat über Jahre eine intuitive Art entwickelt, Dinge zu greifen. Wenn ihr versucht, das krampfhaft zu ändern, kämpft ihr gegen euren eigenen Körper an.
  • Vermeidung von Schmerzen: Zwingt ihr eure Hände in eine unnatürliche Haltung (etwa in einen Claw-Grip, obwohl eure Hand sich eigentlich lieber flach auf die Maus legen möchte), führt das schnell zu Verspannungen, Sehnenentzündungen oder dem Karpaltunnelsyndrom und somit zu Schmerzen. Setzt ihr eure Gelenke dieser Fehlhaltung immer wieder aus, können die Beschwerden irgendwann chronisch werden.
  • Präzision im Stress: In hektischen Spielsituationen fallt ihr automatisch in euren natürlichen Griff zurück. Passt die Maus dann nicht dazu, verrutscht ihr oder klickt daneben. Manchen passiert sogar, dass ihnen die Maus regelrecht vom Schreibtisch fliegt. Am Ende vermasselt ihr euch also nicht nur das Spiel, sondern unter Umständen auch die Maus. Viele Gaming-Mäuse halten es zwar aus, wenn man sie mal kräftig gegen die Wand schmettert, ich persönlich würde aber nicht dazu raten.
  • Reaktionsgeschwindigkeit: Nur wenn eure Hand entspannt liegt, können eure Finger das volle Geschwindigkeitspotenzial beim Klicken erreichen. Eine unpassende Gaming-Maus blockiert eure Feinmotorik.
  • Ermüdung: Eine Maus, die nicht zu eurem Griff passt, zwingt euch dazu, sie ständig mit Kraft zu korrigieren. Dadurch ermüdet eure Hand nach kurzer Zeit, statt den ganzen Abend fit zu bleiben.

Ergo: Die passende Gaming-Maus macht euch nicht nur zu besseren Spielerinnen und Spielern, sondern schont auch eure Gesundheit und den Geldbeutel.

Meine Kollegin Andrea hat für euch übrigens die drei bekanntesten Griffarten zusammengefasst. In dem Artikel gibt es noch weitere Tipps zu Mausgriffen. In meiner großen Kaufberatung mit den besten Gaming-Mäusen gebe ich euch eine Auswahl mit Modellen für jeden Griff.

Zusammengefasst: Die Maus ist ein Werkzeug, das eure Hand unterstützen soll – nicht ein Korsett, das sie verbiegt.

Gaming-Maus je nach Spiel wechseln?

Etwas, was jedoch zumindest teilweise stimmt, ist, dass je nach Spiel manche automatisch unterschiedliche Griffarten verwenden. So kommentiert rival-666:

Es kommt auf das spiel an. Bei strategiespielen natürlich palm. Zu meinen besten quake3-zeiten eine mischung aus finger tip und claw. Auch mal palm für gutes aiming.

Das stimmt aber nur teilweise. Richtig ist: Die Griffart beeinflusst die Präzision. Finger-Tip und Claw sind tatsächlich besser für rasante Spiele wie Quake oder Counter-Strike, weil ihr die Gaming-Maus mit den Fingerspitzen viel agiler und schneller bewegen könnt.

Die Aussage, dass man bei Strategiespielen natürlich den Palmgrip (die ganze Handfläche liegt auf) nutzt, ist so nicht ganz richtig. Palm ist zwar bequem und entspannt für lange Runden, bietet aber die geringste Kontrolle für schnelle, präzise Klicks.

Viele Pro-Gamer in StarCraft (Strategiespiel) nutzen dennoch Finger-Tip oder Claw, um schneller über die Karte zu huschen.

Dass Palm gut für das Aiming sei, ist ein zweischneidiges Schwert. Palm gewährt zwar mehr Stabilität (gut für weit ausholende, ruhige Bewegungen), aber weniger Feinabstimmung (schlechter für kleine Korrekturen).

Letztendlich muss jede Spielerin und jeder Spieler selbst entscheiden, nach welchen Kriterien sie oder er die neue Gaming-Maus aussucht. Beim bevorzugten Griff solltet ihr eurer Gesundheit zuliebe aber keine Kompromisse eingehen.

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